Nachhaltigkeitsstandard speziell für Start-ups
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DIN-Nachhaltigkeitsstandard für Start-ups (DIN-Connect)

  • 05/2019 – 03/2020

Ab Mai 2019 startet das Projekt „DIN-SPEC 90051 Standard Nachhaltigkeitsbewertung von Start-ups“. Freiwillige, interessierte Expertinnen und Experten werden hierfür im Rahmen eines temporären Konsortiums in den kommenden 10 Monaten ihre Erfahrungen und Expertise zur Bewertung von Nachhaltigkeit einfließen lassen. Das Konsortium wird von Constanze Trautwein vom Borderstep Institut geleitet und vom Deutschen Institut für Normung prozessual unterstützt. Projektinitiatoren sind neben dem Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit der Bundesverband Deutsche Startups, das Forum Nachhaltige Geldanlagen sowie SDG Investments. Einige Projektinitiatoren haben bereits erfolgreich einen Leitfaden zur Nachhaltigkeitsbewertung von Start-ups entwickelt und veröffentlicht.

Nach Projektende wird der Standard allen interessierten Nutzern kostenlos und uneingeschränkt zur Verfügung gestellt. Angesprochen sind Gründungs- und Wirtschaftsfördereinrichtungen, Start-ups, Start-up-Investoren, Corporate Investors, Förderbanken, Kreditinstitute, Rating-Agenturen, Umwelt- und Nachhaltigkeitsverbände und Zertifizierungseinrichtungen.

Nähere Informationen finden sich unter: https://www.din.de/de/wdc-beuth:din21:306747580

Hintergrund:

Im Nachhaltigkeitsbereich existieren bereits Bewertungs- und Managementansätze sowie Standards. Trotzdem gibt es in diesem Umfeld eine Lücke. Wenn es darum geht, die eigenen Nachhaltigkeitswirkungen (Impact) zu ermitteln, unterscheiden sich Start-ups von etablierten Unternehmen:

  1. Start-ups befinden sich in frühen Phasen der Geschäftsentwicklung. Sie bieten Produkte oder Dienstleistungen an, die oft noch in der Entwicklung sind und in Zukunft vielleicht ganz anders aussehen werden. Die genauen Nachhaltigkeitswirkungen lassen sich somit nur potentiell anhand von Annahmen und Prognosen festlegen. Auch der Marktanteil des Unternehmens – und somit der Umfang der Nachhaltigkeitswirkungen – kann nur ex-ante kalkuliert werden.
  2. Anders als große Unternehmen und etablierte KMU haben Start-ups keine Nachhaltigkeitsabteilung. Wenn sie das Thema frühzeitig priorisieren, hat vielleicht eine Person im Gründerteam die Verantwortung für Nachhaltigkeit, meist aber zusätzlich zu vielen anderen Themen. Die Kapazität und das Wissen, Nachhaltigkeitsbelange frühzeitig mitzudenken und bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells strategisch zu berücksichtigen, sind somit nur begrenzt vorhanden.

Es braucht einen Nachhaltigkeitsstandard speziell für Start-ups

Wenn eine Bewertung von Nachhaltigkeit in einem neuen bzw. jungen Unternehmen vorgenommen werden soll, sind somit zwei Aspekte unabdingbar: Erstens muss das Nachhaltigkeitspotenzial betrachtet werden und nicht die derzeit gegebenen Nachhaltigkeitswirkungen. Zweitens sollte die frühzeitige Integration von Nachhaltigkeitsbelangen sowie die Bewertung dieser Integration einen überschaubaren Umfang vorsehen und flexibel anwendbar geschehen.

Die bisher vorhandenen Lösungen sind nicht primär für Start-ups entwickelt und berücksichtigen diese Aspekte entweder nicht oder nur bedingt.

Praxisorientierter Ansatz zur Nachhaltigkeitsbewertung

Mit dem Nachhaltigkeitsstandard bekommen neue und junge Unternehmen einen praxisorientierten Ansatz, mit dem sie ihre aktuellen Nachhaltigkeitspotentiale bewerten können. Außerdem können sie strategische Überlegungen zur Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells mit Blick auf Nachhaltigkeitsbelange anstellen und so Risiken vorbeugen.

Auch andere Unterstützungsakteure profitieren

Es profitieren aber auch die Unterstützungsakteure im Gründerökosystem. Nicht nur Investoren, sondern auch Gründerzentren, Anbieter von Akzeleratorenprogrammen und sogar öffentliche Förderprogramme können den Standard nutzen, um das Nachhaltigkeitspotenzial von Start-ups in Auswahlprozessen einzuschätzen. Anhand eines Standards wird auch ein Vergleich unterschiedlicher Start-ups mit Blick auf ihre Nachhaltigkeitswirkungen ermöglicht.

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