Hintemann, R. (2026). Wie nachhaltig ist Europas Weg zur digitalen Souveränität? Ökologisches Wirtschaften, 41(3), 9. https://doi.org/10.14512/OEW410309
Für die weitere Digitalisierung und neue Anwendungen künstlicher Intelligenz braucht es zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten. Deutschland und die EU wollen ihre digitale Souveränität stärken und dafür eine wettbewerbsfähige, möglichst eigenständige digitale Infrastruktur aufbauen. Wie lässt sich dieser Ausbau mit Nachhaltigkeits- und Klimazielen vereinbaren?
Dr. Ralph Hintemann geht dieser Frage in seinem Beitrag in der Zeitschrift Ökologisches Wirtschaften nach. Europa will seine Rechenzentrumskapazitäten innerhalb von fünf bis sieben Jahren verdreifachen, Deutschland strebt bis 2030 eine Verdopplung an. Mit dem Ausbau wächst auch der Strombedarf.
Im Mittelpunkt stehen mehrere Nachhaltigkeitsfragen
- Wie kann der steigende Strombedarf klimafreundlich gedeckt werden?
- Welche Umweltwirkungen entstehen durch Elektronik, Beton, Stahl, Kupfer, Kältemittel und Wasser?
- Wie lässt sich die Abwärme von Rechenzentren sinnvoll nutzen?
Die aktuell gültige Fassung des deutschen Energieeffizienzgesetzes verlangt ab 2027 eine bilanziell vollständige Versorgung von Rechenzentren mit erneuerbaren Energien. Für neue Rechenzentren gelten zudem seit dem 1. Juli 2026 Vorgaben zur Abwärmenutzung. In der Praxis erschweren jedoch fehlende Wärmeabnehmer und die notwendige Abstimmung zwischen Rechenzentrumsplanung und Wärmenutzung die Umsetzung.
Dr. Ralph Hintemann plädiert dafür, bestehende Regelungen praxisnäher auszugestalten, ohne Nachhaltigkeitsanforderungen abzuschwächen. Wenn Deutschland und Europa Rechenleistung effizienter, klimaverträglicher und ressourcenschonender bereitstellen, kann Nachhaltigkeit zu einem Standortvorteil werden.
Der Artikel „Wie nachhaltig ist Europas Weg zur digitalen Souveränität?“ ist in Ausgabe 3/2026 der Zeitschrift „Ökologisches Wirtschaften“ erschienen. Der Volltext ist kostenpflichtig zugänglich: DOI 10.14512/OEW410309.
Nachhaltigkeit ist kein Hemmnis des digitalen Ausbaus, sondern eine Voraussetzung für seinen Erfolg. — Dr. Ralph Hintemann, Borderstep Institut
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Über den Autor
Dr. rer. pol. Ralph Hintemann ist Gesellschafter und Senior Researcher am Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Der Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler befasst sich in seiner Forschung mit den Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Ralph Hintemann ist ein international anerkannter Experte für die Nachhaltigkeit von digitalen Infrastrukturen wie Rechenzentren. In einer Zeit, die von grundlegenden Veränderungen geprägt ist, liefert er mit seiner interdisziplinären Perspektive wissenschaftlich fundierte Impulse und Handlungsempfehlungen.
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Hintemann, R. (2026). Wie nachhaltig ist Europas Weg zur digitalen Souveränität? Ökologisches Wirtschaften, 41(3), 9. https://doi.org/10.14512/OEW410309
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