Kostenvorteile von Elektroautos im Faktencheck
Eine aktuelle Analyse des Borderstep Instituts zeigt: Elektroautos bieten nicht nur ökologische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile.
Elektroautos stehen oft im Zentrum von Klimaschutz- und Technologie-Debatten. Doch jenseits der Umweltargumente lohnt sich ein Blick auf ihre wirtschaftliche Seite – und der fällt immer positiver aus. Eine neue Analyse des Borderstep Instituts beleuchtet, wie sich sinkende Anschaffungspreise, niedrige Betriebskosten und technische Fortschritte zunehmend zu einem handfesten Kostenvorteil für private Haushalte und Unternehmen entwickeln.
Der Bericht zeigt: Wer heute strategisch lädt, Wartungsvorteile nutzt und steuerliche Anreize ausschöpft, fährt nicht nur sauberer, sondern auch günstiger – und das bereits deutlich vor dem politisch angestrebten Verbrenner-Aus.
Kernpunkte der Studie:
- Hohe Energieeffizienz: E-Autos setzen rund 69 % der erzeugten Energie in Vortrieb um – Verbrenner unter 30 %, E-Fuel-Verbrenner nur ca. 13 %. Der Effizienzvorteil beträgt bis zu Faktor 5.
- Deutlich geringere Betriebskosten: Bei 13.700 km Jahresfahrleistung liegen die Energiekosten für E-Autos zwischen 950 € (mit PV-Strom) und 1.250 € (Langstreckenfahrer mit Spartarif). Diesel liegen bei ca. 1.700 €, Benziner bei ca. 2.100 €, E-Fuels bei ca. 3.000 €.
- Weniger Wartung & Pannen: Keine Ölwechsel, kaum Bremsenverschleiß, weniger Verschleißteile – bis zu 40 % geringere Werkstattkosten. ADAC-Pannenstatistik zeigt: E-Autos sind deutlich zuverlässiger als Verbrenner.
- Steuervorteile: 10 Jahre Kfz-Steuerbefreiung, danach meist nur geringe Beträge.
- Dienstwagen-Effekt: E-Firmenwagen können für Beschäftigte netto bis zu 10 % mehr Gehalt bedeuten – dank niedrigerer Versteuerung und geringerer Energiekosten.
- Marktentwicklung: Fallende Batteriepreise, neue günstige Einstiegsmodelle und mehr Gebrauchtwagen stärken die Kostenvorteile. Sonderzölle auf chinesische E-Autos könnten jedoch den Preisvorteil schmälern.
Fazit: Wer beim Laden auf günstige Tarife oder PV-Strom setzt, spart mit einem E-Auto bereits heute spürbar. In Flotten und im Privatgebrauch sind E-Autos auf dem Weg, Verbrenner nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich klar zu überholen.
Die Studie „Clausen, J. (2025). Verbrenner oder Elektro? Ein Vergleich der Vor- und Nachteile. Berlin: Borderstep Institut.“ Steht als Kostenloser Download zur Verfügung.
Borderstep organisiert Hackathon rund um Green Startup Report
Am 26. und 27. August 2025 wird Berlin zum Treffpunkt für eine neue Form der Forschung: Der erste wissenschaftliche Hackathon mit Fokus auf Gründungsaktivitäten, nachhaltige Startups und Finanzierung öffnet nicht nur Datensätze, sondern auch neue Perspektiven auf wissenschaftliche Zusammenarbeit.
Rund 30.000 nicht-anonymisierte Handelsregistereinträge zu grünen und nicht-grünen Start-ups und über 50.000 Investmentdaten, bereitgestellt von startupdetector und erstmals vorgestellt im Green Startup Report 2025, bilden die Basis für das kollaborative Arbeiten. Ziel ist es, in nur zwei Tagen gemeinsam Forschungsfragen zu entwickeln, zu validieren und erste Ergebnisse in Form von etwa 10–15 Extended Abstracts zu erarbeiten. Diese sollen im Anschluss in einem Special Issue der Zeitschrift Der Betriebswirt peer-reviewed veröffentlicht werden.
Praktische Erprobung datengetriebener Forschung
Das neue Format initierten Malte Bau (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) und Dr. Thomas Neumann (Borderstep Institut). Unterstützt von den FGF Arbeitskreisen Social Entrepreneurship & Sustainable Entrepreneurship und ausgerichtet vom Borderstep Institut sind Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, gemeinsam datengetriebene, transdisziplinäre Forschung praktisch zu erproben.
Open Science ist kein Prinzip – es ist Praxis. Und genau die erproben wir mit dem neuen Hackathon-Format gemeinsam. (Dr. Thomas Neumann, Borderstep Senior Researcher)
Was das Format besonders macht? Zum ersten Mal wird ein umfangreicher betriebswirtschaftlicher Datenbestand systematisch für eine Open-Science-orientierte Zusammenarbeit geöffnet. Dabei treffen qualitative und quantitative Ansätze aufeinander. Das Ziel ist nicht nur die gemeinsame Analyse, sondern auch der Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für nachhaltiges Unternehmertum.
In klassischen Forschungssettings arbeitet jede und jeder im eigenen Datenkeller. Der Hackathon kehrt das Prinzip um: Daten werden geteilt, Fragen entstehen gemeinsam, Ergebnisse sind kollektiv getragen. Das verändert nicht nur die Ergebnisse – es verändert die Forschungskultur. (Malte Bau, Doktorand Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)
Was bringt das der Community?
