Rechenzentren in der EU
Erstmals wurde eine umfassende Bewertung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Rechenzentren in der EU vorgenommen. Grundlage hierfür waren Daten, die Rechenzentren im Rahmen einer Meldepflicht an die EU übermittelt haben.
Ein Konsortium aus dem Borderstep Institut, EY und dem Austrian Institute of Technology (AIT) analysierte die eingereichten Informationen und bewertete den aktuellen Zustand der Rechenzentren in der EU anhand von Nachhaltigkeits- und Leistungskennzahlen.
Der Bericht „European Commission: Directorate-General for Energy, AIT, Borderstep and EY, Assessment of the Energy Performance and Sustainability of Data Centres in the EU – First Technical Report, Publications Office of the European Union, 2025“ steht kostenlos zum Download bereit.
European Green Deal & Energieeffizienz-Richtlinie 
Die EU verfolgt mit dem European Green Deal das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, indem sie Treibhausgasemissionen drastisch senkt, nachhaltiges Wirtschaften fördert und Umwelt, Ressourcen sowie Biodiversität aktiv schützt.
Energieeffizienz trägt zur Verringerung des Gesamtenergieverbrauchs bei. Sie ist daher von zentraler Bedeutung für die Verwirklichung der Klimaschutzziele der EU.
Die Energieeffizienz-Richtlinie definiert die Ziele und Maßnahmen für Rechenzentren. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen:
- Klimaneutralität bis 2030: Rechenzentren in der EU sollen spätestens bis 2030 klimaneutral betrieben werden.
- Energieeffizienz steigern: Ziel ist, den Energieverbrauch von Rechenzentren deutlich zu reduzieren, z. B. durch effizientere Kühlung, bessere Hardware und optimiertes Management.
- Erneuerbare Energien nutzen: Erneuerbare Energiequellen decken möglichst den Strombedarf der Rechenzentren.
- Abwärmenutzung fördern: Die Betreiber nutzen die beim Betrieb entstehende Abwärme sinnvoll, zum Beispiel zur Beheizung von Gebäuden.
- Transparenz und Monitoring: Betreiber sollen regelmäßig über den Energieverbrauch und die Umweltwirkungen ihrer Rechenzentren berichten.
Kennzahlen zur Nachhaltigkeit von Rechenzentren
Erstmals wurden nun systematisch Daten von Rechenzentren in der EU erfasst. Um auf Basis dieser Erhebungen fundierte Aussagen zur Nachhaltigkeit von Rechenzentren treffen zu können, werden anerkannte und in der Branche etablierte Kennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) herangezogen. Diese ermöglichen eine vergleichbare und objektive Bewertung zentraler Aspekte wie Energieeffizienz, Ressourcennutzung und Umweltwirkungen.
PUE (Power Usage Effectiveness): Wie effizient geht ein Rechenzentrum mit Energie um?
Die Kennzahl PUE gibt an, welchen zusätzlichen Energiebedarf die Rechenzentrumsinfrastruktur benötigt. Sie ist also die zentrale Kennzahl zur Bewertung der Energieeffizienz von Rechenzentrumsinfrastruktur und des Gebäudes.
Ein PUE von 1,5 bedeutet, dass für jede Kilowattstunde (kWh), die an Server, Speicher und Netzwerkgeräte geht, eine halbe kWh zusätzlich für RZ-Infrastruktur wie Kühlung, Stromverteilung und Beleuchtung verbraucht wird. Sie zeigt also das Verhältnis zwischen dem Gesamtenergieverbrauch eines Rechenzentrums und dem Energieverbrauch der IT-Hardware.
Ein niedriger PUE-Wert gilt als effizient – doch er sollte nur als Indikator für die zusätzlichen Energieverbräuche des Gebäudes und der Kühlinfrastruktur verwendet werden – nicht für das ganze Rechenzentrum.
Wie ist das Verhältnis zwischen Gesamtenergieverbrauch und Energieverbrauch der Informationstechnik?
Im aktuellen Reporting ergeben sich für die Mitgliedsstaaten PUE-Werte zwischen 1,15 und 1,66. Die EU insgesamt liegt dabei bei einem Wert von 1,36. Zur Vergrößerung der Werte bitte das Bild in einem neuem Tab öffnen.
WUE (Water Usage Effectiveness): Wie effizient wird Wasser im Rechenzentrum genutzt?
Die Kennzahl WUE misst, wie effizient ein Rechenzentrum Wasser nutzt, ausgedrückt in Kubikmetern pro Megawattstunde Energieverbrauch der Informationstechnik (m3/MWh). Ein niedrigerer WUE-Wert weist auf eine höhere Wassereffizienz hin, was bedeutet, dass für vergleichbare IT-Kapazität weniger Wasser verbraucht wird.
Der Wasserverbrauch von Rechenzentren hängt in erster Linie von der eingesetzten Kühltechnologie ab: Einrichtungen, die Verdunstungssysteme verwenden, verbrauchen viel Wasser, während Einrichtungen, die auf Trockenkühler setzen, mit wenig oder gar keinem Wasser auskommen.
Unterschiedliche Voraussetzungen in Europa bleiben unberücksichtigt
Die WUE ist ein hilfreicher Indikator, um den Wasserverbrauch von Rechenzentren einheitlich zu bewerten. Die gesammelten WUE-Kategorien 1 und 2 zeigen jedoch nicht, welche Art von Wasser verwendet wird oder wie knapp das Wasser in der jeweiligen Region ist. Auch mögliche Auswirkungen auf die Umwelt vor Ort, werden nicht berücksichtigt – dabei gibt es in Europa sehr unterschiedliche Voraussetzungen.
Im aktuellen Reporting ergeben sich für die Mitgliedsstaaten WUE-Werte zwischen 0,07 m³/MWh und 1,28 m³/MWh. Die EU insgesamt liegt dabei bei einem Wert von 0,58 m³/MWh. Zur Vergrößerung der Werte Bild in einem neuem Tab öffnen.
ERF (Energy Reuse Factor): Wie energieeffizient ist ein Rechenzentrum?
Der ERF bewertet, wie umfassend die theoretisch entstehende Abwärme eines Rechenzentrums genutzt wird. Er gibt an, wie viel der verbrauchten Energie – insbesondere durch die entstehende Abwärme – für andere Zwecke wiederverwendet wird. Diese überschüssige Energie kann beispielsweise zur Beheizung von Gebäuden, zur Warmwasserbereitung oder zur Einspeisung in Fern- und Nahwärmenetze genutzt werden.
