Nachhaltigkeitsstandard speziell für Start-ups
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Nachhaltigkeitsstandard für Start-ups (DIN-Connect)

  • 05/2019 – 03/2020

Ab Mai 2019 wird im Rahmen eines DIN-SPEC-Prozesses beim Deutschen Institut für Normung ein Standard zur Nachhaltigkeitsbewertung von Start-ups entwickelt. In dem unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Fichter initiierten Prozess wird der Standard durch ein Konsortium (temporäres Gremium) erarbeitet, das jedem Interessenten offen steht.

Initiatoren sind das Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, der Bundesverband Deutsche Startups, das Forum Nachhaltige Geldanlagen sowie SDG Investments. Die Mitwirkung von weiteren Expertinnen und Experten ist sinnvoll und wünschenswert.

Angesprochen sind Gründungs- und Wirtschaftsfördereinrichtungen, Start-ups, Start-up-Investoren, Corporate Investors, Förderbanken, Kreditinstitute, Rating-Agenturen, Umwelt- und Nachhaltigkeitsverbände und Zertifizierungseinrichtungen.

Das Kick-off-Treffen ist für den 16. Mai 2019 beim DIN in Berlin geplant. Nähere Informationen finden sich unter: https://www.din.de/de/wdc-beuth:din21:306747580

Hintergrund:

Im Nachhaltigkeitsbereich existieren bereits Bewertungs- und Managementansätze sowie Standards. Trotzdem gibt es in diesem Umfeld eine Lücke. Wenn es darum geht, die eigenen Nachhaltigkeitswirkungen (Impact) zu ermitteln, unterscheiden sich Start-ups von etablierten Unternehmen:

  1. Start-ups befinden sich in frühen Phasen der Geschäftsentwicklung. Sie bieten Produkte oder Dienstleistungen an, die oft noch in der Entwicklung sind und in Zukunft vielleicht ganz anders aussehen werden. Die genauen Nachhaltigkeitswirkungen lassen sich somit noch nicht leicht festlegen. Auch der Marktanteil des Unternehmens – und somit der Umfang der Nachhaltigkeitswirkungen – kann nur schwer kalkuliert werden.
  2. Anders als große Unternehmen und etablierte KMU haben Start-ups keine Nachhaltigkeits-Abteilung. Wenn sie das Thema frühzeitig priorisieren, hat vielleicht eine Person im Gründerteam die Verantwortung für Nachhaltigkeit, meist aber zusätzlich zu vielen anderen Themen. Die Kapazität, Nachhaltigkeitsbelange frühzeitig mitzudenken und bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells strategisch zu berücksichtigen, ist somit nur begrenzt vorhanden. Auch wenn der Wille vielleicht da ist.

Es braucht einen Nachhaltigkeitsstandard speziell für Start-ups

Wenn eine Bewertung von Nachhaltigkeit in einem neuen bzw. jungen Unternehmen vorgenommen werden soll, sind somit zwei Kriterien unabdingbar: Es muss sich erstens um das Nachhaltigkeitspotenzial handeln und nicht um die derzeit gegebenen Nachhaltigkeitswirkungen. Und zweitens sollte die frühzeitige Integration von Nachhaltigkeitsbelangen sowie die Bewertung dieser Integration einen überschaubaren Umfang vorsehen und flexibel anwendbar geschehen.

Die bisher vorhandenen Lösungen sind nicht primär für Start-ups entwickelt und berücksichtigen diese Kriterien entweder nicht oder nur bedingt. Ziel des Projektes ist es daher, einen Standard für die Bewertung des Nachhaltigkeitspotenzials von Start-ups zu entwickeln, zu testen und zu institutionalisieren.

Praxisorientierter Ansatz zur Nachhaltigkeitsbewertung

Mit dem Nachhaltigkeitsstandard bekommen neue und junge Unternehmen einen praxisorientierten Ansatz, mit dem sie den aktuellen Stand bewerten können. Außerdem können sie damit auch strategische Überlegungen zur Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells mit Blick auf Nachhaltigkeitsbelange anstellen. Sie können sich so von anderen Unternehmen abgrenzen und einen Wettbewerbsvorteil genießen.

Auch andere Unterstützungsakteure profitieren

Es profitieren aber auch die Unterstützungsakteure im Gründerökosystem. Nicht nur Investoren, sondern auch Gründerzentren, Anbieter von Akzeleratorenprogrammen und sogar öffentliche Förderprogramme können den Standard nutzen, um das Nachhaltigkeitspotenzial von Start-ups in Auswahlprozessen einzuschätzen. Anhand eines Standards wird auch ein Vergleich unterschiedlicher Start-ups mit Blick auf ihre Nachhaltigkeitswirkungen ermöglicht.

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Ihre Ansprechpartner

Constanze Trautwein
  • Researcherin
Apl. Prof. Dr. Klaus Fichter
  • Gründer und Leiter