- Neue Forschungsfragen zur nachhaltigen Gründungsförderung
- Konkrete Kooperationen und Veröffentlichungen
- Ein neuer Standard für kollaborative Forschung in der Betriebswirtschaftslehre
- Impulse für die Weiterentwicklung des Green Startup Reports
Wertschöpfung neu denken: Borderstep bei connectLive
Am 25. September 2025 hält Borderstep Senior Researcher Dr. Thomas Neumann eine Keynote bei connectLive:Zirkuläre Geschäftsmodelle. Die von connectSHub organisierte Veranstaltung beleuchtet das Thema Circular Economy, mit einem Schwerpunkt auf der Entwicklung neuer, zirkulärer Geschäftsmodelle.
Nachhaltige Wertschöpfung in der Kreislaufwirtschaft
In seinem Vortrag präsentiert Thomas Neumann aktuelle Forschungsergebnisse des Borderstep Instituts und zeigt Modelle auf, wie Unternehmen nachhaltige Wertschöpfung im Sinne der Kreislaufwirtschaft umsetzen können. Der Wissenschaftler bringt dabei sein tiefes Verständnis aus Theorie und Praxis ein. Er betreut Start-up-Projekte, berät Gründerinnen und Gründer und verbindet in seiner Arbeit wissenschaftliche Erkenntnisse mit anwendungsorientiertem Handeln.
Warum lohnt die Teilnahme?
- Praxisnahe Einblicke: Wie lassen sich zirkuläre Geschäftsmodelle mit betrieblichem Erfolg verbinden?
- Aktuelle Forschungspartnerschaft: Die Keynote präsentiert Ergebnisse aus Studien wie GreenTech Made in Germany vor, in der Borderstep für MHP zukünftige grüne Märkte mit erheblichem Umweltentlastungs- und Marktwachstumspotenzial identifiziert hat.
- Vernetzung & Transfer: Einblicke in Tools und Ansätze, mit denen Unternehmen, Start-ups und Organisationen innovative, nachhaltige Geschäftsmodelle gestalten können.
Thomas Neumanns Keynote bei connectLive bietet fundierte Impulse zur Gestaltung zirkulärer Geschäftsmodelle: ein Muss für alle, die Nachhaltigkeit und Innovation in Einklang bringen wollen.
Borderstep Impact Forum 2025: Rückblick auf die Workshops
Das Borderstep Impact Forum ist ein zentrales Veranstaltungsformat, mit dem das Borderstep Institut gesellschaftliche Debatten rund um seine Forschungsthemen anstoßen will. 2025 stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des 20-jährigen Institutsjubiläums.
In acht Workshops diskutierten Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft über aktuelle Herausforderungen und zukunftsweisende Ansätze für eine nachhaltige Transformation.
Workshop 1: Künstliche Intelligenz – Game Changer für ökologische Nachhaltigkeit
Zum Auftakt des Forums stand eine zentrale Zukunftsfrage im Fokus: Welche Rolle kann Künstliche Intelligenz für eine nachhaltige Transformation spielen – und wie gestalten wir sie verantwortungsvoll? Workshop 1 wurde vom Borderstep Institut in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gestaltet. Chairs waren Dr. Ralph Hintemann (Borderstep Institut) & Melanie Stolzenberg-Lindner (BMUKN).
Großes Potenzial, großer Gestaltungsauftrag:
Deutschland und Europa verfügen über exzellentes Know-how, um Künstliche Intelligenz nachhaltig zu entwickeln und einzusetzen. Die Verbindung von technologischer Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung ist keine Randfrage, sondern wird eines der zentralen Themen der kommenden Jahrzehnte.
KI made in Germany – nachhaltig gedacht:
„KI aus Deutschland wird nachhaltig sein oder sie wird keine Zukunft haben.“ Dieser Tenor zog sich durch die Diskussion. Der verantwortungsvolle Einsatz von KI kann ökologische Wirkung entfalten, Ressourcen schonen und neue Lösungen für die großen Nachhaltigkeitsherausforderungen ermöglichen.
Fazit:
Künstliche Intelligenz ist mehr als Technologie. Sie ist ein strategisches Instrument für Nachhaltigkeit. Jetzt ist der Zeitpunkt, um Rahmenbedingungen und Innovation so zu gestalten, dass KI made in Europe zum globalen Vorbild wird.
Workshop 2: Energienetze und Rechenzentren – Synergien nutzen statt Wildwuchs riskieren
Borderstep organisierte Workshop 2 in Kooperation mit Net Zero Innovation Hub for Data Centers. Fachleute diskutierten, wie sich Rechenzentren strategisch in das Energiesystem der Zukunft integrieren lassen. Als Chairs tätig wurden Borderstep Mitgründer Dr. Severin Beucker und Researcher Simon Hinterholzer (beide Borderstep Institut).
Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven:
Dr. Alberto Ravagni (NZIH), Markus Graebig (50Hertz Transmission), Dr. Janic Horne (Enertrag), Günter Eggers (NTT) und Dr. Béla Waldhauser (Telehouse) zeigten auf, wie Energie- und IKT-Infrastrukturen besser zusammengedacht werden können.
Netzplanung trifft Standortwahl:
Rechenzentren entstehen häufig unabhängig von der Stromnetzplanung. Eine koordinierte Ansiedlungsstrategie eröffnet hingegen neue Synergien – etwa eine vollständig regenerative und wettbewerbsfähige Energieversorgung.
Doppelnutzung statt Doppelinvestitionen:
Großspeicher und Elektrolyseure könnten im Energiesystem zugleich als Notstromlösungen für Rechenzentren dienen. Das spart Investitionen und fördert die Systemintegration.
Fazit:
Die Energiewende erfordert kluge Infrastrukturen und strategische Allianzen zwischen Netzbetreibern, Rechenzentren und Energieversorgern. Der Workshop machte deutlich: Synergien entstehen durch vorausschauende Planung und sektorübergreifende Zusammenarbeit.