Der Wert liegt zwischen 0 und 1: Ein ERF von 1 bedeutet, dass die gesamte eingesetzte Energie vollständig wiederverwendet wird. Das ist in der Praxis jedoch kaum erreichbar, da beim Transport oder bei der Nutzung der Abwärme immer Energie verloren geht bzw. auch vom Bedarf des Wärmeabnehmers abhängt. Ein ERF von 0 bedeutet dagegen, dass keine Energie zurückgewonnen wird.
Die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren bietet eine große Chance
Allein in Deutschland lag 2024 der Stromverbrauch von Rechenzentren laut Borderstep Institut bei 20 Terrawattstunden. Und der Digitalverband Bitkom schätzt, dass man in Deutschland theoretisch 350.000 Wohnungen mit der bislang weitestgehend ungenutzten Abwärme aus den aktuell existierenden 90 deutschen Großrechenzentren versorgen könnten.
Im aktuellen Reporting ergeben sich für die Mitgliedsstaaten ERF-Werte zwischen 0 (Länder ohne Abwärmenutzung aus Rechenzentren in den berichteten Daten) und 0,457. Die EU insgesamt liegt dabei bei einem Wert von 0,205. Die Werte hierbei beziehen sich allerdings ausschließlich auf Rechenzentren, welche überhaupt Abwärme nutzen. Bezogen auf alle Rechenzentren liegt der Wert bei 0,018. Das bedeutet, dass nur ca. 1,8 Prozent der Abwärme aus Rechenzentren derzeit wiederverwendet wird. Zur Vergrößerung der Werte das Bild in einem neuem Tab öffnen.
REF (Renewable Energy Factor): Wieviel erneuerbare Energie wird genutzt?
Der REF bewertet den Anteil des Energieverbrauchs eines Rechenzentrums aus erneuerbaren Quellen. Er wird als Verhältnis oder Prozentsatz ausgedrückt, wobei ein REF von 1,0 bedeutet, dass der gesamte Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen stammt.
Rechenzentren in der EU setzen verstärkt auf erneuerbare Energien
In vielen EU-Mitgliedstaaten zeigt sich ein erfreulicher Trend: Rechenzentren versorgen sich zunehmend mit erneuerbarer Energie, wodurch sie im EU-weiten Durchschnitt einen REF von bei 0,87 erreichen.
Das bedeutet: 87 Prozent des Stroms, den Rechenzentren nutzen, stammt aus erneuerbaren Quellen. Zum Vergleich: Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Stromverbrauch in der EU liegt derzeit bei rund 45 Prozent. Rechenzentren leisten damit in vielen Ländern bereits heute einen deutlich überdurchschnittlichen Beitrag zur Energiewende.
Im aktuellen Reporting ergeben sich für die Mitgliedsstaaten REF-Werte zwischen 0,36 und 1,00. Die EU insgesamt liegt dabei bei einem Wert von 0,86. Das bedeutet, dass 86 Prozent der Energie von Rechenzentren gemäß der Definition des REF (also inklusive Herkunftszertifikaten) aus Erneuerbaren Energien stammt. Zur Vergrößerung der Werte das Bild in einem neuen Tab öffnen.
Warum wir die Energieeffizienz von Rechenzentren ganzheitlich betrachten sollten? PUE & Co. im Zusammenspiel
Warum PUE allein nicht ausreicht? Effizienzsteigerungen bei der PUE können unbeabsichtigte Folgen für andere Nachhaltigkeitskennzahlen haben. Eine ganzheitliche Bewertung muss daher mehrere Indikatoren einbeziehen:
PUE: Die Kennzahl PUE gibt an, wie effizient ein Rechenzentrum mit Energie umgeht. Sie ist die zentrale Kennzahl zur Bewertung der Energieeffizienz von Rechenzentren.
ERF: Auch der ERF – der Anteil der zurückgewonnenen und anderweitig genutzten Energie – steht in keinem direkten Zusammenhang zur PUE. Energieeffiziente Kühlmethoden können z. B. die Abwärmenutzung erschweren und so den ERF senken.
REF: Eine niedrige PUE sagt nichts über die Herkunft der eingesetzten Energie aus. Nur wenn auch der Anteil erneuerbarer Energien hoch ist, ergibt sich ein nachhaltiges Gesamtbild.
WUE: Wenn Rechenzentren die PUE z. B. durch Umstieg auf wasserbasierte Kühlung verbessern, kann dies den Wasserverbrauch erhöhen – und damit den WUE-Wert verschlechtern.

Mit den erstmals erhobenen Daten wird etwas klarer, wo europäische Rechenzentren in Sachen Nachhaltigkeit stehen – und wie sich ihre Zukunft wirksam gestalten lässt.
Wie können Rechenzentren grüner werden?
Viele Rechenzentren geben an, dass sie „grünen Strom“ nutzen – also Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Sonne. Bisher geschieht das oft über sogenannte Herkunftsnachweise. Kritiker hinterfragen diese Methode zunehmend, da sie nicht immer sicherstellt, dass tatsächlich neuer grüner Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird.
Was sind bessere Möglichkeiten, um den Umbau zu einem klimaneutralen Energiesystem zu unterstützen?
Grüne Stromverträge (PPA): Diese ermöglichen, dass direkt Strom aus neuen Wind- oder Solaranlagen eingekauft wird und unterstützen auf diese Weise gezielt den Ausbau erneuerbarer Energien.
Stündliche Abstimmung von Stromerzeugung und -verbrauch: Wenn Rechenzentren ihren Verbrauch genau auf die Zeiten abstimmen, in denen grüner Strom tatsächlich zur Verfügung steht, hilft das dem gesamten Stromsystem dabei, klimafreundlicher zu werden.
Eigene Stromerzeugung vor Ort: Wenn Rechenzentren selbst Strom aus Sonnenenergie oder anderen Quellen erzeugen, wird der Strom genau dort produziert, wo er gebraucht wird. Das entlastet das Stromnetz, verringert Übertragungsverluste und spart Platz, weil keine großen Anlagen weit entfernt gebaut werden müssen.
