Dezentrales Energiemanagement im mehrgeschossigen Wohnungsbau
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Dezentrales Energiemanagement im mehrgeschossigen Wohnungsbau

  • 01/2014 – 09/2016

Logo_ProSHAPE_312x119Wie lässt sich eine Energiekostenminimierung erreichen? Diese Frage ist wichtiger Teil der deutschen Energiewende. Wohngebäude und Privathaushalte sind in Deutschland für einen großen Anteil des Energieverbrauchs verantwortlich. Sie tragen durch Raumwärme- und Warmwasserbedarf mit rund einem Drittel zum Gesamtenergieverbrauch in Deutschland bei.

Wohngebäude mit ihrem Energieverbrauch sowie den damit verbunden Einsparpotenzialen sind jedoch auch ein zentrales Element einer zukünftigen Energieversorgung. Zum einen wächst ihre Bedeutung als Energieproduzent. Kraft-Wärme-Kopplung sowie Anlagen zur Erzeugung von Wärme und Strom aus regenerativen Quellen – z.B. Solarenergie, Geothermie – in Gebäuden, nehmen an Menge und Bedeutung zu. Sie müssen in eine zukünftige intelligente, dezentrale Energieversorgung integriert werden. Zum anderen können Wohngebäude mit den in ihnen installierten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen aufgrund ihrer thermischen Speicher- und Pufferkapazität kurzfristig für die Minderung von Lastspitzen in der Strom- und Wärmeversorgung von Städten genutzt und dadurch erhebliche Energiemengen eingespart werden.

Ziel Energiekostenminimierung in Gebäuden

Im Projekt ProSHAPE wird ein dezentrales Energiemanagementsystem sowie eine Heimautomatisierungsplattform zur Energieeffizienzsteigerung um Hard- und Softwarelösungen für die Energiekostenminimierung in Gebäuden weiterentwickelt. Dadurch wird es erstmalig möglich, auf Grundlage des prognostizierten Energieverbrauchs die Versorgung von Gebäuden an dynamische Preise für Strom und Wärme anzupassen. Das Gebäude wird mit seinen Energieerzeugungsanlagen in einem solchen Fall selber zum Baustein eines intelligenten Energieversorgungsnetzes, in dem verschiedene Optimierungszustände (z.B. Eigenversorgung des Gebäudes und seiner Bewohner mit Wärme und Strom vs. Einspeisung) gegeneinander abgewogen werden können.

Aktuelles

Praxishandbuch Mieterstrom erschienen

Im Projekt ProSHAPE wurde ein Energieversorgungskonzept für ein Berliner Wohnquartier im Prenzlauer Berg entwickelt und erfolgreich umgesetzt. In dem Quartier werden die Bewohner nun mit Wärme und Strom aus einem Blockheizkraftwerk versorgt.

„Ziel des Vorhabens war, die Energiekosten der Bewohner zu minimieren und gleichzeitig zu zeigen, dass dezentral versorgte Quartiere ein wichtiges Element der Energiewende sind.“ erläutert Dr. Severin Beucker. „Solche Quartiere ermöglichen zukünftig, die zunehmend schwankende Versorgung aus erneuerbaren Energien auszugleichen, da Quartiere sich wahlweise autark oder netzdienlich verhalten können.“ ergänzt er.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Projektes sind nun im Springer Verlag im Praxishandbuch Mieterstrom – Fakten, Argumente und Strategien veröffentlicht worden.

In zwei Beiträgen werden das Gesamtprojekt ProSHAPE sowie Messkonzepte für die Umsetzung von Mieterstromprojekten dargestellt.

Das Buch ist insgesamt von großer Aktualität. Vor wenigen Tagen wurde das Mieterstromgesetz im Bundestag verabschiedet, welches die Förderung von Mieterstrom neu regelt. Nun ist mit einer raschen Umsetzung weiterer Projekte und Modelle zu rechnen.

Hierzu enthält das Buch enthält wertvolle Hinweise, Anleitungen und Beispiele. Es richtet sich an Wohnungsunternehmen, Energieversorger sowie an Forschung und Entwicklung.

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