Workshop 3: Start-up-Förderung am Wendepunkt – Neue Allianzen, neue Ansätze
Wie kann Gründungsförderung in Zeiten von Klimakrise, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel wirksamer gestaltet werden? Dieser Frage widmete sich Workshop 3 mit klaren Impulsen.
Workshop-Partner waren das Borderstep Institut, das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, der High-Tech Gründerfonds und RKW Kompetenzzentrum. Als Chairs wirkten Borderstep Direktor Prof. Dr. Klaus Fichter und Borderstep Senior Researcher Dr. Thomas Neumann.
Mission statt Gießkanne:
Strategisch ausgerichtete Förderung – etwa entlang gesellschaftlicher Herausforderungen und politisch priorisierter „Missionen“ wie Klimaschutz oder Digitalisierung – kann Gründungsökosysteme gezielter stärken und wird eine größere Wirkung entfalten als klassische Technology-Push-Ansätze oder „Wir fördern alles, Hauptsache marktfähig“-Strategien .
Tempo statt Bürokratie:
Förderprogramme stehen häufig im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Umsetzbarkeit. Weniger Bürokratie schafft mehr Raum für Innovation. Eine neue Risikokultur ist dafür in Verwaltung und Politik erforderlich.
Wirkung sichtbar machen:
Lernfähige Förderung braucht klare, wirkungsorientierte Indikatoren und neue Monitoringansätze zur Erfassung und Evalution von mittel- und langfristigen Impacts.
Versuch und Irrtum als Teil der Strategie:
Förderlogiken müssen unternehmerisches Risiko und auch das Scheitern als Teil des Innovationsprozesses akzeptieren. Eine offene und fehlertolerante Verwaltungskultur wird zum Erfolgsfaktor.
Fazit:
Die Start-up-Förderung braucht neue Spielräume und klare Missionen – für Mut, Schnelligkeit und strategische Orientierung.
Workshop 4: Impact statt Illusion – Wie messen wir Wirkung wirklich?
Wie können Start-ups ihre gesellschaftliche Wirkung erfassen, ohne sich in Komplexität zu verlieren? Workshop 4 widmete sich den Potenzialen und Grenzen der Impact-Messung.
Borderstep kooperierte für diesen Workshop mit ImpactNexus und Climate-KIC. Chair war Borderstep Researcher Tim Grothey.
Balance finden:
Impact-Messung muss aussagekräftig und zugleich praktikabel sein – gerade für junge Unternehmen.
Mehr als nur ein Reporting-Tool:
Gut aufbereitete Impact-Daten können Geschäftsmodelle stärken, Vertrauen bei Investorinnen und Investoren schaffen und Entscheidungsprozesse verbessern. Sie wirken oft wie ein Erkenntnisschub.
KI als Gamechanger:
Generative KI kann helfen, Geschäftsmodelle individuell zu analysieren und mit Benchmarks zu vergleichen. Doch es braucht valide Methoden, intelligentes Prompt-Design und menschliche Kontrolle („human in the loop“)
Wirkung und Wirtschaftlichkeit:
Die Monetarisierung von Impact kann ihn stärker in Investitionsentscheidungen einfließen lassen – birgt jedoch auch methodische und ethische Risiken.
Fazit:
Impact-Messung ist ein zentraler Baustein für bessere Entscheidungen, tragfähige Geschäftsmodelle und wirkungsorientierte Investitionen, die auf die großen Zukunftsherausforderungen einzahlen
Workshop 5: Hotspot Rechenzentren – Nachhaltigkeit braucht Strategie und Tempo
Rechenzentren sind unverzichtbar für die Digitalisierung – und zugleich ein wachsender Hebel für mehr Nachhaltigkeit. Workshop 5 ermöglichte einen intensiven Austausch, gemeinsam organisiert von Borderstep und Digitales Hessen. Researcher Simon Hinterholzer (Borderstep Institut) und Heike Koch (Hessen Trade & Invest) agierten als Chairs.
Große Dynamik, große Unsicherheit:
Trotz vieler Initiativen bestehen Unsicherheiten, wie Rechenzentren nachhaltig gestaltet werden können. Neben dem Energieverbrauch gewinnen auch andere Aspekte an Bedeutung – etwa Flächennutzung, Kühlung oder Lieferketten.
Langfristige Perspektive notwendig:
Eine bundesweite Strategie für die Ansiedlung von Rechenzentren könnte helfen, Planungssicherheit zu schaffen. Hessen hat hier erste Ansätze geliefert.
Tempo trifft Komplexität:
Nachhaltigkeit erfordert zügiges Handeln. Gleichzeitig sind viele Akteure beteiligt – das erschwert die Umsetzung. Umso wichtiger sind Dialog, Austausch und der Blick über Landes- und Ländergrenzen hinweg.
Fazit:
Nachhaltige Rechenzentren brauchen eine gemeinsame Vision, klare Verantwortung und den Willen, voneinander zu lernen.
Workshop 6: Wärmewende für Berlin – Viele Hürden, viel Potenzial
Die Wärmeversorgung Berlins ist noch immer stark fossil geprägt. Workshop 6 des Borderstep Impact Forums beleuchtete Herausforderungen und Lösungswege für eine klimaneutrale Zukunft. Borderstep organisierte den Workshop gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), als Chair fungierte Borderstep Mitgründer Dr. Jens Clausen.
Aktueller Stand:
Julika Weiß (IÖW) zeigte, dass nur 1 Prozent der Wärme in Berlin aus erneuerbaren Quellen stammt. Auch die Fernwärme ist zu 84 Prozent fossil.
Herausforderungen auf vielen Ebenen:
Georg Friedrichs (Vorstandsvorsitzender der GASAG AG) betonte die fehlenden Wärmenetze, die überlasteten Strominfrastrukturen sowie den Einfluss von Denkmalschutz und Eigentümerstrukturen.