Einordnung des Stromverbrauchs von Rechenzentren in der EU
In der ersten Runde der Erhebungen (2023) wurden Rechenzentren mit einem absoluten Energieverbrauch von 14 088 GWh (14,09 TWh) erfasst (siehe Bericht S. 80).
Gegenüber der Datenbank von datacentermap.com wird eine Vollständigkeit der ersten Berichterstattung von ~36% angenommen (siehe Bericht S. 24). Dabei ist zu berücksichtigen, dass datacentermap.com selbst auf größtenteils freiwilligen Eintragungen basiert und keine allumfassende Datenbank aller Rechenzentren darstellt.
Des Weiteren sind die Rechenzentren und IT-Räume unter 500 kW nicht verpflichtet, ihre Daten zu berichten. Damit stehen die aktuellen Zahlen nicht im Widerspruch zu den 45 – 65 TWh aus der Meta-Studie von Kamiya, G. & Bertoldi, P. (2024) oder den auf Server-Verkäufen gestützten Schätzung (Bottom-Up) von ~87 TWh, die in Hintemann (2020) für 2025 prognostiziert werden.
Publikationen zum Thema
- European Commission: Directorate-General for Energy, AIT, Borderstep and EY, Assessment of the Energy Performance and Sustainability of Data Centres in the EU – First Technical Report, Publications Office of the European Union, 2025. Download
- Coroamă, V. C., Hinterholzer, S., Dumbravă, O., & Hintemann, R. (2025) Energy Efficiency of Servers. Download
- Stand und Entwicklung des Rechenzentrumsstandorts Deutschland. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Berlin: BMWK (2025). Download
- Bitkom-Studie Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen – Stand 2024. Berlin: Bitkom. Download

Zahl der Woche – direkt aus der Welt der Rechenzentren
Zahlen können trocken sein – müssen sie aber nicht! Einmal in der Woche picken wir uns in Zusammenarbeit mit DataCenter-Insider eine besonders spannende, überraschende oder einfach beeindruckende Zahl aus der Rechenzentrumsbranche heraus. Mal geht’s um Strom, mal ums Wachstum, mal um neue Rekorde – aber immer um das, was unsere digitale Welt antreibt.
08.01.2026
Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten könnten sich verdreifachen
Der Rechenzentrumsmarkt in Deutschland boomt. Beinahe im Wochentakt werden neue Projekte angekündigt – viele davon mit einem Strombedarf, der dem einer Großstadt entspricht. Ob und wie schnell die Projekte realisiert werden, kann niemand zuverlässig beantworten. Aber die Dimension ist enorm: Zusammengenommen kommen die geplanten Projekte auf eine Kapazität von 5.500 MW – vergleichbar mit der Leistung von vier Atomkraftwerken.
Weitere Informationen:
Studie: Rechenzentren in Deutschland
18.12.2025
Frankfurt Rhein/Main bleibt Deutschlands bedeutendster Rechenzentrumsstandort
Mit 1.100 Megawatt Rechenzentrumskapazität liegt Hessen – getragen von der Region Frankfurt Rhein/Main – im Bundesländervergleich deutlich an der Spitze. Und dies wird auch in Zukunft so bleiben. Aktuell sind in der Region Frankfurt Rhein/Main neue Rechenzentrums-Projekte mit einer Kapazität von über 2.300 Megawatt geplant.
Weitere Informationen:
Studie: Rechenzentren in Deutschland
11.12.2025
Hohe Nachfrage nach Rechenzentrums-Kapazitäten
Die Region Frankfurt-Rhein/Main weist mit lediglich 3 % die niedrigste Leerstandsquote aller führenden Rechenzentrumsmärkte in Europa auf. Offen bleibt, ob dies vor allem die hohe Attraktivität des Standorts widerspiegelt – oder ob der Ausbau neuer Kapazitäten schlicht nicht schnell genug vorankommt.
Weitere Informationen:
European Data Centres Figures Q2 2025
4.12.11.2025
Cloud Computing treibt das Wachstum der Rechenzentren in Deutschland
Die Kapazitäten der Cloud-Installationen in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 17 % auf 1.450 Megawatt gestiegen. Grund sind insbesondere die Milliardeninvestitionen von internationalen Tech-Konzernen. Aber auch mittelständische nationale Cloud-Anbieter wachsen deutlich.
Weitere Informationen:
Studie: Rechenzentren in Deutschland
27.11.2025
KI heizt Rechenzentrumswachstum an
Die größten Rechenzentrumsmärkte der USA – North Virginia, Chicago, Atlanta und Phoenix – verzeichneten im ersten Quartal 2025 einen durchschnittlichen Kapazitätszuwachs von 43 % gegenüber dem Vorjahr. Wie der Immobiliendienstleister CBRE ermittelt, konnte Northern Virginia damit seine Stellung als weltweit größter Rechenzentrumsstandort weiter ausbauen; Atlanta hat seine Kapazitäten sogar verdreifacht und sich damit auf den zweiten Platz vorgeschoben.
Weitere Informationen:
Global Data Center Trends 2025
20.11.2025
Energiebedarf von Rechenzentren steigt weiter
Effizienzsteigerungen können den wachsenden Bedarf an Rechenleistung nicht ausgleichen. Trotz stetiger Effizienzverbesserungen führt der aktuell boomende Rechenzentrumsmarkt zu weiter steigenden Energiebedarfen der Branche. Im Jahr 2025 werden die Rechenzentren in Deutschland voraussichtlich 21,3 Mrd. kWh Strom verbrauchen – mehr, als alle deutschen Wasserkraftanlagen zusammen erzeugen.
Weitere Informationen:
Studie: Rechenzentren in Deutschland
13.11.2025
Investitionen auf Rekord-Niveau
Im Jahr 2025 werden Rekordsummen in die Rechenzentren in Deutschland investiert: 12 Mrd. € in IT-Hardware und 3,3 Mrd. € in Gebäude und technische Gebäudeausrüstung. Auch in Zukunft wird der deutsche Markt deutlich wachsen. Ein Beleg dafür ist die aktuelle Ankündigung von Milliarden-Investitionen durch Google. Aber auch die Investitionen von nationalen und regionalen Rechenzentrums- und Cloud-Anbietern steigen deutlich.
