Green Startup Monitor 2024: Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

Green Startup Monitor 2024: Zahlen und Fakten

Grüne Startups sind Schlüsselakteure für eine nachhaltige Wirtschaft

Grüne Start-ups leisten einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der Wirtschaft. Das zeigt der aktuelle Green Startup Monitor (GSM), den das Borderstep Institut und der Startup-Verband im Jahr 2024 zum sechsten Mal erstellt haben. Das Vorhaben wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Nachhaltigkeit bleibt wichtig

Fast ein Drittel aller Start-ups in Deutschland lassen sich als grün einstufen. Sie treiben mit visionären Ideen nachhaltige Lösungen voran. Angesichts der aktuellen Herausforderungen im Markt- und Finanzierungsumfeld ist der Anteil allerdings leicht zurückgegangen. Mehr als die Hälfte dieser grünen Start-ups verfolgen das Ziel, schnell zu wachsen und einen hohen Marktanteil zu erreichen. Diese Verbindung ökonomischer und ökologischer Ziele ist für eine effektive Bekämpfung der Klimakrise entscheidend. Start-ups beschleunigen die Transformation unserer Wirtschaft in wichtigen Nachhaltigkeitsfeldern wie der Energiewende oder der Circular Economy.

Bei grünen Start-ups stehen mehr Frauen an der Unternehmensspitze

Grüne Start-ups zeichnen sich durch einen höheren Gründerinnenanteil aus (24 % vs. 17 %), was sich auch auf der Führungsebene der Unternehmen widerspiegelt. Damit sind grüne Start-ups wichtige Vorreiter beim Thema Diversität und sind zudem beim so wichtigen Thema Talente besser aufgestellt.

Professionalisierung des Wirkungsmanagements ist erkennbar

Ein entscheidender Erfolgsfaktor der grünen Transformation sind klare Kennzahlen und deren Messung. Hier ist eine positive Entwicklung erkennbar: Der Anteil grüner Start-ups, die ihre Nachhaltigkeitswirkung mit Daten und Fakten belegen können, steigt im Vergleich zum Vorjahr von 27 auf 39 %. Das deutet auf mehr Angebote sowie klarere Vorgaben im Bereich Wirkungsmanagement hin.

Wirkungskompetenz

Wirkungskompetenz bezeichnet die Fähigkeit, die ökologischen und gesellschaftlichen Wirkungen der unternehmerischen Tätigkeit zu erfassen und zu steuern. Die Wichtigkeit der Erzielung einer gesellschaftlichen und/oder ökologischen Wirkung hat als Unternehmensstrategie im Vergleich zum Vorjahr unter den Start-ups insgesamt spürbar abgenommen. Gleichzeitig findet sich unter den Start-ups der Green Economy ein stabiler Kern sehr wirkungsorientierter junger Unternehmen: vier von zehn schreiben der Unternehmensstrategie „ökologische und/oder gesellschaftliche Wirkung erzielen“ weiterhin eine sehr wichtige Rolle zu.

Die Studie kann kostenfrei heruntergeladen werden. Hier geht es zur vollständigen Pressemitteilung.

Kernergebnisse aus dem GSM 2024

Nachhaltigkeit bleibt wichtig

Mit 29 % stellen grüne Start-ups weiterhin einen Schwerpunkt des deutschen Gründungsökosystems dar. Ihr Anteil geht gegenüber dem Vorjahr allerdings zurück (GSM 2023: 35 %). Das ist ein Hinweis darauf, dass für einen Teil der Start-ups ökologische Ziele im aktuell schwierigen Markt- und Finanzierungsumfeld an Wichtigkeit verlieren.

Selbstzuordnung zur Green Economy stabil

Während die strategische Orientierung an Nachhaltigkeitszielen und entsprechenden KPIs im Vergleich zum Vorjahr sinkt, liegt der Anteil von Start-ups, die sich der Green Economy zuordnen, auf einem stabil hohen Niveau von 47 % (46 % in 2023) und erreicht damit sogar den höchsten jemals im GSM gemessen Wert.

Wirken wollen und können

Im Bereich des Wirkungsmanagements sind Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr erkennbar, die eine Professionalisierung im Feld andeuten – der Anteil der grünen Start-ups, die ihre Nachhaltigkeitswirkung mit Daten und Fakten belegen, steigt von 27 auf 39 %, bei nicht grünen Start-ups von 7 auf 14 %.

Transformationsbeschleuniger

Entgegen dem Vorurteil, dass grüne Start-ups eher eine „Small is beautiful“-Philosophie verfolgen, zeigt der GSM 2024, dass für mehr als die Hälfte (56 %) der grünen Start-ups sowohl ein schnelles Wachstum als auch ein hoher Marktanteil eher bis sehr wichtig ist. Sie stehen hier den nicht-grünen Start-ups in nichts nach (55 %).

Mehr Frauen an der Spitze

Grüne Start-ups zeichnen sich weiterhin durch einen deutlich höheren Gründerinnenanteil aus (24 %), gegenüber nur 17 % in nicht-grünen Start-ups. Das wirkt sich auch auf die weitere Führungsebene aus: Hier liegt der Frauenanteil bei 30 %, gegenüber 23 %.

Innovations- und Transfermotor

Grüne Start-ups kooperieren häufiger mit Hochschulen und Forschung als nicht-grüne Start-ups (54 % vs. 38 %). Bessere Bedingungen für die Verwertung von Forschungsergebnissen (z.B. Patente und IP-Rechte) sind für sie nochmal relevanter als für nicht-grüne Start-ups (67 % vs. 55 %).

Partner der Industrie

Auch mit der etablierten Wirtschaft gehen grüne Start-ups häufiger Kooperationen ein (71 % vs. 58 %) als nicht-grüne Start-ups – entgegen dem generellen Trend nimmt der Wert in dieser Gruppe gegenüber dem Vorjahr zu, was die wachsende Bedeutung grüner Technologien unterstreicht.

 

Zahlen

Aus welchem Bundesland kommen besonders viele Start-ups?

NRW ist spitze (20 % aller grünen Start-ups kommen aus NRW), Berlin (17 %) und Bayern (12 %) folgen.

In welchen Bundesländer ist der Anteil grüner Start-ups an allen Start-ups am höchsten?

Platz 1 belegt das Saarland (37 %). Hessen und Mecklenburg-Vorpommern teilen sich mit 33 % Platz 2. Bronze holte sich Schleswig-Holstein mit 32 %.

Welche Geschäftsmodelle punkten?

Hardwarelösungen liegen vorn: Technologieentwicklung und -produktion ist das für grüne Start-ups wichtigste Geschäftsmodell. Der Anteil wächst zwischen 2019 und 2023 von 22 % auf 32 %.

Wie eng sind die Verbindungen in die etablierte Wirtschaft?

Bei Kooperationen mit Unternehmen haben grüne Start-ups die Nase vorn. 67 % (2022) bzw. 71 % (2023) setzen auf Kooperationsprojekte mit etablierten Playern. Bei nicht-grünen Start-ups ist dieser Wert niedriger und sinkt zudem: 62 % (2022) und 58 % (2023) unterhalten diese Partnerschaften.

Welche Themen sind für grüne Start-ups besonders herausfordernd?

Wie im Vorjahr sind Kundengewinnung (54 %), Kapitalbeschaffung (52 %) und Produktentwicklung (43 %) die wichtigsten Herausforderungen grüner Start-ups. Gerade das Thema Finanzierung ist für grüne Start-ups deutlich schwieriger als für nicht-grüne Gründungen: Von denen klagen nur 40 % über Probleme bei der Kapitalbeschaffung.