Zukunft mitgestalten: Nachhaltigkeit braucht neue Perspektiven
Ein Gespräch mit Lina Reifegerste über Digitalisierung, Klimaschutz und die Frage, wie gesellschaftliche Veränderungen gelingen können
Gesellschaftliche Veränderungen entstehen nicht von selbst. Sie werden von Menschen gestaltet. Im Interview erzählt Lina Reifegerste, Masterandin bei Borderstep, warum sie der Frage nachgeht, wie nachhaltige Transformationen gelingen können, welche Rolle Digitalisierung für den Klimaschutz spielt und weshalb Teilhabe und Gerechtigkeit für sie untrennbar mit Zukunftsgestaltung verbunden sind.
Was hat dich motiviert, bei Borderstep anzufangen?
Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie gesellschaftliche Veränderungen, besonders mit Blick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz, gelingen können. Nach einigen Jahren in der Nachhaltigkeitsberatung wollte ich besser verstehen, warum und wie manche Veränderungen funktionieren und andere immer wieder ausgebremst werden. Borderstep hat mich deshalb sofort angesprochen: Hier kann ich wissenschaftlich an Zukunftsthemen arbeiten und gleichzeitig einen engen Bezug zur Praxis behalten.
Du bist im Forschungsbereich Digitalisierung tätig. Welche Aspekte hast du rund um dieses Forschungsthema durch deine Arbeit kennengelernt, die für dich überraschend waren?
Wenn von Digitalisierung die Rede ist, steht oft die Technik selbst im Mittelpunkt. Mich überrascht dagegen immer wieder, wie stark der Erfolg digitaler Lösungen von den Menschen abhängt, die sie entwickeln oder anwenden. Besonders im Kontext des Klimaschutzes wird deutlich: Digitale Technologien können durch effizientere Prozesse oder einen bewussteren Umgang mit Ressourcen enorme Potenziale entfalten. Ob diese Potenziale tatsächlich genutzt werden, entscheidet sich häufig dort, wo unterschiedliche Interessen und Akteur:innen zusammenkommen. Genau diese Schnittstelle finde ich besonders spannend!
Mit Automatisierung Menschen motivieren, neue Wege auszuprobieren
Woran arbeitest du aktuell, und was reizt dich besonders an diesem Projekt?
Aktuell arbeite ich an einem Forschungsprojekt zu Digitalisierungsstrategien für Wohnungsunternehmen. Dabei geht es unter anderem darum, wie digitale Lösungen sie auf ihrem Weg zur Klimaneutralität unterstützen können. Wichtig ist mir dabei, dass Automatisierung und Daten kein Selbstzweck sind. Mich interessiert daher, wie ihr konkreter Mehrwert sichtbar gemacht werden kann und wie Menschen dadurch motiviert werden, neue Wege auszuprobieren.
Zukunft mitgestalten ist auch eine Frage der Teilhabe
Hast du ein Motto oder einen Leitsatz, der dich begleitet?
Als angehende Zukunftsforscherin begleitet mich der Leitsatz, dass Zukunft nicht einfach auf uns zukommt, sondern von uns gestaltet wird. Dabei beschäftigt mich die Frage, wer eigentlich die Möglichkeit hat, Zukunft zu denken und mitzugestalten und welche Perspektiven dabei gehört werden und welche nicht. Für mich gehören Fragen von Teilhabe und Gerechtigkeit deshalb untrennbar zu Nachhaltigkeit und Zukunftsgestaltung dazu.
Was machst du gern außerhalb deiner Arbeit?
Neue Perspektiven einnehmen: Gerne im Planetarium, Theater oder Kino. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit meinen Freundinnen, beim Spazierengehen oder bei Kaffee und Kuchen. Und als Ausgleich brauche ich unbedingt Sport und Bewegung!
