Die Wärmewende voranbringen

Crashkurs Wärmewende

Online-Veranstaltungsreihe von ScientistsForFuture, Klimawende von unten und Borderstep Institut

  • 23. September - 18. November
  • ONLINE

Chrashkurs Wärmewende

Je länger wir uns mit der Wärmewende beschäftigen desto deutlicher wird, dass hier zu wenig geschieht. Obwohl der Wärme- und Gebäudesektor für ein Drittel aller Emissionen verantwortlich ist, steigt Deutschland erst Ende 2038 aus der Kohle aus und hält die flächendeckende Erdgasversorgung in vollem Umfang aufrecht.

Mythen über Alternativen zu fossilen Brennstoffen beseitigen

Auch die Diskussion über Alternativen zu Kohle, Heizöl und Erdgas ist nicht hinreichend weit fortgeschritten und durchsetzt von Mythen und falschen Vorstellungen:

  • Biomasse sei reichlich vorhanden und noch stark skalierbar,
  • Wasserstoff zum Heizen und Autofahren wäre bald verfügbar,
  • Geothermie führe zu Erdbeben,
  • Solarthermie brauche zu große Flächen und sei teuer und
  • was Abwärme und Wärmenetze sind, ist vielen Leuten gar nicht bewusst.

Wärmewende mit faktenbasierter Diskussion voranbringen

Die Wärmewende muss, wie die Bedrohung durch die Klimakrise, mit einer „faktenbasierten Diskussion“ vorangebracht werden. Eine solche Diskussion möchten wir im Rahmen von fünf Info-Veranstaltungen führen.

Das Ziel der Veranstaltungen ist, die Teilnehmenden fit zu machen für die Diskussion mit Politik und Energiewirtschaft. Sie sollen befähigt werden, kritische Diskussionen zu führen und sich erfolgreich für eine nachhaltige und richtungssichere Wärmewende einzusetzen. Dabei stehen in diesem Crashkurs große Lösungen, z.B. für Wärmenetze, im Vordergrund.

Zur Zielgruppe gehören alle, die sich in der lokalen Wärmewende engagieren: Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen und Aktivisten, Klimaschutzprofis u.a.m.

Crashkurs Wärmewende

Die Veranstaltungen werden auf „Zoom“ stattfinden und dauern ca. 75 Minuten. Geplant ist ein zweiwöchiger Rhythmus im Zeitraum vom 23. September – 18. November immer am Mittwoch um 19 Uhr. Nach einer fachlichen Einführung von 20 bis 25 Minuten wird es reichlich Zeit für Fragen und Diskussion geben.

ZOOM Zugangsdaten für alle sechs Veranstaltungen

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nutzen Sie vor Beginn der Veranstaltung einfach die folgenden Zugangsdaten:

Link: https://us02web.zoom.us/j/87481333249

Meeting-ID: 874 8133 3249

Schnelleinwahl mobil: +496971049922, 87481333249# Deutschland, +493056795800, 87481333249#

Einwahl nach aktuellem Standort: +49 69 7104 9922 Deutschland, +49 30 5679 5800 Deutschland, +49 69 3807 9883 Deutschland, +49 695 050 2596 Deutschland;

Ortseinwahl suchen: https://us02web.zoom.us/u/kqmaC1iPy

18. November 2020 | 19 Uhr | Geothermie

Tiefe Geothermie ist Wärme von ganz unten. Aus 1.000 oder mehr Metern Tiefe wird die Wärme mal aus einer Aquifere, also einer wasserführenden Schicht, mal aus einer Sandsteinschicht an die Oberfläche geholt. Oft ist diese Wärme warm genug zum Heizen, manchmal muss sie mit einer Wärmepumpe noch „nachgewärmt“ werden. Aber alle haben schon davon gehört, dass es nach den Bohrungen manchmal Erdbeben gibt. Kann also die tiefe Geothermie bei der Wärmewende helfen?

Einführung ins Thema: Dr. Torsten Tischner, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover

2. Dezember 2020 | 19 Uhr | Online Podiumsdiskussion

„Wärme aus Biomasse. Wie zukunftsfähig sind die Potenziale?“

Im Zuge des Abschieds von Kohle und Erdgas zugunsten einer in Zukunft 100% erneuerbaren Wärmeversorgung konkurrieren zahlreiche Alternativen. Eine einfache Pauschallösung ist dabei nicht in Sicht.

Da wo es brennt, wird es warm

Quellen industrieller Abwärme sind wenig bekannt und man muss sie erst suchen. Für solarthermische Großanlagen benötigt man Fläche, die aber für (noch) mehr Wohnungen verplant wird. Wasserstoff, der Champagner der erneuerbaren Energien, ist bis auf weiteres viel zu teuer und steht auch noch lange Zeit nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Für Wärmepumpen ist der Strom in Deutschland zu teuer. Was also tun?

Statt Kohle und Erdgas einfach Biomasse zu verbrennen, ist aus mehreren Perspektiven eine interessante Option. So ist die Technologie dafür serienreif und lieferbar und auch mental wissen sowohl Konsumentinnen und Konsumenten wie auch Energieversorger: Da wo es brennt, wird es warm.

Wie zukunftssicher die Biomassenutzung?

Aber auch Biomasse ist problematisch. Schon heute wird sie stark genutzt. Ihre Produktion durch die Landwirtschaft ist alles andere als umweltfreundlich und im Vergleich sehr wenig effizient. Und seit diesem Jahr sterben auf großen Flächen die deutschen Waldbestände. Das wirft die Frage auf, wie zukunftssicher die Biomassenutzung ist?