Weitere Informationen:
Studie: Rechenzentren in Deutschland
06.11.2025
Deutschlands Wärmenetze sind noch zu heiß
Ob Abwärme aus Rechenzentren sinnvoll genutzt werden kann, hängt maßgeblich vom Temperaturniveau der vorhandenen Wärmenetze ab. Während moderne Netze bereits mit Temperaturen von 70 °C oder darunter arbeiten, lag das Temperaturniveau laut Fernwärmeverband AGFW im Jahr 2022 bei über drei Vierteln der deutschen Fernwärmenetze noch bei 90 °C oder mehr.
Weitere Informationen:
DC2HEAT
30.10.2025
Ende von Moore’s Law?
Zwischen 2017 und 2022 verbesserte sich die Energieeffizienz von Standardservern – gemessen in Rechenleistung (GigaFLOPs) pro Watt – jährlich um durchschnittlich 26 %. Da die physischen Grenzen der Miniaturisierung erreicht werden, gehen viele Expertinnen und Experten davon aus, dass sich derartige Effizienzgewinne in Zukunft nicht mehr erreichen lassen.
Weitere Informationen:
Studie: Energy Efficiency of Servers
23.10.2025
Hohe Anforderungen an die Ausfallsicherheit von Rechenzentren
Um das Risiko von Ausfällen zu reduzieren, setzen Betreiberinnen und Betreiber auf redundante Infrastrukturen – vor allem bei der Klimatisierung und der Stromversorgung. Besonders verbreitet ist das N+1-Redundanzkonzept: Dabei wird jeder technischen Anlage eine zusätzliche Komponente hinzugefügt, um Ausfälle oder notwendige Wartungsarbeiten ohne Betriebsunterbrechung abfangen zu können.
Weitere Informationen:
Bitkom-Studie: Rechenzentren in Deutschland
16.10.2025
Dezentralität als Pfeiler einer souveränen und resilienten digitalen Infrastruktur
Viele Unternehmen und Behörden in Deutschland betreiben Klein-Rechenzentren und Serverräume. Diese 50.000 kleinen IT-Lokationen mit weniger als 100 kW IT-Anschlussleistung sind damit ein wesentliches Element einer souveränen und resilienten digitalen Infrastruktur.
Weitere Informationen:
Bitkom Studie: Rechenzentren in Deutschland
09.10.2025
EU will Wachstum der Rechenzentren massiv beschleunigen
Die EU will im internationalen KI-Wettlauf aufholen und Europa zu einem führenden KI-Standort machen. Dazu sollen auch die KI-Daten- und Computerinfrastruktur massiv ausgebaut werden. Innerhalb der nächsten 5 – 7 Jahre soll sich die Rechenzentrumskapazität in der EU mindestens verdreifachen. Ein ehrgeiziges Ziel – zumal Herausforderungen wie begrenzte Netzanschlusskapazitäten, lange Genehmigungs- und Bauzeiten sowie Lieferengpässe bei Geräten und Anlagen berücksichtigt werden müssen.
Weitere Informationen:
EU Kommission
02.10.2025
Unabhängig vom Stromnetz
In den USA gehen Experten davon aus, dass bis 2030 mehr als ein Viertel der Rechenzentren unabhängig vom öffentlichen Netz betrieben werden können. Erste Projekte gibt es auch in Deutschland. Ob das gut für das Klima ist? Das hängt davon ab, wie der Strom erzeugt wird. Derzeit setzen viele Konzepte auf Erdgas – mit entsprechend negativen Folgen für die CO₂-Bilanz. Für die Zukunft werden in den USA kleine Atomreaktoren diskutiert. Diese schneiden zwar besser beim Klima ab, bringen aber neue Herausforderungen mit sich – von Sicherheitsfragen über Kosten bis hin zu langfristiger Nachhaltigkeit
Weitere Informationen:
Bloomenergy
25.09.2025
Beton treibt CO₂-Emissionen bei Rechenzentren in die Höhe
Große Rechenzentrumsprojekte tragen nicht nur im Betrieb, sondern auch durch den Bau der Gebäude zum Klimawandel bei. Vor allem Beton hat eine hohe Klimawirkung. Die Zementherstellung verursacht acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Auch hier gibt es Möglichkeiten zum Klimaschutz, etwa durch die Entwicklung klimafreundlichen Betons oder den Einsatz von Holz als nachhaltigem Baustoff.
Weitere Informationen:
WWF: Klimaschutz in der Beton- und Zementindustrie
18.09.2025
Mega-Rechenzentren im KI-Zeitalter
Die enormen Leistungsanforderungen von Anwendungen im Bereich der generativen KI führen dazu, dass immer größere Rechenzentren gebaut werden. Ein prominentes Beispiel ist Elon Musks Supercomputer Colossus. Dieser soll zukünftig über bis zu einer Million GPUs (Graphics Processing Units) verfügen. Damit könnte die IT-Leistung dieses Rechenzentrums etwa ein Gigawatt erreichen. Zum Vergleich: In Deutschland lag die maximale IT-Leistung aller Rechenzentren zusammen im Jahr 2024 bei unter 3 Gigawatt.
Weitere Informationen:
Datacenter Insider
11.09.2025
Digitalisierung treibt Hardwarebedarf in die Höhe
Die Zahlen variieren je nach Quelle, doch der Trend ist eindeutig: Die Zahl der weltweit installierten Server steigt kontinuierlich. Gleichzeitig nimmt ihre Leistung – vor allem durch den verstärkten Einsatz leistungsfähiger GPUs (Graphics Processing Units) – deutlich zu. Das Resultat: Massiv steigende Energie- und Ressourcenbedarfe von Rechenzentren.
Weitere Informationen:
Paper: Server stock data
04.09.2025
Balanceakt zwischen Kühlung und Energieeffizienz
Um ihren Energieverbrauch zu reduzieren, setzen viele Rechenzentren auf Verdunstungskühlung – ein Verfahren, das Strom spart, aber Wasser verbraucht. Laut den an die EU gemeldeten Daten benötigen Rechenzentren im Durchschnitt 0,58 Liter Wasser pro verbrauchter Kilowattstunde Strom.
