Energieeffizienz und Rechenzentren in Deutschland - weltweit führend oder längst abgehängt?

Rechenzentrumsmarkt in Deutschland wächst weiterhin dynamisch

Der Rechenzentrumsmarkt in Deutschland wächst weiterhin dynamisch. Im Jahr 2016 stiegen die Investitionen für den Neubau und die Modernisierung der Rechenzentrumsinfrastruktur im Vergleich zum Vorjahr um 10% auf 970 Mio. Euro. Im Jahr 2017 werden die Investitionen die Eine-Milliarde-Euro-Marke überschreiten. Getrieben wird das Wachstum vor allem durch die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Ansiedlung internationaler Cloud-Anbieter in Deutschland.

Das sind einige zentrale Ergebnisse der Studie Energieeffizienz und Rechenzentren in Deutschland – weltweit führend oder längst abgehängt?, die das Netzwerk energieeffiziente Rechenzentren (NeRZ) am 30. Juni 2017 in Frankfurt der Presse präsentiert hat. NeRZ ist ein Netzwerk mittelständischer Technologieunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Energieeffizienz der Rechenzentren in Deutschland weiter zu verbessern.

„Das Thema Energieeffizienz wird bei deutschen Rechenzentren sehr hoch bewertet – noch sind wir hier weltweit führend“ schätzt der Verfasser der Studie, Dr. Ralph Hintemann, die aktuelle Situation ein. In den vergangenen Jahren wurden sehr deutliche Effizienzfortschritte vor allem in der Kühlung und bei den Servern in den Rechenzentren erreicht. Durch das starke Marktwachstum steigt der Energiebedarf der Rechenzentren in Deutschland in Summe dennoch weiter an.

Hintemann: „Trotz des aktuellen Booms entwickelt sich der deutsche Rechenzentrumsmarkt im internationalen Vergleich nur mittelmäßig. Grund sind unter anderem bürokratische Hemmnisse bei der Genehmigung neuer Rechenzentren. Deutschland muss aufpassen, bei dieser zentralen Basisinfrastruktur der Digitalisierung nicht ins Abseits zu geraten“.