Willkommen beim Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit

Nachhaltige Digitalisierung – geht das überhaupt?

Die Pandemie gab der Digitalisierung einen Schub. Schule, Meetings, Theater – das öffentliche Leben verlegte sich ins Netz. Führt die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zu mehr Nachhaltigkeit oder ist sie Brandbeschleuniger, der das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele verhindert?

Diese Fragen diskutiert ein Gastbeitrag von Borderstep Senior Researcher Dr. Ralph Hintemann auf dem Portal Funkschau. Welche Erwartungen werden an die Nachhaltigkeit der Digitalisierung gestellt und wie sieht die Realität aus? Der Artikel diskutiert Forschungsergebnisse des Borderstep Instituts und gibt einen Ausblick, wie sich das Thema in der nächsten Zeit entwickeln könnte.

Jetzt neu: Sustainable Value Proposition Designer

Was passiert mit Produkten oder Dienstleistungen ohne ersichtlichen Nutzen für Kunden und andere Stakeholder? Sie floppen! Doch was heißt Nutzen eigentlich? Wie kreiert man diesen zielgruppenorientiert? Und wie stellt man sich dabei sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig auf?

Mit diesen Fragen hat sich das Borderstep Institut beschäftigt und einen Anwendungsleitfaden zum Sustainable Value Proposition Designer veröffentlicht. Die Broschüre vermittelt Gründungsinteressierten das nötige Handwerkszeug, um ein auf ihre Stakeholder abgestimmtes, nachhaltiges Nutzenversprechen (Sustainable Value Proposition) zu formulieren.

Ganzheitliche Perspektive auf Wertschöpfung

Das Besondere daran ist die Integration einer ganzheitlichen Stakeholderperspektive. Diese geht über den bloßen Blick auf die Kundinnen und Kunden hinaus. Sie umfasst eine Nachhaltigkeitsperspektive, die kontinuierlich die Wertschöpfung hinterfragt. Ziel ist es, einen optimal abgestimmten Fit zwischen den Bedürfnissen der Stakeholder und dem Produkt-Service-Angebot der Startups zu gestalten und in Form eines Statements zusammenzufassen.

Was bringt mir der Sustainable Value Proposition Designer?

  1. Team: Eine Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsaspekten im Zusammenhang mit dem Nutzenversprechen unterstützt Gründungsteams dabei, alle anderen Bereiche des Geschäftsmodells kontinuierlich zu hinterfragen und somit das eigene Unternehmen langfristig resilienter zu gestalten.
  2. Wettbewerb: Ein steigendes Nachhaltigkeitsbewusstsein in der Gesellschaft zeichnet sich über lange Zeit auch im Konsumverhalten ab. Eine nachhaltige Sustainable Value Proposition (SVP) ist ein wichtiges Differenzierungsmerkmal zu Wettbewerbern sowie Schlüssel zu potentiellen neuen Märkten.
  3. Finanzierung: Investitionen in nachhaltige (Jung-)unternehmen sind inzwischen für Kapitalgebende sehr attraktiv, um einen positiven Impact zu erzielen. Eine SVP hilft dabei, ein Signal zu setzen und neue Wege der Finanzierung zu erschließen.
  4. Marke: Von einem SVP profitieren nicht nur Kundinnen und Kunden, sondern auch künftigen Teammitglieder. Ein Unternehmen, das mit seinen Lösungen einen nachhaltigen Wert schaffen möchte, schafft Identifikationspotenzial und zieht so Talente an.

Welche Erkenntnisse gewinne ich mit dem Anwendungsleitfaden?

  1. Ein tiefgehendes Verständnis, welche Stakeholder ein Startup hat und wie einflussreich ihre Ansprüche auf das Unternehmen sind, ist essentiell für eine gute Wettbewerbsfähigkeit.
  2. Die Definition eines nachhaltigen Nutzenversprechens ist ein Prozess ohne finalen Abschluss. Kontinuierliche Reflexion ermöglicht es, sich an die sich weiterentwickelnden Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen.
  3. Eine Integrierung von Nachhaltigkeit in das eigene Nutzenversprechen zeigt Verantwortungsbewusstsein und die unternehmerische Fähigkeit, sich mit den ökologischen und sozialen Herausforderungen auseinanderzusetzen und zu nutzen.
  4. Eine Auseinandersetzung mit einer nachhaltigen Unternehmensführung heißt die eigene Unternehmung im Kontext und in einem Gesamtgefüge zu betrachten – als eine Form von Ökosystem mit Wechselwirkungen und Abhängigkeiten, die viele Synergien birgt.
  5. Das Tool sollte mehrmals für verschiedene Stakeholder durchgeführt werden. Das ermöglicht die Betrachtung aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So entwickelt sich ein stabiles Bild, welche Erwartungen an die eigene Lösung oder das Unternehmen gestellt werden.

