Wissen ist Macht. (Francis Bacon)

radikale Systeminnovationen

Was ist eine radikale Systeminnovation?

Mit radikalen Systeminnovationen sind solche Innovationen gemeint, die grundlegende Veränderungen gesamter Versorgungssysteme (Stromerzeugungs-, Verteilungs- und Nutzungssysteme, gebäudebezogene Wärmeversorgungssysteme usw.) oder infrastrukturgebundener Produktnutzungssysteme wie z.B. Elektromobilität umfassen.

Re-Innovation

Was ist eine Re-Innovation?

Re-Innovation ist die Wiederentdeckung „vergessener“ altbewährter Lösungen (z.B. im Bereich Landbau, Eigenproduktion etc.) und ihrer aktuellen und zeitgemäßen Adaption.

Reboundeffekt

Was ist ein Reboundeffekt?

Der Reboundeffekt ist ein Feedback-Mechanismus, der dazu führt, dass Einsparpotenziale von Effizienzsteigerungen nicht oder nur teilweise verwirklicht werden.

Die Bezeich­nung „Rebound“ (Englisch für Rück­prall) rührt daher, dass die Erwar­tung, einen Energie- oder Stoff­fluss durch Effizienzerhöhung in einem bestimmten Umfang zu ver­ringern, nicht oder nicht in vollem Umfang ein­tritt. Der Grund hierfür kann z.B. darin liegen, dass durch höhere Effizienz der Gebrauch eines Gutes attraktiver wird und der Markt schneller wächst, als die Effizienz zunimmt.

Dieser Mechanismus wurde erstmals von Wilhelm Stanley Jevons im Jahr 1865 beschrieben. Khazzoom (1980) und Brooks (1990) haben ihn in die aktuelle wissen­schaft­liche Diskussion eingeführt. Seither haben sich Begriff und Kon­zept des Reboundeffekts ausdifferenziert.

Rechenzentrum

Was ist ein Rechenzentrum?

Ein Rechenzentrum ist ein Gebäude bzw. eine Räumlichkeit, in denen die zentrale Rechentechnik (Server, aber auch die zum Betrieb notwendige Infrastruktur) einer oder mehrerer Firmen oder Organisationen untergebracht ist. Dabei muss es sich zumindest um einen eigenständigen Raum mit sicherer Stromversorgung und Klimatisierung handeln.

Bestandteile eines Rechenzentrums

REF Renewable Energy Factor

Was bedeutet der REF (Renewable Energy Factor) bei Rechenzentren?

REF: Der Renewable Energy Factor bewertet den Anteil des Energieverbrauchs eines Rechenzentrums aus erneuerbaren Quellen. Er wird als Verhältnis oder Prozentsatz ausgedrückt, wobei ein REF von 1,0 bedeutet, dass der gesamte Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen stammt.Der REF (Renewable Energy Factor) bewertet den Anteil des Energieverbrauchs eines Rechenzentrums aus erneuerbaren Quellen. Er wird als Verhältnis oder Prozentsatz ausgedrückt, wobei ein REF von 1,0 bedeutet, dass der gesamte Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen stammt.

Weitere zentrale Kennzahlen zur Bewertung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Rechenzentren sind PUE Power Usage Efficiency, ERF Energy Reuse Factor und WUE Water Efficiency Factor.

Wichtige KPI zur Effizienz von Rechenzentren

Mehr zum Thema

Facts & Figures zu Rechenzentren in der EU

Bericht: Assessment of the Energy Performance and Sustainability of Data Centres in the EU

Reichweitenangst

Was versteht man unter Reichweitenangst?

Reichweitenangst (engl. range anxiety) bezeichnet die Sorge von Autofahrenden, dass die Batterie eines Elektrofahrzeugs nicht ausreicht, um die gewünschte Strecke ohne Ladepause zu bewältigen. Die Reichweitenangst zählt zu den häufigsten Vorbehalten gegenüber der Elektromobilität.

Hintergrund:

Historisch entstand sie durch frühe E-Auto-Modelle mit geringen Batteriekapazitäten (z. B. BMW i3 mit ca. 150 km Reichweite) und langsamen Ladezeiten. Heute verfügen die meisten neuen Modelle über 40 – 60 kWh Batterien und Reichweiten von über 300 km, Schnellladen ist in 20 – 30 Minuten möglich.

Aktuelle Fakten:

  • Durchschnittliche tägliche Fahrstrecke in Deutschland: ca. 35 km
  • Ladeinfrastruktur in Deutschland im internationalen Vergleich sehr gut: Verhältnis E-Auto zu Ladepunkt ca. 9,8:1 (besser als Norwegen mit 27,5:1)
  • Reichweite moderner Modelle: oft 300 – 500 km real

Relevanz für die Praxis:

Die Reichweitenangst ist zunehmend unbegründet, wirkt jedoch weiter als psychologische Kaufbarriere. Aufklärung über reale Reichweiten, Ladezeiten und die tatsächliche Fahrpraxis kann helfen, diese Hürde abzubauen.

Mehr zum Thema:

Clausen, J. (2025). Verbrenner oder Elektro? Ein Vergleich der Vor- und Nachteile. Berlin: Borderstep Institut. Kostenloser Download

Resilienz

Was ist Resilienz?

Der Begriff der Resilienz (Widerstandsfähigkeit) stammt ursprünglich aus der Psychologie. Er wurde in den 1970er Jahren durch die Ökosystemforschung aufgegriffen, um die Fähigkeit eines Ökosystems zu charakterisieren, angesichts von ökologischen Störungen seine grundlegende Organisationsweise zu erhalten.

In der Klimaanpassungsforschung wird aufbauend auf dem Konzept der Verwundbarkeit Resilienz als die Fähigkeit eines Akteurs oder Sektors verstanden, Schockereignisse wie z.B. Extremwetter oder andere Arten von „Störungen“ so aufzufangen, dass Systemzusammenbrüche vermieden werden.

Besondere Bedeutung hat Resilienz für Infrastrukturen wie Straßen, die Stromversorgung oder Kommunikationssysteme. Unternehmen können z.B. dann als resilient bezeichnet werden, wenn sie ihre Produktion bzw. die Erbringung ihrer Dienstleistungen trotz Einwirken von erwartbaren und unerwarteten Ereignissen weiterhin erbringen können, d.h. in der Lage sind, ihre Lieferfähigkeit und Zahlungsfähigkeit dauerhaft aufrechtzuerhalten (Fichter & Stecher 2011).

Ressourceneffizienz

Was ist Ressourceneffizienz?

Ressourceneffizienz ist das Verhältnis eines bestimmten Nutzens oder Ergebnisses zum dafür nötigen Ressourceneinsatz. Ein oft verwendeter Indikator für die Ressourceneffizienz ist die Wertschöpfung in Bezug auf den damit verbundenen Ressourcenverbrauch. Im umweltwissenschaftlichen Sprachgebrauch ist mit Ressourceneinsatz der Einsatz von natürlichen Ressourcen gemeint. Nicht zu verwechseln mit Rohstoffeffizienz.

Ressourcenproduktivität

Was ist Ressourcenproduktivität?

Der Begriff der Ressourcenproduktivität ist verwandt mit dem der Ressourceneffizienz. Er wird vor allem in der technischen und volkswirtschaftlichen Forschung genutzt. Darunter wird vor allem die volkswirtschaftliche Maximierung der Wertschöpfung (Bruttoinlandsprodukt) in Bezug auf die eingesetzten Ressourcen verstanden. Die Ressourcenproduktivität einer Volkswirtschaft ergibt sich damit aus der Summe der Ressourceneffizienz ihrer Unternehmen.