Intelligente Netze für die urbane Energiewende
Die Energiewende ist nicht nur an Windrädern, Solaranlagen oder Elektroautos sichtbar. Ein entscheidender Teil des Umbaus findet in Strom- und Wärmenetzen, digitalen Steuerungssystemen und neuen Formen lokaler Energieversorgung statt.
In seinem Beitrag Die unsichtbare Energiewende in den Städten für das polis Magazin 02/2026 (ALLIANZEN – Die unsichtbaren Kräfte der Stadt) erläutert Dr. Severin Beucker vom Borderstep Institut, welche Rolle intelligente Messsysteme, Energiemanagement, Sektorkopplung und datenbasierte Steuerung künftig für Städte und Kommunen spielen.
Neue Geschäftsmodelle für die kommunale Energiewende
Für Kommunen entstehen daraus neue Gestaltungsmöglichkeiten und neue Geschäftsmodelle: Stadtwerke, Wohnungsunternehmen, Gebäudeeigentümer und Energiegemeinschaften können stärker in lokale Versorgungsmodelle eingebunden werden. Variable Strompreise und die Nutzung lokal erzeugter Energie helfen dabei, Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen.
Der Beitrag ordnet ein, welche politischen und technischen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind und warum die oft unsichtbare digitale Energieinfrastruktur für die kommunale Energiewende zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Über den Autor
Dr.-Ing. Severin Beucker ist Gründer und Gesellschafter des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf nachhaltiger Digitalisierung, Innovationsprozessen im Energiesektor und nachhaltigen Geschäftsmodellen. Er hat zahlreiche Forschungsprojekte für deutsche und internationale Auftraggeber durchgeführt und ist Mitglied in internationalen Forschungsnetzwerken sowie im wissenschaftlichen Beirat des Kompetenzzentrums Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi) der dena. An der Schnittstelle von Digitalisierung, Energie und Nachhaltigkeit entwickelt er wissenschaftlich fundierte Ansätze für die Gestaltung und Bewertung neuer Technologien und Geschäftsmodelle.
Kostenvorteile von Elektroautos im Faktencheck
Eine aktuelle Analyse des Borderstep Instituts zeigt: Elektroautos bieten nicht nur ökologische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile.
Elektroautos stehen oft im Zentrum von Klimaschutz- und Technologie-Debatten. Doch jenseits der Umweltargumente lohnt sich ein Blick auf ihre wirtschaftliche Seite – und der fällt immer positiver aus. Eine neue Analyse des Borderstep Instituts beleuchtet, wie sich sinkende Anschaffungspreise, niedrige Betriebskosten und technische Fortschritte zunehmend zu einem handfesten Kostenvorteil für private Haushalte und Unternehmen entwickeln.
Der Bericht zeigt: Wer heute strategisch lädt, Wartungsvorteile nutzt und steuerliche Anreize ausschöpft, fährt nicht nur sauberer, sondern auch günstiger – und das bereits deutlich vor dem politisch angestrebten Verbrenner-Aus.
Kernpunkte der Studie:
- Hohe Energieeffizienz: E-Autos setzen rund 69 % der erzeugten Energie in Vortrieb um – Verbrenner unter 30 %, E-Fuel-Verbrenner nur ca. 13 %. Der Effizienzvorteil beträgt bis zu Faktor 5.
- Deutlich geringere Betriebskosten: Bei 13.700 km Jahresfahrleistung liegen die Energiekosten für E-Autos zwischen 950 € (mit PV-Strom) und 1.250 € (Langstreckenfahrer mit Spartarif). Diesel liegen bei ca. 1.700 €, Benziner bei ca. 2.100 €, E-Fuels bei ca. 3.000 €.
- Weniger Wartung & Pannen: Keine Ölwechsel, kaum Bremsenverschleiß, weniger Verschleißteile – bis zu 40 % geringere Werkstattkosten. ADAC-Pannenstatistik zeigt: E-Autos sind deutlich zuverlässiger als Verbrenner.
- Steuervorteile: 10 Jahre Kfz-Steuerbefreiung, danach meist nur geringe Beträge.
- Dienstwagen-Effekt: E-Firmenwagen können für Beschäftigte netto bis zu 10 % mehr Gehalt bedeuten – dank niedrigerer Versteuerung und geringerer Energiekosten.
- Marktentwicklung: Fallende Batteriepreise, neue günstige Einstiegsmodelle und mehr Gebrauchtwagen stärken die Kostenvorteile. Sonderzölle auf chinesische E-Autos könnten jedoch den Preisvorteil schmälern.
Fazit: Wer beim Laden auf günstige Tarife oder PV-Strom setzt, spart mit einem E-Auto bereits heute spürbar. In Flotten und im Privatgebrauch sind E-Autos auf dem Weg, Verbrenner nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich klar zu überholen.
Die Studie „Clausen, J. (2025). Verbrenner oder Elektro? Ein Vergleich der Vor- und Nachteile. Berlin: Borderstep Institut.“ Steht als Kostenloser Download zur Verfügung.