Integration von Klimaschutz in innovative Unternehmen

Das Tool ist ein Ergebnis aus dem Vorhaben Sustainability4All, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert wird. Partner des Borderstep Institut sind dabei der Bundesverband Deutsche Startups und die Universität Oldenburg. Das Projekt unterstützt in Zusammenarbeit mit zentralen Akteuren des deutschen Gründungsökosystems eine frühzeitige und dauerhafte Integration von Klimaschutz und weiteren Nachhaltigkeitsbelangen in neu gegründete, innovative Unternehmen und ermöglicht diese durch praxisnahe Lösungsansätze und Tools.

Der Anwendungsleitfaden für den Sustainable Value Proposition Designer kann kostenfrei heruntergeladen werden.

Als Materialien stehen neben dem Leitfaden zwei Powerpoint-Vorlagen, eine ausführliche Version zur Vorbereitung sowie eine schlankere Version zur Präsentation, eine Handout-Datei mit weiteren Analysen für die Teilnehmenden, ein Regieplan für einen beispielhaften Ablauf sowie eine Back-up-Datei des Online-Workshops auf Miro (nutzbar, sofern Miro Premium vorhanden) zur Verfügung. Sie stehen auf dem Portal StartGreen kostenfrei zur Verfügung.

Wirkungsmessung von Gründungsförderprogrammen

Gründungsförderprogramme spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Start-ups mit nachhaltigen innovativen Geschäftsmodellen. Doch wie kann die ganzheitliche Wirkung dieser Förderformate erfasst, bewertet und verbessert werden? Damit befasst sich dieser Expertenworkshop.

Das Borderstep Institut entwickelte im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Vorhabens IMPACT nachhaltigkeitsorientierter Gründungsförderung ein Wirkungsmodells und einen Wirkungsmanagement-Ansatz für Gründungsförderprogramme.

Expertenworkshop für Gründungsförderformate

Auf dieser Basis will der Expertenworkshop diskutieren, wie die Herausforderungen der Erfassung und Bewertung mittel- und langfristiger Outcomes sowie der ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Impacts gelöst werden können.

Der Online-Workshop richtet sich an Akteure aus Inkubatoren, Akzeleratoren, Gründerzentren, der Hochschulgründungsförderung, Finanzierungsprogrammen sowie der Evaluations- und Begleitforschung.

Informationen zum Programm und zu den Anmeldemodalitäten finden Sie hier.

  • © Rolf Schulten

Wie werden Rechenzentren klimaneutral?

Wie können wir sicherstellen, dass Rechenzentren bis 2030 klimaneutral, hochenergieeffizient und nachhaltig werden?

Auf der CONNECT University Summer School 2021 der Europäischen Kommission teilte der Borderstep-Researcher Simon Hinterholzer Einblicke in den Status Quo des Energieverbrauchs von Rechenzentren in Europa und diskutierte gemeinsam mit Pearse O’Donohue, Director Future Networks, DG Connect, European Best Practices und Zukunftsperspektiven Commission, Yann Lechelle, CEO bei Scaleway, und Emma Fryer, Associate Director bei techUK.

Sie haben die Session verpasst? Hier können Sie die Veranstaltung im Video nachschauen.

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Atlas der Energiewelt veröffentlicht

Borderstep Geschäftsführer Dr. Severin Beucker hat im Rahmen des Projektes WindNODE einen Aufsatz zu einem Buch beigetragen, das die Energiewelt einem breiten Publikum verständlich machen möchte. Das Buch Strom, Netz, Fluss – ein Atlas unserer Stromwelt und ihres Wandels wurde WindNODE, dem Fachgebiet Energiesysteme der TU Berlin und Ellery Studio herausgegeben.

Illustriertes Energiewende-Lehrbuch

Das Werk verbindet energiewirtschaftliche Expertise mit der infographisch-ästhetischen Kompetenz von Ellery Studio. Das Ergebnis ist ein illustriertes Energiewende-Lehrbuch, das ein aufgeschlossenes und interessiertes Laienpublikum erreicht. Gleichzeitig ist es auch als Einstiegslektüre für Studierende oder Young Professionals der Energiewirtschaft hilfreich.