Ein Blick nach Hannover:
Dr. Jens Clausen (Borderstep) stellte das Beispiel Hannover vor: Dort wird der Kohleanteil ab 2027 durch einen grünen Wärmemix ersetzt, das Fernwärmenetz stark ausgebaut.
Berlin braucht Investitionen:
Friedrichs sieht in Berlin Bedarf für rund 45 neue Quartierswärmenetze – mit einem Investitionsvolumen von etwa 10 Milliarden Euro.
Fazit:
Die Wärmewende ist machbar – mit technischer Expertise, politischem Willen und klugen Investitionen.
Workshop 7: Impact Monitoring – Wirkung systematisch verstehen und nutzen
Wie kann Wirkungsmonitoring gestaltet werden, das Start-ups nicht belastet, sondern unterstützt? Workshop 7 stellte zukunftsweisende Ansätze vor. Kooperationspartner des Borderstep Instituts für diesen Workshop waren das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der Förderkreis Gründungs-Forschung e.V. (FGF) und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Als Chairs engagierten sich Dr. Thomas Neumann, Senior Researcher am Borderstep Institut und Prof. Dr. Yasmin Olteanu von der Berliner Hochschule für Technik (BHT).
Impact als Entscheidungskriterium:
Scoreboards, Indikatoren und KI-gestützte Analysen machen Förderentscheidungen transparenter und nachvollziehbarer.
Evaluation ohne Mehraufwand:
Ein schlankes Monitoring kann vorhandene Datenquellen nutzen und so den Aufwand für Unternehmen reduzieren.
Vom Einzelprojekt zur Systemwirkung:
Impact-Erfassung sollte nicht bei einzelnen Start-ups enden. Auch sektorübergreifende und langfristige systemische Wirkungen müssen berücksichtigt werden.
Strukturelle Verankerung:
Ziel ist ein integriertes Monitoring auf Programm- und Clusterebene – auch mit Blick auf unerwünschte Nebenwirkungen.
Fazit:
Monitoring muss Wirkung sichtbar machen – über einzelne Projekte hinaus und mit Blick auf das große Ganze.
Workshop 8: Nachhaltige und regenerative Geschäftsmodelle – Wie gelingt die Transformation?
Wie können Unternehmen ihre Geschäftsmodelle nicht nur nachhaltig, sondern regenerativ gestalten? Dieser Frage widmete sich Workshop 8, gestaltet von ESCP Business School – STAR Centre und Borderstep im Rahmen ihrer neuen Partnerschaft. Weitere Workshop-Partner waren die Bertelsmann Stiftung und die Initiative Regenerative Marktwirtschaft e.V. (IRM). Als Chairs wirkten Prof. Dr. Florian Lüdeke-Freund (ESCP) sowie Borderstep-Direktor Prof. Dr. Klaus Fichter und Senior Researcher Dr. Tobias Froese (Borderstep Institut).
Impulse aus Forschung und Praxis:
Gabriele Maurer (Director Sustainability & EHS, Jungheinrich AG), Fritz Putzhammer (Bertelsmann Stiftung), Sebastian Fittko (1. Vorstand, Initiative Regenerative Marktwirtschaft) und Dr. Sebastian Feuß (Co-Company Lead, Wildling Shoes) diskutierten mit rund 30 Teilnehmenden, wie unternehmerische Transformation gelingen kann. Zwei reale Unternehmensbeispiele lieferten wertvolle Einblicke.
Fünf zentrale Erkenntnisse:
- Geschäftsmodelle müssen sich kontinuierlich weiterentwickeln.
- Der Nutzen nachhaltiger Transformation muss u.a. für Kunden klar erkennbar sein.
- Kein Unternehmen kann alles leisten – es braucht enge Kooperationen.
- Mutige Entscheidungen sind notwendig.
- Werteorientierte Führung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Fazit:
Die Transformation zu regenerativen Geschäftsmodellen ist nötig und möglich – wenn Unternehmen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und auf Change Maker setzen.
Borderstep fordert: Gründungspolitik mit Mission
Mit der neuen EU Start-up- und Scale-up-Strategie legt die Europäische Kommission einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Förderung von Unternehmensgründungen in Europa vor. Das Borderstep Institut begrüßt diese Initiative ausdrücklich, sieht jedoch bei der strategischen Ausrichtung deutlichen Nachbesserungsbedarf.
Drei zentrale Schwächen identifiziert Borderstep in seiner aktuellen Stellungnahme:
-
Fehlende Verknüpfung mit EU-Nachhaltigkeitszielen:
Die Strategie steht inhaltlich kaum im Bezug zu bestehenden Rahmenwerken wie dem European Green Deal oder dem „Fit for 55“-Paket. Nachhaltigkeit wird weder als übergreifendes Ziel verankert noch in konkrete Fördermaßnahmen übersetzt. -
Keine missionsorientierte Ausrichtung:
Im Gegensatz zu anderen EU-Programmen verzichtet die Strategie auf eine klare Orientierung an gesellschaftlichen Zukunftsmissionen – wie etwa Klimaneutralität oder Kreislaufwirtschaft. Damit fehlt ein wichtiges Instrument zur strategischen Wirkungsmessung und politischen Steuerung. -
Unzureichende Förderung von Gründungsökosystemen:
Die Maßnahmen folgen einer klassischen Logik entlang der Lebensphasen junger Unternehmen. Was fehlt, ist eine ganzheitliche, vernetzte Ökosystemstrategie, die bestehende Strukturen einbindet und gezielt stärkt.
EU Start-up- und Scale-up Strategie: Guter Impuls, aber ohne klare Richtung für Nachhaltigkeit
Die neue EU-Start-up-Strategie ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung des europäischen Innovationsraums. Doch ihr Potenzial für Nachhaltigkeit bleibt ungenutzt.