Weitere Informationen:
Facts & Figures: Rechenzentren in der EU
28.08.2025
Digitale Infrastruktur schafft Arbeitsplätze
Rechenzentren schaffen Arbeitsplätze mit Zukunft. Interessanter Nebeneffekt: Während der Bau von Großrechenzentren vor allem Wirkung auf die nationalen und internationalen Arbeitsmärkte hat, stärken die Rechenzentren von mittelständischen Anbietern die regionale Wirtschaft.
Weitere Informationen:
Bitkom Studie: Rechenzentren in Deutschland
21.08.2025
Frankfurt/Rhein-Main baut Position weiter aus
Rechenzentren neigen zur räumlichen Ballung
– ein Phänomen, das als „Data Gravity“ bekannt ist. In Deutschland konzentrieren sich die Rechenzentren auch zukünftig sehr stark im Raum Frankfurt/Rhein-Main. Mit deutlichem Abstand folgt die Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg auf Platz zwei der wichtigsten Standorte für digitale Infrastruktur.
Weitere Informationen:
Bitkom Studie: Rechenzentren in Deutschland
14.08.2025
Rechenleistung wächst deutlich
20 Jahre Mehrkern-Technologie: CPUs im Leistungssprung. Vor zwei Jahrzehnten hielten Mehrkern-Prozessoren Einzug in die Serverwelt – ein Meilenstein für die Effizienz und Leistungsfähigkeit von Rechenzentren. Heute können Server-Prozessoren 128 oder mehr Kerne besitzen. Insgesamt arbeiten über 160 Millionen Kerne in Deutschlands Rechenzentren.
Weitere Informationen:
Bitkom Studie: Rechenzentren in Deutschland
07.08.2025
Langwierige Realisierung von Rechenzentrumsprojekten
In Deutschland müssen für größere Rechenzentren Planungs- und Bauzeiten von mindestens 3,5 Jahren einkalkuliert werden – oft dauert es auch deutlich länger.
Ein Blick in die USA zeigt, wie groß die Unterschiede sein können: Dort wurde das Colossus-Rechenzentrum von Elon Musk mit einer Anschlussleistung von rund 100 Megawatt in nur 122 Tagen errichtet – ein Extrembeispiel, das dennoch zeigt, was möglich ist.
Weitere Informationen:
Heise Online
31.07.2025
Fällt Europa weiter zurück?
Allein im Jahr 2025 werden die vier großen US-Technologiekonzerne – Amazon, Microsoft, Alphabet (Google) und Meta – voraussichtlich über 320 Milliarden US-Dollar in Künstliche Intelligenz und Rechenzentrumsinfrastruktur investieren. Zum Vergleich: Die Europäische KI-Champions-Initiative hat auf dem KI-Gipfel im Februar 2025 für die nächsten fünf Jahre Investitionen in Höhe von 150 Milliarden Euro angekündigt.
Weitere Informationen:
The Economic Times
24.7.2025
Rechenzentrumsmarkt boomt weiter
Starkes Wachstum erwartet: Die Kapazitäten der Rechenzentren in Deutschland werden in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut.
Bis zum Jahr 2030 soll die installierte IT-Anschlussleistung auf rund 4.850 Megawatt steigen – und damit mehr als doppelt so hoch sein wie noch im Jahr 2022.
Weitere Informationen:
Bitkom Studie: RZ in Deutschland
18.07.2025
So können Rechenzentren die Energiewende unterstützen
Rechenzentren verfügen über leistungsstarke Infrastrukturen – und genau die können eine wichtige Rolle im Energiesystem übernehmen. Richtig eingebunden, lassen sich Notstromaggregate, Batteriespeicher oder neue Technologien wie Brennstoffzellen zur Bereitstellung von Regelleistung nutzen. Damit könnten Rechenzentren helfen, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die Integration erneuerbarer Energien oder unvorhergesehene Ereignisse entstehen können.
Weitere Informationen:
BMWK Gutachten: Stand und Entwicklung des Rechenzentrumsstandorts Deutschland
11.07.2025
Deutsche Rechenzentren setzen Maßstäbe bei der Energieeffizienz
Rechenzentren in Deutschland arbeiteten im Jahr 2024 mit einem durchschnittlichen PUE-Wert von 1,46. Das bedeutet: 46 % des Stroms, den die IT im Rechenzentrum verbraucht, wird zusätzlich noch für Klimatisierung, unterbrechungsfreie Stromversorgung und sonstige Gebäudetechnik benötigt. Im internationalen Vergleich ist das ein klarer Effizienzvorsprung: Eine Studie des Uptime-Instituts ermittelt einen weltweit durchschnittlichen PUE-Wert von 1,56 im Jahr 2024.
Weitere Informationen:
Bitkom Studie: RZ in Deutschland
Zahl vom 04.07.2025
Wärme aus der Cloud: Klimafreundlich heizen
In Deutschland gewinnt die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren zunehmend an Bedeutung. Das Potenzial für die Wärmewende ist beachtlich – auch wenn weiterhin Herausforderungen bestehen, etwa bei der Anbindung an geeignete Wärmenetze. Das Forschungsprojekt DC2HEAT schätzt, dass bis zum Jahr 2035 bis zu 300.000 Wohnungen mit Rechenzentrumsabwärme beheizt werden könnten. Das würde einer jährlichen Einsparung von rund 650.000 Tonnen Treibhausgasen entsprechen.
Weitere Informationen:
DC2HEAT
Zahl vom 27.06.2025
Mehr Rechenpower für KI: Rechenzentren im Wandel
USA weltweit führend: Zwar gibt es in Deutschland im internationalen Vergleich viele Hochleistungsrechner, die vor allem für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden. Spezielle KI-Hardware ist hierzulande aber eher selten. In den USA belegen KI-Server aktuell bereits ungefähr die Hälfte aller Rechenzentrumskapazitäten.
Weitere Informationen:
Rechenzentrumsstudie des Berkeley Lab
Bitkom Studie: RZ in Deutschland
Borderstep Expertise
Das Borderstep Institut ermittelt bereits seit 2007 Zahlen zum Stromverbrauch von Rechenzentren.
Die Berechnungen erfolgen mit Hilfe eines umfangreichen Strukturmodells der Rechenzentrumslandschaft in Deutschland und Europa, das am Borderstep Institut entwickelt wurde und seit 2012 regelmäßig aktualisiert wird.
In dem Modell sind die Rechenzentren in unterschiedlichen Größenklassen in ihrer Ausstattung mit verschiedenen Servertypen, Speichersystemen und Netzwerkinfrastrukturen beschrieben.