Die digitale Buchpremiere kann hier nachgeschaut werden:

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  • © Rolf Schulten

Digitale Märkte mitgestalten

Digitale Märkte mitgestalten, IT-Betrieb zukunftsfähig machen: Unter diesem Motto lädt der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. am 8. und 9. Juni zum Data Center Expert Summit 2021 ein. Hier kommen BetreiberInnen, PlanerInnen und KundInnen von Rechenzentren und Serverräumen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen sowie neue Strategien für den zukünftigen Betrieb von Rechenzentren auszutauschen.

Wie sieht der IT-Betrieb von morgen aus?

Borderstep Researcher Simon Hinterholzer diskutiert am 8. Juni um 14.30 in einer Technologie-Session neuartige Lösungsansätze für den grünen und nachhaltigen IT-Betrieb der Zukunft. Die Themenfelder konzentrieren sich sowohl auf energieeffiziente Kühlung von Serverräumen, Konzepte zur Kühlung auf Prozessor- und Platinen-Ebene als auch auf Potenziale der Wärmerückgewinnung.

Teil der Diskussion sind:
✔️ Sascha Oehl, Huawei Deutschland
✔️ Gunnar Schomaker, SICP – Software Innovation Campus Paderborn
✔️ Jens Struckmeier, Cloud&Heat Technologies GmbH
✔️ Roland Broch, eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.

Rabatt mit Borderstep-Code

Hier gibt es Tickets. Code für 20% Rabatt: DCES-Speaker-2021

  • © Rolf Schulten

Mission Zero: Borderstep beim DUP Magazin

Die deutsche Wirtschaft soll bis 2045 Klimaneutralität erlangen. Doch was bedeutet „Mission Zero“ konkret für Unternehmen?

Darüber sprach Borderstep Senior Researcher Dr. Ralph Hintemann mit Dr. Katharina Reuter Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) und Lara Obst THE CLIMATE CHOICE im DUP UNTERNEHMER Digital Business Talk.

Unternehmen müssen sich dem Klimawandel stellen, benötigen dafür aber vernünftige Rahmenbedingungen und Strategiepläne von der Politik – da sind sich die Experten einig.

Die Diskussion steht jetzt als Videoaufzeichnung kostenfrei zur Verfügung.

  • © Rolf Schulten

Digitale Transformation & Ressourcenwende

Wie geht es weiter nach dem Ende der Pandemie? Das OECD Berlin Centre und die Bertelsmann Stiftung veranstalten eine Diskussionsreihe Digitale Transformation & Ressourcenwende. Die Auftaktrunde diskutiert das Thema Green Tech.

Green Tech als Motor für neue Gründerjahre und einen nachhaltigen Aufschwung nach der Pandemie?

Montag, 7. Juni 2021, 11:00 – 12:00 Uhr | Digital per ZOOM

Impulsvortrag: Prof. Dr. Klaus Fichter, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit

Im Anschluss Diskussion mit:

Linda Grieder, RethinkResource, Zürich
Lora Pissareva, OECD
Stefan Profit, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Bernhard Puttinger, Green Tech Cluster Styria GmbH, Graz

Moderation: Nicola Brandt, OECD

Grüne Start-ups als Triebkraft der gesellschaftlichen Transformation?

Das Gründungsgeschehen hat sich in den Jahren vor der Pandemie in Deutschland deutlich verlangsamt. Droht ein weiterer Einbruch nach der Pandemie oder bieten sich auch Chancen für neue Geschäftsmodelle? Auf Basis des Green Startup Monitors, den der Bundesverband Deutsche Startups alljährlich zusammen mit dem Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit erstellt, diskutieren Green-Tech-Unternehmerinnen aus dem DACH-Raum: Welche Chancen bieten Gründungen auf Basis umweltfreundlicher Produkte und Innovationen? Können sie zur Triebkraft eines gesamtwirtschaftlichen Wandels werden? Und wie kann die Politik die Bedingungen dafür verbessern?

Bitte melden Sie sich über das Anmeldeformular für diese Veranstaltung an.

Borderstep mit Fachforum bei der Woche der Umwelt

Die Idee der Nachhaltigkeit hat Eingang in die Mitte der Gesellschaft gefunden. Bei der Auswahl von Produkten und Dienstleistungen achten Verbraucher und Verbraucherinnen zunehmend auf soziale und ökologische Kriterien. Vor allem grüne Start-ups mit ihren nachhaltigkeitsorientierten Geschäftsmodellen präsentieren sich hier in vielen Marktsektoren bereits als Vorreiter von innovativen Lösungen.