Das Borderstep Institut fordert: Die Strategie muss klar an den Transformationszielen der EU ausgerichtet, ökosystemisch gedacht und wirkungsorientiert umgesetzt werden. Nur so kann sie zu einer treibenden Kraft für die Green Economy werden.
Nachhaltige Start-ups sind kein Randphänomen. Sie gehören ins Zentrum europäischer Innovationspolitik.
Hier geht es zum vollständigen Positionspapier.
Interview: Wissenschaft mit Haltung
Wissenschaft mit Haltung: Was motiviert Menschen, sich der Nachhaltigkeitsforschung zu verschreiben? Wie gelingt der Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Tiefe und praktischer Wirkung? In unserem Interview geben Dr. Tobias Froese und Julia Frantsits Einblicke in ihre persönlichen Wege, Forschungsansätze und die Ziele, die sie bei Borderstep verfolgen. Beide verstärken seit Januar 2025 das Borderstep Team.
Tobias, was hat dich bewegt, zum Borderstep Institut zu wechseln?
Dr. Tobias Froese: Was mich an Borderstep besonders gereizt hat, ist die einzigartige Kombination aus inhaltlicher Relevanz, wissenschaftlicher Exzellenz und praxisnaher Forschung. Seit zwei Jahrzehnten gilt das Institut als Vorreiter an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Innovation und Entrepreneurship – insbesondere in Themenfeldern wie Smart Energy, nachhaltigem Unternehmertum und Impactmessung. Gleichzeitig beweist Borderstep immer wieder den Mut, neue Forschungsfelder zu erschließen. Ich freue mich sehr darauf, neue Themen wie bürgergetragene Suffizienz-Innovationen oder Biodiversity-Entrepreneurship aktiv mitzugestalten. Borderstep ist genau in dem Bereich Vorreiter, in dem ich noch viel lernen und gleichzeitig etwas beitragen möchte.
Kennengelernt habe ich das Institut bereits im Rahmen eines gemeinsamen Projekts zu Geschäftsmodellen in der Gebäudeautomation während meiner Zeit als Postdoc an der ESCP Berlin. Schon damals habe ich das Team als offen, hilfsbereit und zugleich äußerst professionell erlebt – umso mehr habe ich mich über den Wechsel zu Borderstep gefreut.
Nicht zuletzt bietet mir die außeruniversitäre Struktur von Borderstep die Möglichkeit, langfristig an Forschungsthemen zu arbeiten, statt, wie es das Wissenschaftszeitvertragsgesetz an Hochschulen vorsieht, alle paar Jahre neu planen zu müssen. Für mich, der Forschung als Langstreckenlauf versteht, ist das ein echter Glücksfall.
Julia, gab es einen Moment, in dem dir klar wurde: Ich will in der Nachhaltigkeitsforschung arbeiten?
Julia Frantsits: Schon während meines Bachelors hat sich das Interesse angedeutet – vor allem durch meine Abschlussarbeit, die mir viel Freude gemacht hat. Die Zusammenarbeit mit Florian Lüdeke-Freund und Tobias Froese hat das noch weiter gestärkt. Wirklich ausschlaggebend war dann meine Masterarbeit: Das Gefühl, an Themen mit gesellschaftlicher Relevanz zu arbeiten und direkt am Puls der Zeit mitzuwirken, hat mich sehr motiviert. Die praktische Umsetzung und die Erfahrungen im Forschungsprozess haben mir gezeigt, wie gut mir diese Art der Arbeit liegt. Ich bin generell ein sehr wissbegieriger Mensch – das passt gut zur Forschung.
Tobias, wie sah dein bisheriger beruflicher Weg aus und was hat dich besonders geprägt?
Dr. Tobias Froese: Mein Weg ist geprägt durch die Verbindung von Wissenschaft und Praxis – und genau das spiegelt sich auch in meinem Forschungsschwerpunkt wider: nachhaltige Geschäftsmodelle. Nach meinem Bachelor in Design- und Projektmanagement an der FH Südwestfalen folgte ein Master in International Business & Sustainability in Hamburg. Danach hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. An der ESCP Business School habe ich 2024 meine Promotion mit summa cum laude abgeschlossen. In meiner Dissertation habe ich untersucht, wie Unternehmen mit nachhaltigen oder sogar wachstumskritischen Geschäftsmodellen echten Wert schaffen können.
Ein besonderes Highlight war die Mitorganisation der internationalen New Business Models-Konferenz 2019. Seither kuratiere ich dort jährlich mit Prof. Lüdeke-Freund einen Track zu Theoriegrundlagen nachhaltiger Geschäftsmodelle.
Seit Anfang 2025 bin ich Senior Researcher im Borderstep-Team und zusätzlich an der Universität Oldenburg im TEN.efzn-Projekt tätig, wo ich Diffusionspfade für Energieinnovationen erforsche.
Meine Praxiserfahrung, u. a. bei Beiersdorf, Henkel, Philips und Humana, in Bereichen wie Produktentwicklung, Nachhaltigkeit und Compliance, hilft mir heute, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und anwendbar zu machen. Besonders prägend war auch mein Freiwilliges Soziales Jahr in Irland. Es hat mein Verständnis für soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und ökologische Verantwortung nachhaltig geschärft.
Julia, wie war dein erster Eindruck bei Borderstep?
Julia Frantsits: Meine ersten Eindrücke sammelte ich eigentlich schon im Vorfeld. Noch vor dem Start gab es ein Kennenlerninterview, einen fachlichen Austausch – und die Einladung zur Weihnachtsfeier. Das war besonders schön, weil ich das Team vorab erleben konnte. Schon damals hatte ich das Gefühl: Das ist ein toller Kreis mit Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben.
