Internationale Untersuchung von Fördersystemen für nachhaltige Unternehmensgründungen
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Fördersysteme für nachhaltige Unternehmensgründungen

SHIFT: Support Systems for Sustainable Entrepreneurship and Transformation

  • 02/2013 – 01/2016

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Das von Borderstep geleitete, internationale Projekt SHIFT untersuchte Fördersysteme für nachhaltige Unternehmensgründungen. Nachweislich spielen nachhaltigkeitsorientierte KMU und grüne Start-ups eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Innovationen. Diese erschließen sowohl wirtschaftliche Chancen als auch Umweltentlastungspotenziale. Unternehmensgründungen für Öko-Innovationen werden in der Gründungsförderung bislang allerdings kaum speziell gefördert. Öffentliche und private Fördersysteme für Unternehmensgründungen brauchen deshalb einen Paradigmenwechsel. Nur so können gezielt Innovationen in grünen Zukunftsmärkten stimuliert und unterstützt werden.

Das SHIFT-Konsortium hat die Unterstützungsmöglichkeiten einer Reihe zentraler Akteure und Förderformen der Gründungs- und Innovationsförderung in den Projektländern Deutschland, Finnland und Schweden unter die Lupe genommen. Zum Einsatz kamen dabei Methoden wie Befragungen, Fallstudien, Good-Practice-Untersuchungen sowie Expertenworkshops. Untersucht wurden Entrepreneurship-Ausbildung und Transfer-Aktivitäten in Hochschulen, Gründer- und Technologiezentren, kommunale und regionale Wirtschaftsförderungseinrichtungen, Beratungseinrichtungen zum Beispiel im Bereich des Eco-Designs, Innovationsnetzwerke aus Gründerfirmen und etablierten Unternehmen sowie öffentliche Finanzierungsprogramme und unterschiedliche Kapitalgeber.

Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sind in Projektberichten sowohl zu den einzelnen Akteurstypen und Ansätzen der Fördersysteme sowie projektübergreifend auf der Projektwebsite erhältlich. In Zusammenarbeit mit Start-ups und KMU wurde Praxismaterial („Support System Acupuncture“) für die Nutzung dieser Akteure entwickelt. So können die Bedarfe der Unternehmen genauer identifiziert und mit angepassten Förderangeboten adressiert werden.

Was waren wesentliche Erkenntnisse und Ergebnisse aus SHIFT?

Wir brauchen einen Paradigmenwechsels der öffentlichen und privaten Fördersysteme für Unternehmensgründungen, um eine nachhaltige Entwicklung zu sichern. Das war die Ausgangsthese des Vorhabens. Thomas S. Kuhn erarbeitete ein Konzept der Evolution eines Paradigmas. Anhand dieses Konzepts wurde die derzeitige Phase der Entwicklung in den drei Projektländern eingeschätzt. Deutschland, Finnland und Schweden haben derzeit hochentwickelte Fördersysteme für Innovationen und Gründungen. Die Akteure dieser Fördersysteme zeigen Interesse für Nachhaltigkeit. Erste Good Practice-Beispiele machen Mut. Dennoch zeigen die Ergebnisse von SHIFT, dass diese Aktivitäten noch ein Nischenphänomen darstellen.

Die Fördersysteme sind über die Phase 1 („Pre-Paradigma“) und Phase 2 („Entwicklung des dominanten Paradigmas“) nach Kuhn gut hinaus gekommen. In der Phase 4 („Paradigmenwechsel: Ablösung des alten Paradigmas“) sind sie jedoch noch nicht angekommen. Somit sind die Fördersysteme für Innovationen und Gründungen mit Blick auf Nachhaltigkeit derzeit in der Phase 3 – „Erkunden alternativer Ansätze“ – zu verorten.

Um den Übertritt in Phase 4 eines Paradigmenwechsels zu beschleunigen, wurden im Vorhaben SHIFT folgende Schlüsselstrategien für eine Anpassung der Fördersysteme entwickelt:

  • Grüne Gründer und Öko-Entrepreneure als Mittelpunkt der Förderaktivitäten: Grüne Gründer und Öko-Entrepreneure sollten für Förderaktivitäten, die die Bedürfnisse solcher Unternehmer berücksichtigen, gezielt ausgewählt werden.
  • Vereinfachter Zugang zum Fördersystem für grüne Gründer und Öko-Entrepreneure: Vereinfachter Zugang zum Fördersystem sowie klare „Wegweisung“ durch die Strukturen hin zu passenden Angeboten sollten geschaffen werden.
  • Unterstützung für Experimente: Angepasste Angebote für grüne Gründer und Öko-Entrepreneure sind im Entstehen, auch wenn sie noch ein eher neues Erscheinen darstellen. Etablierte „Standards“ sind somit noch nicht vorhanden und das Experimentieren mit innovativen Förderansätzen und –Aktivitäten sollte unterstützt werden.
  • Dynamisches Zuschneiden der Förderaktivitäten: Grüne Gründer und Öko-Entrepreneure sind keine einheitliche Gruppe, sondern sind in unterschiedlichsten Branchen, Märkten und regulatorischen Umfeldern tätig. Die Anpassung der Angebote muss deshalb mit Blick auf spezifische Gruppen und Zusammenhängen erfolgen.
  • Mainstreaming der Nachhaltigkeit in den Fördersystemen: Das Thema Nachhaltigkeit wird für Gründer und Entrepreneure in allen Technologiefeldern, Branchen und Märkten zunehmend wichtig werden. Nachhaltigkeit sollte somit in allen Facetten des Fördersystems integriert werden. Es hilft allen Gründern und Entrepreneuren, wenn sie sich frühzeitig mit nachhaltigkeitsbedingten Chancen und Risiken auseinandersetzen.
  • Spezialisierung: Über ein Mainstreaming hinaus sollten auch auf grüne Gründer und Öko-Entrepreneure angepasste, spezialisierte Angebote entwickelt werden. Um solche Angebote und einschlägige Gründerökosysteme zu entwickeln muss eine Spezialisierung des Fördersystems erfolgen.
  • Evaluierung und Monitoring der Effektivität: Förderaktivitäten sind kein Selbstzweck, sondern sollten zu einem definierten Ziel beitragen. Bisher hieß dieses Ziel „Wirtschaftlichkeit“. Im Zuge einer nachhaltigen Entwicklung müssen Fördersysteme mehrere Ziele (Wirtschaftlichkeit, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit) gleichzeitig verfolgen. Somit müssen neue Evaluierungs- und Monitoringinstrumente entwickelt werden, die existierende Fördersysteme bewerten, Auswirkungen und Ergebnisse der Förderaktivitäten messen sowie Daten und Analysen an die Politik und Entscheidungsträger übermitteln.

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