Jedes dritte Start-up in Deutschland ist grün

Das bestätigt der vom Borderstep Institut und Bundesverband Deutsche Startups erstellte Green Startup Monitor 2021: Deutsche Startups werden zunehmend grüner und wirkungsorientierter. Mittlerweile leistet fast jedes dritte Start-up mit seinen innovativen Produkten und Dienstleistungen einen Beitrag zu den ökologischen Zielen einer Green Economy.

Welche Vorteile ergeben sich daraus für Verbraucher und Verbraucherinnen von grünen Start-ups und deren Unterstützung? Das diskutiert das Fachforum „Grüne Start-ups auf dem Vormarsch: Was haben Verbraucher davon?“ am 11. Juni auf der Woche der Umwelt 2021. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) laden unter dem Motto „So geht Zukunft!“ zu einer digitalen Ausgabe des Formats ein.

Woche der Umwelt 2021: „So geht Zukunft!“

Mit dabei: Start-ups, die ihre innovativen Produkte und Leistungen im Green Start-up Pitch präsentieren, sowie Fördernde, die Einblick in die Praxis der Förder- und Unterstützungsangebote für grüne Start-ups geben.

Die Session ist Teil der Borderstep-Dialogreihe „Grüne Gründungen stärken!“. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Format beschäftigt sich mit der Rolle grüner Start-ups für eine nachhaltige Wirtschaft. Welche Hürden müssen Gründerinnen und Gründer überwinden? Wie lassen sich nachhaltige Gründungen zielgruppengerecht fördern?

Borderstep unterstützt „Hannover erneuerbar“

Raus aus der Kohle: Die Stadt Hannover will die Energiewende vorantreiben und bis 2035 möglichst klimaneutral sein. Dem Kohlekraftwerk Stöcken kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Deshalb soll es so schnell wie möglich vom Netz gehen − dieses Ziel strebt auch Betreiber enercity an. In der aktuellen Diskussion über die Abschaltung des Kraftwerks liegt nun ein Vorschlag für eine Vereinbarung auf dem Tisch, der den Ratsgremien und den Mitgliedern des Bürger*innenbegehrens „hannover erneuerbar“ zur Beratung vorgelegt wird. Das teilte Oberbürgermeister Belit Onay am 20. Mai im Rahmen einer Pressekonferenz mit.

Borderstep unterstützt „Hannover erneuerbar“ mit wissenschaftlicher Expertise

Den wissenschaftlichen Input zu dieser Vereinbarung lieferte Borderstep-Mitgründer Dr. Jens Clausen in Zusammenarbeit mit ScientistsForFuture.

Nach diesem Vorschlag erklärt sich Energiedienstleister enercity bereit, nachprüfbar so früh wie möglich das Kohlekraftwerk stillzulegen – angestrebt wird das Jahr 2026. Ein weiterer Kernpunkt des Vorschlags ist, dass die Stadt und enercity für die Jahre 2021 bis 2023 den Menschen in Hannover insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um CO2-mindernde Maßnahmen zu finanzieren. Dazu zählen eine Initiative zum Ölheizungstausch, eine Anschlusspflicht für bisher fossile Heizanlagen ans Fernwärmenetz (bei Neubauten oder Anlagentausch bei Bestandsbauten), eine Heizungseffizienz-Offensive sowie der Plan, den ersten Block im Kohlekraftwerk nach Möglichkeit ein Jahr früher als geplant, also 2024, stillzulegen.

Mit diesem Bündel an  Maßnahmen soll es gelingen, bis 2035 rund 800.000 Tonnen Kohlendioxid einzusparen. Dies entspricht mehr als der Hälfte des CO2-Ausstoßes für das Kohlekraftwerk in seiner bisher geplanten Laufzeit bis 2030. Die Vereinbarung sieht ferner vor, dass der Oberbürgermeister einen Beirat mit Teilnehmer*innen vom Bürger*innenbegehren, der Stadtverwaltung und von enercity einberuft, um für alle Beteiligte Transparenz über die Umsetzung vereinbarter Maßnahmen herzustellen.