Bei Borderstep wird sehr bewusst rekrutiert – jede Person bringt etwas Einzigartiges mit. Die ersten Tage waren natürlich aufregend. Viele neue Eindrücke, viel Vorfreude auf die Projektarbeit und das gute Gefühl, hier genau richtig zu sein. Es fühlt sich wirklich wie ein kleines, wertschätzendes Team an. Fast wie eine Familie.
Tobias, woran arbeitest du aktuell und was reizt dich besonders an diesen Projekten?
Dr. Tobias Froese: Aktuell forsche ich bei Borderstep zu zwei zentralen Themen. Einmal arbeite ich an einem Projekt zu Energy Sharing in urbanen Quartieren. Besonders reizvoll ist für mich die ganzheitliche Perspektive: Wir untersuchen im interdisziplinären Team, wie gemeinschaftlich erzeugter Solarstrom technisch, wirtschaftlich und rechtlich sinnvoll genutzt werden kann. Mit dem BDEW haben wir zudem einen starken Auftraggeber, der unsere Ergebnisse wirksam in politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einbringen kann. Außerdem forsche ich zu Geschäftsmodellen für digitale Gebäudeautomation. Im ersten Projekt lag der Fokus darauf, wie sich Energieeinsparungen mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Akzeptanz der Mieterinnen und Mieter kombinieren lassen. Hier besteht noch viel Forschungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen von Wohnungsunternehmen. Zusätzlich bin ich im Rahmen meiner Tätigkeit an der Universität Oldenburg Teil des TEN.efzn-Projekts. In einem Netzwerk mit über 180 Forschenden entwickeln wir praxisnahe Lösungen für ein klimaneutrales, bezahlbares und sicheres Energiesystem in Niedersachsen.
Was sind aus deiner Sicht aktuell die spannendsten Herausforderungen in deinem Forschungsfeld?
Dr. Tobias Froese: Die spannendsten Fragen sehe ich an den Schnittstellen zwischen Technik, Recht, Gesellschaft und Wirtschaft. Zum Beispiel: Wie schaffen wir es, immer mehr erneuerbare Energien ins System zu integrieren – und gleichzeitig den Verbrauch zu senken, ohne soziale Gerechtigkeit zu gefährden? Wie lässt sich Energy Sharing rechtssicher und bürokratiearm umsetzen? Wie gelingt eine digitale Transformation, die dem Menschen dient – statt ihn an Technik anzupassen?
Spannend ist auch die Frage nach neuen Governance- und Geschäftsmodellen, die Biodiversität, Teilhabe und Suffizienz fördern – und so gestaltet sind, dass Unternehmerinnen und Unternehmer europaweit Lust bekommen, diese umzusetzen und zu skalieren.
Julia, arbeitest an deiner Promotion. Wie gelingt dir die Verbindung von Borderstep und Forschung?
Julia Frantsits: Das frage ich mich selbst auch immer wieder – und genau das macht es so spannend. Aktuell erlebe ich die Vielfalt der Nachhaltigkeitsforschung als sehr bereichernd. Ich sehe viele Synergien zwischen meiner Promotion und den Borderstep-Projekten. Die unterschiedlichen Perspektiven ergänzen sich gut und ermöglichen einen praxisnahen, gleichzeitig wissenschaftlich fundierten Zugang zu komplexen Themen.
Tobias, wie empfindest du die Zusammenarbeit im Team und die Arbeitskultur bei uns?
Dr. Tobias Froese: Ich erlebe Borderstep als sehr offenes und kollegiales Umfeld. Bei Fragen kann ich jederzeit „anklopfen“, für einen fachlichen Austausch findet sich immer Zeit. Unsere Teamkultur ist geprägt von Vertrauen, Eigeninitiative und Flexibilität. Das weiß ich sehr zu schätzen.
Diese Haltung geht über das Institut hinaus: Beim Impact-Forum zum 20-jährigen Jubiläum des Borderstep Instituts wurde für mich sichtbar, wie langjährig und partnerschaftlich auch die Zusammenarbeit mit externen Akteuren gestaltet ist.
Was bedeutet für dich wissenschaftliche Exzellenz und wie lebst du sie im Alltag?
Dr. Tobias Froese: Wissenschaftliche Exzellenz bedeutet für mich, mutige Fragen zu stellen, neue Denkansätze zu erforschen und dabei methodisch sauber und transparent zu arbeiten. Besonders wichtig ist mir die Offenlegung von Unsicherheiten und Grenzen der Objektivität – denn nur so entsteht Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse. Ich identifiziere mich stark mit dem Anspruch, der sich im Namen „Borderstep“ verbirgt: Forschung, die methodisch präzise ist, aber zugleich interdisziplinär, transformativ und pionierhaft. Wissenschaftliche Exzellenz zeigt sich für mich darin, Grenzen zu überschreiten – thematisch, methodisch und gesellschaftlich. Im Alltag versuche ich, Erkenntnisse nicht nur beruflich, sondern auch privat ernst zu nehmen: durch einen suffizienz-orientierten Lebensstil ohne Flugreisen, mit veganer Ernährung und lokalem Engagement.
Julia und Tobias, was möchtest ihr du bei Borderstep bewegen – kurz- oder langfristig? Was sollen andere aus eurer deiner Forschung mitnehmen?
Julia Frantsits: Ich möchte die Entwicklung von nachhaltigem Unternehmertum aktiv mitgestalten – insbesondere im Bereich Sustainable Entrepreneurship. Dabei ist mir wichtig, dass zentrale Herausforderungen wie Klimaschutz oder Start-up-Transformation stärker ins Bewusstsein aller beteiligten Akteure gerückt werden.
