Neumann, T., Grothey, T. & Fichter, K. (2025). Classifying Green Start-ups at Scale: A Triangulated, Registry- and Web-Based Method with Expert Adjudication. Der Betriebswirt, 66(2), 75–87. https://doi.org/10.3790/dbw.2025.1478502
Der Artikel „Classifying Green Start-ups at Scale: A Triangulated, Registry- and Web-Based Method with Expert Adjudication“ entstand im Rahmen eines von Borderstep organisierten Hackathons rund um den Green Startup Report und wurde gemeinsam mit weiteren Arbeiten in einem Special Issue der Zeitschrift Der Betriebswirt veröffentlicht.
Belastbare Aussagen zur Verbreitung und Wirkung grüner Start-ups setzen voraus, dass Unternehmen zuverlässig und in großem Maßstab als grün oder nicht-grün klassifiziert werden können. Der Artikel entwickelt und validiert dafür ein transparentes Verfahren, das mehrere Daten- und Bewertungsansätze miteinander verbindet.
Wie lassen sich grüne Start-ups zuverlässig identifizieren?
Ausgangspunkt ist eine output-orientierte Definition grüner Start-ups mit direkter Verbindung zu Outcomes und Impacts. Darauf aufbauend kombiniert das Verfahren drei Schritte: eine registerbasierte Vorauswahl anhand von Schlüsselwörtern der Environmental Goods and Services Sector Klassifikation, eine LLM-gestützte Webanalyse sowie eine abschließende Bewertung durch Expertinnen und Experten.
Das Verfahren wurde auf eine nationale Registerkohorte angewendet und ermöglicht die Klassifikation des Großteils der untersuchten Unternehmen. Unter den klassifizierten Fällen beträgt der Anteil grüner Start-ups 15,7 Prozent.
Hohe Übereinstimmung und geringe Fehlklassifikation
Die Validierung zeigt eine substanzielle Übereinstimmung zwischen der LLM-gestützten Webanalyse und den Entscheidungen der Expertinnen und Experten. Die Intercoder-Übereinstimmung liegt bei κ ≈ 0,71. Zusätzliche Vergleiche mit EXIST sowie dem DBU Green Startup Programm weisen zudem auf sehr geringe Raten falscher Negativ- und Positivzuordnungen hin.
Das Verfahren ist so angelegt, dass es auf sehr große Unternehmensbestände bis hin zur Bevölkerungsebene skaliert werden kann. Gleichzeitig ermöglicht es nachvollziehbare Entscheidungen und eine vergleichbare Klassifikation über unterschiedliche Branchen und Regionen hinweg. Damit bietet der Ansatz eine belastbare Grundlage für Politik, Investierende, Intermediäre und etablierte Unternehmen, die umweltrelevante Innovationen identifizieren und einordnen wollen.
Der Artikel „Classifying Green Start-ups at Scale: A Triangulated, Registry- and Web-Based Method with Expert Adjudication“ ist in Vol. 66 Issue 2 der Zeitschrift „Der Betriebswirt“ erschienen. Der Volltext ist kostenpflichtig zugänglich: DOI 10.3790/dbw.2025.1478502
Weitere Artikel aus dem Special Issue Neumann, T. & Bau, M. (Hrsg.). (2025). Entrepreneurship-Forschung im Kollektivmodus: Erkenntnisse aus dem GSR-Hackathon 2025. Der Betriebswirt, 66(2). https://doi.org/10.3790/DBW.66.2
-
Neumann, T. & Bau, M. (2025). Editorial – Entrepreneurship-Forschung im Kollektivmodus: Erkenntnisse aus dem GSR-Hackathon 2025. Der Betriebswirt, 66(2), 71–73. https://doi.org/10.3790/dbw.2025.1478501
-
Grothey, T. & Neumann, T. (2025). Faster to First Round? Evidence on Green Start-up Financing. Der Betriebswirt, 66(2), 129–139. https://doi.org/10.3790/dbw.2025.1478505
-
Frantsits, J. D. (2025). (Biologische) Vielfalt in Start-ups: Definition und Identifikation von biodiversitätsorientierten Unternehmensgründungen. Der Betriebswirt, 66(2), 89–104. https://doi.org/10.3790/dbw.2025.1478503
Forschung: Sustainable Entrepreneurship
Autoren
Dr. Thomas Neumann ist Senior Researcher beim Borderstep Institut und verantwortet dort den Bereich Sustainable Entrepreneurship. Als Experte für grüne Start-ups teilt er sein Wissen als Dozent und Gutachter für Förder- und Finanzierungsprogramme. Er arbeitet an der Schnittstelle von Entrepreneurship-Theorie und Unternehmens-Praxis und forscht insbesondere zu Wirkungsmessung nachhaltiger Start-ups und zu nachhaltigen Geschäftsmodellen.
Tim Grothey ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Borderstep Institut. Als Wirtschaftsingenieur leitet er Projekte im Forschungsfeld Sustainable Entrepreneurship. Sein Fokus liegt auf Methoden der Nachhaltigkeitsbewertung von Innovationen sowie Life Cycle Assessment (LCA). Zudem promoviert er an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum Thema „Zukunftsbezogene Impact-Messung von Start-ups“.
Prof. Dr. Klaus Fichter ist Gründer und Leiter des Borderstep Instituts sowie Professor für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Sustainable Entrepreneurship, Nachhaltigkeitsinnovationen, Start-up-Ökosysteme, grüne Start-ups sowie Instrumente und Metriken zur Wirkungs- und Impact-Messung.
Zeitschrift | Verlag
Der Betriebswirt | Duncker & Humblot
Zitiervorschlag
Neumann, T., Grothey, T. & Fichter, K. (2025). Classifying Green Start-ups at Scale: A Triangulated, Registry- and Web-Based Method with Expert Adjudication. Der Betriebswirt, 66(2), 75–87. https://doi.org/10.3790/dbw.2025.1478502
Themen
Entrepreneurship (Unternehmertum) Grüne Gründung Interpreneurship Nachhaltiges Wirtschaften Green Economy Sustainable Entrepreneurship (Nachhaltiges Unternehmertum) Grüne Start-ups Green Startup Report Start-up-Ökosystem Impact (Wirkung) Impact Assessment (Wirkungsmessung) Impact Forecasting Klimaschutzpotenzial Start-up-Förderung und Finanzierung
Ansehen