Deutsche Energie-Agentur (dena, 2026). Energiebezogene Themen und Start-up-Zusammenarbeit im Mittelstand. Berlin.
Die Energiewende stellt den Mittelstand vor technische, wirtschaftliche und regulatorische Aufgaben. Welche energiebezogenen Themen sind besonders relevant – und wo können Start-ups aus dem Energie- und Climate-Tech-Bereich unterstützen? Die Studie untersucht diese Fragen für Stadtwerke, Messstellenbetreiber, das produzierende Gewerbe und Rechenzentrumsbetreiber. Bei der Analyse der Start-up-Kooperationen werden zusätzlich Verteilnetzbetreiber einbezogen.
Digitalisierung, Dekarbonisierung und Systemintegration im Fokus
Branchenübergreifend stehen Digitalisierung, Dekarbonisierung, Prozessintegration, Wirtschaftlichkeit und regulatorische Anforderungen im Mittelpunkt. Die Schwerpunkte unterscheiden sich nach Branche:
- Stadtwerke: digitale Abrechnungsprozesse für innovative Tarife, Flexibilität und dezentrale Versorgungsmodelle wie Mieterstrom oder gemeinschaftliche Gebäudeversorgung
- Messstellenbetreiber: IT-Systeme und Interoperabilität, Netzwerke und Kommunikation insbesondere im Wide Area Network (WAN), Marktkommunikation und Multisparten-Metering
- Produzierendes Gewerbe: Elektrifizierung von Produktionsprozessen, Reporting und Compliance sowie digitale Infrastruktur und Steuerungslogik
- Rechenzentren: Energiemanagement und ganzheitliche Optimierung, Abwärmenutzung sowie Effizienzmaßnahmen an gebäudetechnischen Anlagen
Entscheidend sind dabei die technische Umsetzung und Integration in bestehende Systeme sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Betrachtet werden insbesondere Aufgaben, bei denen eine Zusammenarbeit mit Energie- und Climate-Tech-Start-ups infrage kommt.
Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Start-ups
71 Prozent der Unternehmen mit Kooperationserfahrung bewerten die Zusammenarbeit mit Start-ups als erfolgreich. Besonders häufig finden Kooperationen in Forschung und Entwicklung oder in Pilotprojekten statt.
Als Hemmnisse gelten vor allem komplexe Organisationsstrukturen und lange interne Entscheidungswege. Erfolgsfaktoren sind früh geklärte Ziele und Rahmenbedingungen, entscheidungsfähige Ansprechpersonen, Rückhalt durch das Management und ein konkreter wirtschaftlicher Nutzen.
Methodenmix erfasst Themen und konkrete Herausforderungen
Für die Untersuchung wurden unterschiedliche methodische Zugänge miteinander kombiniert: Literaturrecherche, Online-Workshop, Expertinnen- und Experteninterviews, Online-Umfrage und eine Challenge Identification, mit der konkrete Herausforderungen aus den Unternehmen erfasst wurden.
Challenges zeigen unterschiedliche Innovationsbedarfe
Insgesamt gingen zwölf Challenges in die Untersuchung ein: acht von Stadtwerken, drei aus dem produzierenden Gewerbe und eine von einem Messstellenbetreiber. Bei Stadtwerken und Messstellenbetreibern überwiegen systemische Innovationen, im produzierenden Gewerbe stehen Prozessinnovationen im Vordergrund.
Die Studie zeigt einen hohen Bedarf an externen Innovationsimpulsen im Energie- und Climate-Tech-Bereich und benennt Themen und Voraussetzungen für Kooperationen zwischen Mittelstand und Start-ups.
Hier können Sie die Studie Energiebezogene Themen und Start-up-Zusammenarbeit im Mittelstand der dena kostenlos herunterladen und mehr über die Studie erfahren.
Innovationsbedarfe im Mittelstand sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit mit Energie- und Climate-Tech-Start-ups zu stärken, ist wichtig, um konkrete Lösungen für die Energiewende schneller in die Praxis zu bringen. — Julian Balkowski, Borderstep Institut
- Wissen kompakt
- Projekt: Energie im Mittelstand
- Forschung: Smart Energy
Autorinnen und Autoren
Julian Balkowski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Borderstep Institut. Der Wirtschaftsingenieur forscht zu den klima- und umweltrelevanten Auswirkungen digitaler Technologien im Energiesektor. Seine Schwerpunkte liegen auf Digitalisierung & Green IT, Energieeffizienz im IKT-Bereich, digitalen Technologien für die Wärmewende und resilienten Energie- und Telekommunikationssystemen.
Dr. Thomas Neumann ist Senior Researcher beim Borderstep Institut und verantwortet dort den Bereich Sustainable Entrepreneurship. Als Experte für grüne Start-ups teilt er sein Wissen als Dozent und Gutachter für Förder- und Finanzierungsprogramme. Er arbeitet an der Schnittstelle von Entrepreneurship-Theorie und Unternehmens-Praxis und forscht insbesondere zu Wirkungsmessung nachhaltiger Start-ups und zu nachhaltigen Geschäftsmodellen.
Dr. Severin Beucker ist Mitgründer und Gesellschafter des Borderstep Instituts. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Digitalisierung und Innovationsprozessen im Energiesektor, insbesondere der methodischen Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle, Bewertung der Ressourcenproduktivität neuer Technologien und der Schnittstelle von Smart Energy und Energieeffizienz.
Juanita Perpatih unterstützt das Borderstep-Team als studentische Mitarbeiterin im Bereich Digitalisierung & Green IT. Parallel dazu studiert sie im Masterstudiengang
Sustainable Entrepreneurship & Business an der Hochschule Bremen.
Dr. Susanne Kurowski, Senior Expertin Geschäftsmodelle und Regulatorik, dena
Anna Moser, Expertin Geschäftsmodelle und Regulatorik, dena
Gregor Weber, Seniorexperte Geschäftsmodelle und Regulatorik, dena
Tobias Fabian, Experte Geschäftsmodelle und Regulatorik, dena
Herausgeber
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Zitiervorschlag
Deutsche Energie-Agentur (dena, 2026). Energiebezogene Themen und Start-up-Zusammenarbeit im Mittelstand. Berlin.
Themen
Energienetze Wärmewende Sektorkopplung Erneuerbare Energien Abwärme Wärmepumpen Energieflexibilität Systemintegration
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