Ein persönliches Anliegen ist es, das Thema Biodiversitätsmanagement, das auch im Fokus meiner Promotion steht, stärker bei Borderstep zu verankern. Biodiversität sollte als essenzieller Bestandteil der Umweltbewertung in Projekten berücksichtigt werden. Ich möchte zeigen, dass auch komplexe Themen verständlich kommuniziert werden können – und dass Forschung Freiraum schafft, sich mit dem zu beschäftigen, was einen wirklich begeistert.
Julia und Tobias, was macht ihr gern außerhalb der Arbeit? Was gibt euch Energie?
Dr. Tobias Froese: Abseits der Forschung tanke ich Energie beim Tischtennistraining, Tanzen und Treffen mit Freunden – da wird der Kopf herrlich frei. Besonders wichtig ist mir auch mein Kleingarten in Eberswalde: ein Rückzugsort, der Ruhe schenkt und Zufriedenheit gibt.
Julia Frantsits: Musik – in jeder Form. Ob hören oder selbst singen, vor allem das Singen gibt mir Kraft und Lebensfreude. Dazu lange Spaziergänge in der Natur und die kontinuierliche Arbeit an meiner persönlichen Entwicklung.
Gibt es ein Buch, einen Film oder ein Erlebnis, das euch besonders inspiriert hat?
Julia Frantsits: Ja, aktuell lese ich „Dein Ego ist dein Feind“, ein Buch, das viele zentrale Lebensfragen auf den Punkt bringt. Besonders inspiriert hat mich das Konzept der Euthymia: den eigenen Weg zu finden und ihm treu zu bleiben, ohne sich zu sehr von außen beeinflussen zu lassen. Oder die Idee: Suche dir immer drei Menschen – jemanden, von dem du lernen kannst, jemanden, den du unterstützen kannst, und jemanden auf Augenhöhe. Das schafft Entwicklung auf mehreren Ebenen. Und eine zentrale Frage des Buches begleitet mich: „Willst du jemand sein, oder etwas tun?“ Also: Handelt man aus echtem Antrieb oder aus dem Wunsch nach Anerkennung? Diese Gedanken haben meine Perspektive auf vieles verändert.
Dr. Tobias Froese: Das Sachbuch „Erzählende Affen“ von Samira El Ouassil und Friedemann Karig hat mich zuletzt tief beeindruckt. Es zeigt, wie sehr Geschichten unsere Wahrnehmung und gesellschaftlichen Wandel prägen. Ich nehme daraus mit, Forschung nicht nur korrekt, sondern auch narrativ kraftvoll zu kommunizieren. Sehr empfehlenswert ist übrigens auch ihr Podcast Piratensender Powerplay.
Gibt es ein Reiseziel, das ihr empfehlen möchtet?
Julia Frantsits: Wien – ganz klar. Ich durfte dort vier Jahre leben, und es waren prägende, wunderschöne und abenteuerreiche Jahre. Ich kehre immer wieder gerne zurück und bin jedes Mal aufs Neue von der Schönheit der Stadt begeistert. Mein Lieblingsort dort ist der Volksgarten – ein ruhiger, inspirierender Platz mitten im Zentrum, an dem ich viele besondere Begegnungen hatte.
Dr. Tobias Froese: Ich kann die Apuanischen Alpen in der nördlichen Toskana wärmstens empfehlen: eine spektakuläre Kombination aus schroffen Kalkgipfeln und Ausblicken auf Meer und Berge. Und das Beste: Ab Juli 2025 fahren wieder mehrere Nachtzüge direkt von Deutschland nach Italien – klimafreundlich und entspannt.
EU-Rechenzentren nachhaltiger gestalten
Nachhaltiger im Rechenzentrum: Das Borderstep Institut lädt im Rahmen einer von der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission beauftragten Studie zu einer Workshop-Reihe ein, die sich mit nachhaltiger Gestaltung von Rechenzentren in der EU befasst. Ziel ist es, die Energieeffizienz in EU-Rechenzentren zu verbessern, den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern und die Machbarkeit eines klimaneutralen Rechenzentrumssektors zu untersuchen.
Die Studie analysiert Daten aus dem Reporting der Energieeffizienzrichtlinie (EED) und führt umfangreiche Befragungen sowie Interviews mit Experten und Betreibern durch. Dabei werden bestehende Berichtsstandards zur Umweltwirkung von Rechenzentren bewertet und Handlungsempfehlungen für die EU-Politik entwickelt.
Im Rahmen der Konsultationsaktivitäten finden mehrere Workshops statt, um Stakeholder aus der Rechenzentrumsbranche einzubinden. Der nächste Workshop ist für den 18. Juni von 9:30 bis 12:30 Uhr geplant und findet online statt. Interessierte können sich über das Anmeldeformular registrieren.
Weitere Informationen zur Workshop-Reihe und zur Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungswebsite.
Klimaschutzverträge für grüne Start-ups?
Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) startet Borderstep eine neue Machbarkeitsstudie. Untersucht wird dabei, wie innovative grüne Start-ups besser unterstützt werden können. Das gilt besonders für die Unternehmen, deren innovative Technologien heute noch nicht wettbewerbsfähig gegenüber fossilen Alternativen sind. Eine mögliche Antwort: Klimaschutzverträge.
Im Fokus: Zukunftstechnologien und Geschäftsmodelle mit Klimaschutzpotenzial
Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference, CCfD) sind ein zentrales Instrument der deutschen und europäischen Klimapolitik, um Investitionen in treibhausgasarme Technologien wirtschaftlich attraktiver zu machen. Bisher richten sich die Verträge allerdings vor allem an große Industrieunternehmen. Borderstep prüft nun im Rahmen der Studie, ob das Modell auch auf Start-ups übertragbar ist – mit dem Ziel, ihre Finanzierungschancen und Marktetablierung deutlich zu verbessern.