Das Ziel der Veranstaltung ist der Austausch darüber, wie groß die umweltfreundlich und nachhaltig zu nutzenden Biomassepotenziale eigentlich sind und wofür diese knappe Ressource am besten eingesetzt wird.

Vorträge:

Biomasse heute und morgen, aus Deutschland oder importiert?
Jan Seven Umweltbundesamt

Biomassepotenziale der Land- und Fortwirtschaft
Dr. Hermann Hansen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

Diskutanten:

Michael Kralemann 3N Kompetenzzentrums e.V.

Dr. Manfred Schüle enercity Contracting GmbH

Diskussionsleitung: Dr. Jens Clausen, Borderstep Institut

16. Dezember 2020 | 19 Uhr | Vorweihnachtlicher Glühweinplausch zur Wärmewende

Fossile Wärme hat keine Zukunft – aber frieren ist irgendwie auch keine Alternative. Wie können wir lokal die Weichen für eine nachhaltige Wärmewende stellen?

In einem informellen, vorweihnachtlichen Glühweinplausch wollen wir uns zu diesem Thema austauschen. Um Allianzen zu schmieden, beginnen wir mit einer Vorstellungsrunde. Dabei soll es auch darum gehen, zu schauen, wie die lokale Situation jeweils ist:

● Wer stellt die Wärme bereit?

● Welche Anlagen gibt es?

● Welche Pläne und Ideen gibt es für die Zukunft?

Kurz werden wir dann zeigen, welche rechtlichen Möglichkeiten es lokal gibt, um das Fernwärmenetz zu regulieren und die Weichen für eine erneuerbare Fernwärme zu stellen. Dann können sich alle ihren hausgemachten Glühwein schnappen und in kleineren Gruppen weiter diskutieren und Ideen für das nächste Jahr schmieden.

Bitte mitbringen: eine kleine Recherche zur lokalen Wärmeversorgung und ausreichend Glühwein (oder andere Getränke nach Wahl)


04. November 2020 | 19 Uhr | Biomasse

Alle kennen Kaminöfen und Pelletheizungen und selbst Kohlekraftwerke kann man auf Feuerung mit Biomasse umbauen. Mental sitzen wir alle ohnehin noch in der Steinzeithöhle und können uns nicht vorstellen, dass es auch warm wird, wenn nicht irgendetwas brennt. Leider ist Biomasse aber knapp. Vielleicht sollten wir Biomasse in Zukunft sogar weniger nutzen als heute. Und der Import aus anderen Ländern erscheint auch nicht als gute Idee.

Einführung ins Thema: Dr. Bernd Alt, BUND, Hannover

Präsentation: Biomasse als Energiequelle. Top oder Flop? Vierter Teil des „Crashkurs Wärmewende“

21. Oktober 2020 | 19 Uhr | Solarthermie

Für eine flächendeckend fossilfreie Wärmeversorgung, die ohne Importe eines wesentlichen Anteils der Energie auskommt, sind solarthermische Anlagen essentiell. Trotzdem führen sie in der Diskussion über die Energiewende eher ein Schattendasein. Seit einiger Zeit gibt es allerdings viele interessante Entwicklungen bezüglich neuer Anwendungsgebiete wie industrielle Prozesse und große Wärmenetze sowie vor allem auch international große Erfolge. Im Web-Seminar werden Technik, Hemmnisse und Perspektiven der Solarthermie beleuchtet und diskutiert.

Einführung ins Thema: Apl. Prof. Dr. Ulrike Jordan, Universität Kassel

Präsentation: Solarthermie. Technik, Herausforderungen & Perspektiven. Dritter Teil des „Crashkurs Wärmewende“.

07. Oktober 2020 | 19 Uhr | Wasserstoff

Wasserstoff ist für eine klimaneutrale Wirtschaft unverzichtbar. Denn nur Wasserstoff kann in der Stahlherstellung, als Energieträger zur Erzeugung von Hochtemperaturprozessenergie und als Feedstock für die chemische Industrie als Ersatz von Erdöl Lücken in der Versorgung mit regenerativer Energie schließen. Aber Wasserstoff ist wie Claudia Kemfert sagt auch der „Champagner der regenerativen Energien“ und dementsprechend teuer.

Einführung ins Thema: Prof. Dr. Richard Hanke-Rauschenbach, Leibnizuniversität Hannover und Niedersächsisches Energieforschungszentrum

Präsentation: Die Rolle von Wasserstoff bei der Defossilisierung des Energiesystems. Zweiter Teil des „Crashkurs Wärmewende“.

23. September 2020 | 19 Uhr | Wärmenetze

Wärmenetze sind die zentrale Infrastruktur einer nachhaltigen Wärmeversorgung von Ballungsräumen. Wenn es große Abwärmemengen gibt können wir sie nur mit Wärmenetzen in die Gebäude verteilen. Auch die Nutzung der tiefen Geothermie oder der großen Solarthermie zum Heizen erfordert Wärmenetze. Aber wozu der Aufwand? Ist es nicht einfacher, wenn wir alle Gebäude mit Wärmepumpen beheizen? Und warum hängt all dies ab von der Entwicklung der Strompreise?

Einführung ins Thema: Dr. Jens Clausen, Borderstep Institut

Präsentation: Wärmenetze und Abwärme. Erster Teil des „Crashkurs Wärmewende“.