Außerdem wird zwischen Cloud-, Edge und traditionellen Rechenzentren unterschieden. Auch die Altersstruktur der Server und die Stromverbräuche der verschiedenen Servertypen in unterschiedlichen Betriebszuständen werden dabei berücksichtigt. Ebenso ist die Gebäudetechnik wie Klimatisierung, Stromversorgung, USV, etc. modelliert.
Auswahl an Publikationen
- BMWK (Hrsg.). (2025). Stand und Entwicklung des Rechenzentrumsstandorts Deutschland. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Download
- Hintemann, R., Hinterholzer, S. & Progni, K. (2024). Bitkom-Studie Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen – Stand 2024. Berlin: Bitkom. Download
- Hintemann, R. & Hinterholzer, S. (2023). Rechenzentren 2022. Steigender Energie- und Ressourcenbedarf der Rechenzentrumsbranche. Download
- Hintemann, R. & Hinterholzer, S. (2022). Rechenzentren 2021. Cloud Computing treibt das Wachstum der Rechenzentrumsbranche und ihres Energiebedarfs. Download
- Hintemann, R. (2021). Rechenzentren 2020. Cloud Computing profitiert von der Krise. Energiebedarf der Rechenzentren steigt trotz Corona weiter an. Download
- Hier finden Sie alle Publikationen im Bereich Digitalisierung.
Rechenzentren 2022
Der Stromverbrauch der Rechenzentren in
Deutschland nimmt weiter zu. 17,9 Mrd. kWh verbrauchten die Rechenzentren im Jahr 2022. Das ist deutlich mehr, als die ganze Stadt Berlin benötigt. Tendenz: weiter steigend!
Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft führt zum Bau neuer und auch sehr großer Rechenzentren. Und deren Stromverbrauch nimmt weiter zu.
Mit 17,9 Mrd. kWh verbrauchten die Rechenzentren in Deutschland 2022 fast eine Mrd. kWh mehr Strom als im Jahr 2021. Der Stromverbrauch eines einzigen Mega-Rechenzentrums kann die Größenordnung des Stromverbrauchs einer Großstadt erreichen.
Stromverbrauch steigt weiter | Effizienz verbessert sich
Besonders deutlich steigt der Stromverbrauch der IT-Komponenten (Server, Storage und Netzwerk), der sich seit 2010 auf 11,8 Mrd. kWh mehr als verdoppelt hat. Die Effizienz der Gebäudetechnik der Rechenzentren hat sich seit 2010 deutlich verbessert. Dennoch wird auch heute noch ein Drittel des verbrauchten Stroms für Klimatisierung, Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und andere Gebäudetechnik aufgewendet.
Zwischen 2010 und 2022 stieg der Stromverbrauch der Gebäudetechnik nur moderat von 4,6 auf
6,1 Mrd. kWh/a an. Der PUE-Wert, ein Maß für die Effizienz der Gebäudetechnik, verbesserte sich sehr deutlich von 1,82 auf 1,52. Wenn sich der Trend des Baus von Rechenzentren fortsetzt, wird auch der Stromverbrauch weiter steigen. Ein Anstieg auf über 30 Mrd. kWh/a im Jahr 2030 wäre möglich.
Facts Stromverbrauch
- Rechenzentren verbrauchten im Jahr 2022 17,9 Mrd. kWh Strom.
- Das sind 3,7 % des deutschen Stromverbrauchs und deutlich mehr als die ganze Stadt Berlin benötigt.
- Der Stromverbrauch von IT-Komponenten in den Rechenzentren hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt.
- Ein Anstieg auf über 30 Mrd. kWh/a im Jahr 2030 wäre möglich.
Abwärme muss stärker genutzt werden
Umso wichtiger wird es, Rechenzentren nachhaltig und effizient zu betreiben. Dafür müssen auch die weiteren Ressourcenbedarfe, wie der Wasser- und Flächenverbrauch, stärker in den Blick genommen werden. Auch die Abwärme, die beim Betrieb von Rechenzentren entsteht, muss stärker genutzt werden.
Der Digitalverband Bitkom schätzt, dass theoretisch 350.000 Wohnungen mit der bislang weitestgehend ungenutzten Abwärme aus den aktuell existierenden 90 deutschen Großrechenzentren versorgt werden könnten.
Es fehlt an den Voraussetzungen
Dazu fehlt es aber sowohl an technischen Voraussetzungen wie, z. B. Wärmenetzen, als auch an geeigneten organisationalen und wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen auf Seiten der Rechenzentren und der Energieversorger.
Ändert sich dies, könnten nach Schätzungen von Borderstep bis zum Jahr 2035 unter sehr guten Rahmenbedingungen bis zu
6 Mrd. kWh/a an Abwärme aus Rechenzentren genutzt werden.
Facts Abwärme
- Aktuell könnten theoretisch 350.000 Wohnungen mit der Abwärme aus Deutschlands 90 Großrechenzentren geheizt werden.
- Bis 2035 könnten auch praktisch bis zu 6 Mrd. kWh/a an Abwärme aus Rechenzentren genutzt werden.
- Damit könnten bis zu 600.000 Wohnungen mit Wärme aus Rechenzentren versorgt werden.
Handlungsempfehlungen
- Abwärme aus Rechenzentren muss stärker genutzt werden.
- Dafür ist der Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen dringend nötig.
- Technische Voraussetzungen zur Auskopplung von Abwärme aus Rechenzentren müssen geschaffen werden.
Klimafreundlichkeit der Rechenzentren hängt stark vom Strommix ab
In Deutschland betriebene Rechenzentren verursachen erhebliche Mengen an Treibhausgasemissionen, die größtenteils (bis zu 90 %) auf die Stromversorgung der Rechenzentren zurückzuführen sind. Die hohe Rate an Treibhausgasemissionen resultiert aus dem noch wenig klimafreundlichen Strommix in Deutschland. Je mehr Strom zukünftig durch erneuerbare Energien gewonnen wird, desto weniger Treibhausgasemissionen entstehen.
Aber auch bei der Herstellung der IT-Geräte und der Errichtung der Rechenzentren entstehen Treibhausgasemissionen, wenngleich ihr Anteil mit etwa 10 % an den
Gesamtemissionen der Rechenzentren vergleichsweise gering ist. Mit dem zunehmenden Einsatz erneuerbarer Energiequellen in der Stromversorgung gewinnt jedoch der Anteil dieser Emissionen verhältnismäßig an Bedeutung.