„Intensive und konstruktive Beratungen“

Für die Landeshauptstadt haben neben dem Oberbürgermeister die Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette sowie Finanzdezernent Dr. Axel von der Ohe den Einigungsvorschlag mit der enercity AG sowie mit Vertreter*innen des Bürger*innenbegehrens „hannover erneuerbar“ verhandelt. „Die Beratungen waren intensiv und sehr konstruktiv“, wie Belit Onay betont. „Alle Beteiligten einte das gemeinsame Ziel, den Kohleausstieg so schnell wie möglich zu vollziehen, um einen wirksamen Beitrag für mehr Klimaschutz zu leisten. Dieser Kompromissvorschlag verbindet das Notwendige mit dem Machbaren. Die Landeshauptstadt macht vor, wie der Kohleausstieg und eine klimafreundliche Wärmeversorgung auf kommunaler Ebene gelingen können. Wir schlagen vor, dafür die erforderliche Anschubfinanzierung zu leisten. Ich setze darauf, dass dieser Kompromiss tragfähig ist.“

„Von dem Bündel an Maßnahmen profitieren unsere Kundinnen und Kunden heute, aber vor allem die Generationen von morgen. Diese tragfähige Lösung war möglich durch offenen und konstruktiven Dialog und genau diesen wünsche ich mir auch mit den Bürgerinnen und Bürgern in Hannover im Rahmen der Genehmigungsprozesse für die 10 bis 14 neuen Anlagen, die in den kommenden Jahren gebaut werden. Für uns ist und bleibt wichtig, die Wärmewende nicht nur für die Menschen, sondern auch mit den Menschen zu gestalten − und zwar nachhaltig, leistbar und zuverlässig“, sagt enercity-Vorsitzende Dr. Susanna Zapreva.

Die vorgelegten Maßnahmen sind auch deshalb für die Bürger*innen der Landeshauptstadt von hoher Bedeutung, weil durch den CO2-Preis die Kosten für Heizöl und Erdgas kontinuierlich steigen werden. Die Orientierung auf Fernwärme und Wärmepumpen als Alternativen fördert damit genau die Wärmeträger, die in Zukunft für die Verbraucher*innen preiswerter sein werden.

„Finanzielle Unterstützung von Bund und Land notwendig“

Wenn alle Beteiligten dem Kompromiss zustimmen, wird er durch einen Beschluss des Rates sowie durch einen Vertrag zwischen enercity und der Landeshauptstadt in einen rechtsverbindlichen Rahmen überführt. Nach dem Ratsbeschluss wird das Bürger*innenbegehren „hannover erneuerbar“ keine weiteren Unterschriften mehr sammeln und bei der Landeshauptstadt einreichen.  Die Initiative hatte sich im Januar 2021 mit der Forderung gegründet, in der Satzung von enercity verbindlich festzulegen, dass das Kohlekraftwerk in Stöcken schon 2026 abzuschalten ist und möglichst bald auch auf Gas zu verzichten.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass ein Einigungsvorschlag erreicht wurde, mit dem der Ausstieg aus der Kohleverbrennung nun blockweise für 2024 und 2026 angestrebt wird und zugleich noch weitere Maßnahmen anderer Bereiche der Wärmewende voranbringen sollen. Es ist großartig, dass dieses Ziel nun mit aller Kraft vorangetrieben werden kann – und zwar gemeinsam. Es wäre ein großer Erfolg  für den Klimaschutz in Hannover, wenn es gelingen würde, eine so breite Basis zu schmieden für diese wichtige Weichenstellung auf dem Weg Richtung Klimaneutralität der Landeshauptstadt in 2035“, sagt Johanna Gefäller von hannover erneuerbar.

„Wie schnell die Landeshauptstadt aus der Kohle aussteigt, hängt auch davon ab, wie aufwändig die Grundstückssuche und die Genehmigungsverfahren für Ersatzanlagen sind und ob es absehbar finanzielle Unterstützung vom Bund oder vom Land für die Umstellung auf alternative Energien gibt“, erklärt Belit Onay. Der Kohleausstieg in Hannover kostet einen dreistelligen Millionenbetrag, allein enercity investiert mehr als 500 Millionen Euro.

Schreiben an Bundeskanzleramt

Erst vor wenigen Tagen hatte Hannovers OB ein Schreiben an das Bundeskanzleramt mit der Forderung gerichtet, der Bund müsse die Kommunen bei der Energiewende stärker unterstützen.

Foto (von links): Gemeinsame Vereinbarung für den Kohleausstieg in Hannover: Jennifer Brown , Johanna Gefäller, Stephan Berlag, Initiative „hannover erneuerbar“, Dr. Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der enercity AG, Jens Clausen, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, Oberbürgermeister Belit Onay.