Hintemann, R., Hinterholzer, S. & Progni, K. (2024). Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen – Stand 2024. Berlin: Bitkom.
Der Rechenzentrumsmarkt in Deutschland wächst so stark wie nie zuvor. Zwischen 2022 und 2024 stieg die IT-Anschlussleistung auf 2.730 MW. Bis 2030 könnte sie rund 4.850 MW erreichen. Was treibt dieses Wachstum – und welche Folgen hat es für Energiebedarf und Klimawirkung?
Cloud Computing und KI: Wie entwickelt sich der Rechenzentrumsmarkt in Deutschland?
Wachstumstreiber sind vor allem Cloud Computing und zunehmend Künstliche Intelligenz (KI). 2024 werden bereits 45 % der Rechenzentrumskapazitäten für Cloud-Anwendungen genutzt. Der Anteil von KI und High Performance Computing (HPC) könnte bis 2030 von derzeit 15 % auf rund 40 % steigen.
Die Studie zeigt:
- Der Strombedarf der Rechenzentren könnte von knapp 20 Mrd. kWh 2024 auf über 30 Mrd. kWh 2030 steigen.
- Gleichzeitig könnte ihre Klimawirkung bis 2030 um rund 30 % sinken.
- Deutschland bleibt ein attraktiver Standort, steht aber durch hohe Strompreise, Fachkräftemangel, Genehmigungsverfahren und regulatorische Anforderungen unter Druck.
Die Prognosen bis 2030 sind mit Unsicherheiten verbunden. Entscheidend sind insbesondere der tatsächliche Bau angekündigter Rechenzentren und die Nachfrage nach Cloud- und KI-Kapazitäten.
Methodik: Breite Marktabdeckung und Borderstep-Strukturmodell
Die Studie kombiniert Markt- und Literaturrecherche, eine Online-Befragung und Experteninterviews mit Modellierungen. Die Befragung erfasste 289 Rechenzentren an 215 Standorten und damit mehr als ein Drittel des deutschen Rechenzentrumsmarktes. Ergänzend wurden 15 Experteninterviews geführt.
Für die Berechnungen zu Marktentwicklung und Energiebedarf kommt das regelmäßig aktualisierte Borderstep-Strukturmodell für Rechenzentren zum Einsatz.
Studie „Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen (Stand 2024)“ beim Bitkom kostenlos herunterladen.
Der KI-Boom wird den Rechenzentrumsmarkt grundlegend verändern. Deutschland muss jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die zusätzlich benötigte Rechenleistung möglichst energieeffizient und klimaverträglich bereitgestellt werden kann.“
— Ralph Hintemann, Borderstep Institut
- Facts & Figures: Rechenzentren 2022
- Facts & Figures: Rechenzentren in der EU
- Publikationen: Digitalisierung & GreenIT
- Projekte: Digitalisierung & GreenIT
- Studie: Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen (Update 2023)
- Studie: Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen – Stand 2022
Autoren
Dr. rer. pol. Ralph Hintemann ist Gesellschafter und Senior Researcher am Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Der Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler befasst sich in seiner Forschung mit den Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Ralph Hintemann ist ein international anerkannter Experte für die Nachhaltigkeit von digitalen Infrastrukturen wie Rechenzentren. In einer Zeit, die von grundlegenden Veränderungen geprägt ist, liefert er mit seiner interdisziplinären Perspektive wissenschaftlich fundierte Impulse und Handlungsempfehlungen.
Simon Hinterholzer ist Ingenieur für Erneuerbare Energien und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Borderstep Institut. Er forscht zu den Nachhaltigkeitswirkungen der Digitalisierung, insbesondere zur Bewertung von Rechenzentren und Cloud Computing sowie zur CO₂-Reduktion im Gebäudebereich durch digitale Technologien. Dabei arbeitet er in Projekten für die EU-Kommission, Bundesministerien und Bundesländer.
Zitiervorschlag
Hintemann, R., Hinterholzer, S. & Progni, K. (2024). Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen – Stand 2024. Berlin: Bitkom.
Herausgeber
Bitkom e. V. | Albrechtstraße 10 | 10117 Berlin-Mitte
Themen
Rechenzentren Generative KI • Energieeffizienz Abwärmenutzung Edge-Cloud-Kontinuum • Carbon Footprint • Neue Energiekonzepte für Rechenzentren • KI-Ressourcenbedarfe Wasserverbrauch von KI/Rechenzentren Digitaler Handprint Green IT/Sustainable IT AI for Good Cloud Computing
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