In Ländern mit klimafreundlicher Stromerzeugung, z.B. in Skandinavien oder in Frankreich (durch Atomstrom), verursachen bereits heute die Herstellung der IT-Geräte und der Bau der Gebäude mehr Treibhausgasemissionen als der Stromverbrauch der Rechenzentren.
Mögliche Entwicklung der Treibhausgasemissionen durch den Stromverbrauch der Rechenzentren und kleineren IT-Installationen in Deutschland bis 2030 in zwei Szenarien:
EU-Prognose (EUCO3232.5) und 80 % Ziel (IINAS)
Weitere Infos
Das Borderstep Institut ermittelt bereits seit 2007 Zahlen zum Stromverbrauch von Rechenzentren.
Die Berechnungen erfolgen mit Hilfe eines umfangreichen Strukturmodells der Rechenzentrumslandschaft in Deutschland und Europa, das am Borderstep Institut entwickelt wurde und seit 2012 regelmäßig aktualisiert wird.
In dem Modell sind die Rechenzentren in unterschiedlichen Größenklassen in ihrer Ausstattung mit verschiedenen Servertypen, Speichersystemen und Netzwerkinfrastrukturen beschrieben.
Außerdem wird zwischen Cloud-, Edge und traditionellen Rechenzentren unterschieden. Es werden auch die Altersstruktur der Server und die Stromverbräuche der verschiedenen Servertypen in unterschiedlichen Betriebszuständen berücksichtigt. Ebenso ist die Gebäudetechnik wie Klimatisierung, Stromversorgung, USV, etc. modelliert.

Digitalisierung braucht Rechenzentren. Ohne sie können wir unsere Smartphones nicht nutzen und fast alle Fabriken würden stillstehen. Aber gerade weil wir immer mehr Rechenzentren brauchen, müssen wir sicherstellen, dass diese so klimafreundlich und nachhaltig wie möglich gebaut und betrieben werden.
Publikationen
- Hintemann, R. & Hinterholzer, S. (2022). Rechenzentren 2021. Cloud Computing treibt das Wachstum der Rechenzentrumsbranche und ihres Energiebedarfs. Download
- Hintemann, R. (2021). Rechenzentren 2020. Cloud Computing profitiert von der Krise. Energiebedarf der Rechenzentren steigt trotz Corona weiter an. Download
- Hintemann, R. (2020). Rechenzentren 2018. Effizienzgewinne reichen nicht aus: Energiebedarf der Rechenzentren steigt weiter deutlich an. Download
- Hintemann, R. (2018). Rechenzentren 2017. Boom führt zu deutlich steigendem Energiebedarf der Rechenzentren in Deutschland im Jahr 2017. Download
- Hintemann, R. (2017). Rechenzentren 2016. Trotz verbesserter Energieeffizienz steigt der Energiebedarf der deutschen Rechenzentren im Jahr 2016. Download
- Hintemann, R. (2015). Rechenzentren 2015. Deutliches Wachstum bei deutschen Rechenzentren – Update 2015. Download
- Hintemann, R. (2015). Rechenzentren 2014. Deutliches Wachstum bei deutschen Rechenzentren im Jahr 2014. Download
- Hintemann, R. & Fichter, K. (2013). Server und Rechenzentren in Deutschland im Jahr 2012. Download
DOWNLOAD: FACTS & FIGURES RECHENZENTREN
Klimaschutz durch Videokonferenzen statt Dienstreisen
Seit dem Jahr 2009 ist die Anzahl der
Geschäftsreisen in durchschnittlich um ca. 3 Prozent pro Jahr gestiegen. Wurden im Jahr 2009 noch knapp 145 Millionen Geschäftsreisen durchgeführt, lag die Anzahl im Jahr 2019 bereits bei 195 Millionen (VDR, 2014, 2020).
Problematisch daran ist, dass diese Reisen überwiegend mit dem PKW (knapp 40 Prozent) und dem Flugzeug (ca. 36 Prozent) durchgeführt wurden. Die klimafreundliche Bahn kam nur auf einen Anteil von 22 Prozent (Clausen & Schramm, 2021).
Mit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 ist die Anzahl der Dienstreisen um knapp 83 Prozent zurückgegangen (VDR, 2021). Alternative Möglichkeiten der Zusammenarbeit mussten gefunden werden.
Das Angebot von Online Videokonferenzformaten ist in dieser Zeit explodiert. Und wie eine im Juni 2021 vom Borderstep Institut durchgeführte Repräsentativbefragung zeigt, hat sich die Nutzung dieser Tools deutlich intensiviert
Facts Dienstreisen
- Flugzeug und PKW waren bis 2019 die für Dienstreisen am häufigsten genutzten Verkehrsmittel.
- Die klimafreundliche Bahn kam nur auf einen Anteil von 22 Prozent.
- Im Corona-Jahr 2020 ist die Anzahl der Dienstreisen um knapp 83 Prozent zurückgegangen.
Nutzung von Videokonferenzen vor und nach Corona
Viele Erfahrungen mit Videokonferenzen sind positiv. Sie reduzieren deutlich den Zeitaufwand für Meetings und immer dann, wenn sie eine Dienstreise ersetzen, reduzieren sie auch die Kosten. Im Vergleich zu realen Meetings haben sie also ein sehr günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis. Trotzdem wurden Online Videokonferenzen bis 2020 nur wenig genutzt. In einer von Borderstep im Jahr 2021 durchgeführten Repräsentativbefragung wurden 500 Geschäftsreisende zu ihrem Geschäftsreiseverhalten vor der Pandemie und den erwarteten Veränderungen in der Post-Corona-Zeit befragt.
Die Pandemie erzwingt den Wandel
Die Befragung ergab, dass vor Corona lediglich 45 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche eine Videokonferenz durchgeführt haben. Die notwendigen Verhaltensänderungen waren ein Hemmnis. Kulturelle Barrieren mussten überwunden und Reisegewohnheiten durchbrochen werden. Seit März 2020 erzwingt die Pandemie den Wandel der Verhaltensweisen. Im Juni 2021 haben fast 90 Prozent der Befragten einmal pro Woche eine Videokonferenz durchgeführt. Die tägliche Nutzung ist von 7 Prozent auf 33 Prozent gestiegen. Auf Basis von Erkenntnissen der Diffusionsforschung kann erwartet werden, dass das geänderte Verhalten aufgrund seiner Vorteile in einem hohen Umfang beibehalten wird.
