Entwicklung einer Gesamtstrategie zur politischen Steuerung von Nachhaltigkeitsprozessen
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Evolution2Green

Entwicklung einer Gesamtstrategie zur politischen Steuerung von Nachhaltigkeitsprozessen

  • 06/2015 - 05/2017

Das Vorhaben Evolution2Green zielt auf die Erarbeitung einer politischen Gesamtkonzeption für gesellschaftliche Veränderungsprozesse hin zu einer Green Economy.

Das Projekt verknüpfte drei theoretische Ansätze: die evolutorische Ökonomik, den Models of Change Ansatz und die Basisstrategien Effizienz, Konsistenz und Suffizienz. Hinzu kamen Überlegungen zur politischen Steuerung von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen (Transformationsgovernance).

Welche Pfadabhängigkeiten und Interessenwidersprüche machen Veränderungen so schwierig?

In einer empirischen Arbeitsphase erfolgte eine Analyse von Hindernissen und Erfolgsfaktoren für Transformationsprozesse in Richtung einer Green Economy. Dabei wurden zunächst 15 Transformationsfeldanalysen durchgeführt, die systematisch verschiedene Typen von Pfadabhängigkeiten erfassten.

Die Transformationsfeldanalysen wurden auf vier Themenfelder fokussiert, in denen ein besonderer Transformationsbedarf besteht: Pkw-Mobilität, Landwirtschaft und Ernährung, Wärmeversorgung und Rohstoffversorgung. Für diese vier Themenbereiche wurde eine Vielzahl relevanter Pfadabhängigkeiten identifiziert und bewertet, wie diese mögliche Transformationsansätze behindern.

Was sind die Erfolgsfaktoren für Transformationsprozesse?

In 20 Fallstudien wurden dann im Rahmen des Vorhabens die Prozesse und Mechanismen erfolgreicher Transformationen unter Anwendung des Models-of-Change-Ansatzes untersucht. Aus diesen Fallstudien wurden zentrale Erfolgsfaktoren für Transformationsprozesse abgeleitet.

In Form von Roadmaps wurden umfassende Strategien für einen Pfadwechsel in den drei Transformationsfeldern Elektromobilität, Wärmewende und der längeren Nutzung von Produkten entwickelt. Sie geben konkrete Handlungsempfehlungen, wie innerhalb dieser Bereiche die Transformation zu einer Green Economy gelingen kann. Anhand der identifizierten Erfolgsfaktoren, Hemmnisse und Handlungsansätze für die Gestaltung einer Transformation wurden Steuerungsmöglichkeiten für die Politik abgeleitet.

Wenig überraschend stellt sich die Welt in dieser Analyse als komplex dar. Die großen soziotechnischen Systeme wie die Mobilität, die Energieversorgung und die Ernährung sind in einer Vielzahl von Pfadabhängigkeiten gebunden, die technischer, ökonomischer wie auch verhaltensbezogener Natur sind.

Strategien für einen Pfadwechsel hin zu einer Green Economy

Wie können Probleme der Mobilität gelöst werden? Als Antwort auf diese Frage oft genannt werden Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr. Die Studie zu Straßen verändert jedoch den Blick auf die Frage. Sie zeigt, wie stark die Mobilitätsbedürfnisse betoniert sind. Es geht erst in Folge um die Wahl anderer Verkehrsmittel. Zunächst müssten die Wege im täglichen Leben verkürzt werden.

Die Suche nach regenerativen Wärmequellen krankt daran, dass es diese zwar gibt, dass viele davon aber nur mit einer zentralen Wärmeversorgung durch Wärmenetze erschlossen werden können. Es reicht hier nicht, den Wärmeerzeuger im Gebäude auszuwechseln, sondern es muss zunächst (wie in Dänemark und Schweden bereits geschehen) ein umfangreiches Netzwerk von Wärmeleitungen gebaut werden.

Das Projekt stellt solche systemischen Vernetzungen von Problemen dar und schlägt ein gleichermaßen komplexes Vorgehen vor, wie wir uns aus diesem „gordischen Knoten“ vielleicht befreien können.

Mit vielen Details ist dies alles in unserem Buch Auf dem Weg zu einer Green Economy. Wie die sozialökologische Transformation gelingen kann dargestellt.

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