Innovationsförderung trifft Klimaschutz
„Grüne Start-ups haben häufig Geschäftsmodelle mit großem Klimaschutzpotenzial, aber gleichzeitig hohe technologische Risiken und lange Entwicklungszeiten“, erklärt Borderstep-Direktor Prof. Dr. Klaus Fichter. „Wir wollen herausfinden, ob Klimaschutzverträge ein wirksamer Hebel sein können, um diesen Unternehmen den Weg in den Markt zu erleichtern – und damit zur Erreichung der Klimaziele beizutragen.“
Das Projekt wird vom Borderstep Institut gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) durchgeführt. Borderstep bringt seine langjährige Expertise in der Gründungsforschung, Finanzierung von grünen Innovationen und Nachhaltigkeitstransformation in die Analyse ein. Ziel ist es, konkrete Handlungsoptionen zu identifizieren, wie Klimaschutzverträge für Start-ups konzipiert, angepasst und politisch flankiert werden müssten.
Grüne Start-ups liefern Lösungen für Europas neue Klimarealität
Europas Klimarealität braucht dringend Lösungen: Grüne Start-ups liefern diese. Das zeigt der Green Startup Report 2025 (GSR). Er liefert wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Rolle grüner Start-ups in der ökologischen Transformation. Auf Basis einer innovativen Methodik und einer umfassenden Datengrundlage von über 12.000 Unternehmen und 50.000 Handelsregistereinträgen bietet die Publikation neue Perspektiven für die empirische Gründungsforschung.
Lösungen für Europas Klimarealität
Die Analyse macht deutlich: Grüne Start-ups sind relevante Akteurinnen und Akteure der nachhaltigen Transformation. Sie entwickeln marktbasierte Lösungen für Umwelt- und Klimaschutz. Durch ihr unternehmerisches Handeln leisten sie einen messbaren Beitrag zur Erreichung nationaler und europäischer Klimaziele.
Green Startup Report 2025: Kernergebnisse
- Nachhaltigkeit wird zum Mainstream: Bereits 20 % aller neu gegründeten Start-ups in Deutschland verfolgen ein grünes Geschäftsmodell – unter wachstumsorientierten Start-ups mit Investment liegt der Anteil sogar bei 29 %.
- Quantifizierter Klimabeitrag: Ein grünes Start-up kann durchschnittlich jährlich rund 30.000 Tonnen CO₂e einsparen – ein Beitrag mit hohem wirtschaftlichem und ökologischem Wert.
- Diversität in Führungsetagen: Mit 22 % ist der Anteil von Frauen in der Geschäftsführung grüner Start-ups deutlich höher als bei nicht-grünen Start-ups (17 %).
- Starke Präsenz in Förderprogrammen: Grüne Start-ups sind überdurchschnittlich häufig durch EXIST (33 % in 2024) und den High-Tech Gründerfonds gefördert.
- Finanzierung trifft Nachhaltigkeit: 73 % der befragten Fondsverantwortlichen beziehen Klimaaspekte aktiv in ihre Investmententscheidungen ein.
- Kritische KI-Nutzung: 88 % nutzen generative KI – gleichzeitig sehen 34 % auch Risiken für ihre nachhaltige Mission.
- NRW als Best-Practice-Beispiel: 86 % der grünen Start-ups in Nordrhein-Westfalen bewerten das regionale Ökosystem als gut oder sehr gut.
- Regionale Konzentration grüner Start-ups in Deutschland: Ansiedlungsspitzenreiter ist Berlin mit einem Anteil von 21 % aller grünen Start-ups, gefolgt von Oberbayern (13 %), Köln (8 %) sowie Hamburg und Darmstadt mit jeweils 6 %. Auch der Anteil grüner Start-ups an der Gesamtzahl aller Start-ups variiert stark zwischen den Bundesländern. Die höchsten Werte verzeichnen Nordrhein-Westfalen (29 %), Mecklenburg-Vorpommern (27 %) und Bremen (24 %).
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- Der vollständige Green Startup Report 2025 steht ab sofort kostenlos zum Download bereit.
- Auf einen Blick alle Zahlen und Fakten zum GSR sind hier zusammengefasst.
- Eine ausführliche Einordnung der Ergebnisse finden Sie in der Green Startup Report 2025 Pressemitteilung.
- Mehr Informationen zum Projekt Green Startup Report finden Sie auf der Projektwebseite.
Borderstep bei der KeDi Convention an der Leopoldina
Wie können digitale Innovationen nachhaltig gestaltet werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt der KEDI Convention 2025. Mit dabei: Dr. Severin Beucker, Mitgründer des Borderstep Instituts. Er sitzt in Session II „Digitalisierung konkret“ auf dem Podium und debattiert zum Thema „Status Quo let’s go! Von der Bestandsaufnahme zum Blick in die Zukunft“. Die Veranstaltung findet am 7. Mai 2025 an der Leopoldina in Halle (Saale) statt.
Wie gelingt Digitalisierung energieeffizient und nachhaltig?
Die KEDI Convention ist eine zentrale Plattform für den Austausch über klimaneutrale Digitalisierung, organisiert von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutieren dort über Wege zu einer energieeffizienten und nachhaltigen digitalen Transformation.
Dr. Beucker bringt seine Expertise aus langjähriger Forschung und Praxis in die Diskussion ein. Borderstep setzt sich intensiv mit den Herausforderungen und Chancen nachhaltiger Digitalisierung auseinander – von energieeffizienten Rechenzentren über Kreislaufwirtschaft in der IT bis hin zu politischen Rahmenbedingungen.
Mehr zur Veranstaltung an der Leopoldina und das vollständige Programm gibt es hier.