Facts Videokonferenzen
- Videokonferenzen reduzieren deutlich den Zeit- und Kostenaufwand für Meetings.
- Auch nach der Pandemie werden dauerhaft 25 Prozent weniger Dienstreisen erwartet.
- Videokonferenzen sparen mehr als 90 Prozent der Treibhausgas (THG)-Emissionen im Vergleich zu einer Dienstreise.
Weiter lässt sich aus den Ergebnissen der Befragung ableiten, dass die Personen eine Reduzierung ihrer dienstlichen Reisen um 25 Prozent erwarten. Dies hätte eine Reduktion der Treibhausgasemissionen von ca. 3 Mio. t CO2äq pro Jahr zur Folge.
Potenzial von Dienstreisenrückgang nutzen
Um die möglichen THG-Einsparungen zu realisieren, müssen Videokonferenzen weiterhin verstärkt genutzt werden. Denn im Vergleich zu einer Dienstreise lassen sich durch den Einsatz von Online Kollaborationstools mehr als 90 Prozent der THG-Emissionen einsparen.
Videokonferenzen sparen Zeit und Geld
Mit Blick auf die Substitution von Geschäftsreisen durch Videokonferenzen ist von einem starken Stabilisierungseffekt auszugehen. Getrieben wird dieser von den Geschäftsreisenden durch die erhebliche eingesparte Zeit, von den Unternehmen durch die ebenso erheblichen eingesparten Kosten. Laut Verband deutsches Reisemanagement (VDR) sind die Kosten für Geschäftsreisen von 55,3 Mrd. € in 2019 auf 10,1 Mrd. € in 2020 und damit um knapp 82 Prozent zurückgegangen (siehe VDR, 2021).
Reboundeffekte könnten in zusätzlichen Videokonferenzen bestehen, deren Klimawirkung aber im Vergleich zu realen Reisen eher gering ist.
Fazit
- Videokonferenzen sind gut fürs Klima und bei bestimmten Meeting-Formaten eine sehr gute Alternative zu Präsenztreffen. Daher sollte gut abgewogen werden, ob ein persönliches Meeting wirklich notwendig ist.
- Treffen, die dem reinen Informationsaustausch dienen, können sehr gut virtuell stattfinden.
- Verhandlungen oder Treffen, die dem Kennenlernen dienen, sollten dagegen weiterhin physisch stattfinden.
DOWNLOAD: FACTS & FIGURES KLIMASCHUTZ DURCH VIDEOKONFERENZEN STATT DIENSTREISEN
Klimaschutz durch Gebäudeautomation
Gebäude sind einer der Hauptverursacher von
CO2-Emissionen in Deutschland. Sie sind für ein Drittel des Endenergiebedarfs in Deutschland verantwortlich. Für die deutsche Klimapolitik ist der Gebäudesektor deshalb ein zentraler Baustein.
In der bisherigen Diskussion standen vor allem die energetische Sanierung (Dämmung, Tausch von Fenstern, etc.) sowie die Dekarbonisierung der Energieträger (Gas und Öl) im Mittelpunkt.
Aber auch digitale Technologien im Gebäudesektor (Gebäudeautomation) können erheblich zur Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Emissionen beitragen. Ihre Rolle für den Klimaschutz wurde bisher jedoch nicht systematisch ermittelt.
Das Borderstep Institut hat daher in mehreren Studien die CO2-Einsparpotenziale von Gebäudeautomation in Deutschland analysiert.
Facts
- Im Jahr 2020 verursachte der Gebäudesektor in Deutschland 118 Mio. Tonnen CO2-Emissionen. Das sind rund 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland.
- Laut Klimaschutzgesetz müssen diese Emissionen bis zum Jahr 2030 auf 67 Mio. Tonnen sinken und damit nahezu halbiert werden.
- Dies kann nur durch die Kombination verschiedener Maßnahmen gelingen.
In der Studie Klimaschutz und Energieeffizienz durch digitale Gebäudetechnologien für den Branchenverband Bitkom untersuchte das Borderstep Institut die Rolle von digitalen Technologien für den Klimaschutz im Gebäudesektor. Tragen digitale Technologien zu einer Senkung des Energieverbrauchs in Gebäuden bei? Welchen Anteil haben sie bei der Erreichung der Klimaschutzziele?
Facts
- Durch den Einsatz von Gebäudeautomation in Wohn- und Nicht-Wohngebäuden können kurz- bis mittelfristig (2030) bis zu 14,7 Mio. t CO2-Emissionen im Gebäudesektor eingespart werden.
- Dies entspricht fast 30 Prozent des im Klimaschutzgesetz formulierten Reduktionsziels von 51 Mio. t. für den Gebäudesektor.
- Die Technik spart zudem ein Vielfaches der Energie ein, die sie über ihren gesamten Lebenszyklus verbraucht.
- Gebäudeautomation ermöglicht es, einen höheren Anteil erneuerbarer Energien im Gebäude zu nutzen, indem z. B. Überschussstrom in Warmwasser umgewandelt wird oder Elektroautos geladen werden.
Fazit
- Gebäudeautomation kann erheblich zur Reduktion des Energieverbrauchs und von CO2-Emissionen beitragen.
- Bisher gibt es jedoch zu wenig Anreize für Investitionen in die Technik, denn im Gebäudesektor liegt oftmals ein Investor-Nutzer-Dilemma vor: Der Investor (Vermieter) hat kaum Anreize, in effiziente Technik zu investieren, da er die Investition nicht auf die Nutzer (Mieter) der Technik umlegen kann.
- Das Borderstep Institut schlägt deshalb vor, Gebäudeautomation in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zu verankern und Kosten sowie Nutzen zwischen Vermietern und Mietern aufzuteilen.
DOWNLOAD:FACTS & FIGURES KLIMASCHUTZ DURCH GEBÄUDEAUTOMATION



















































