Neugier als Antrieb: Nachhaltigkeit erforschen und gestalten
Ein Gespräch mit Julia Frantsits über Nachhaltigkeitsforschung, Biodiversität und gesellschaftliche Wirkung
Neugier, gesellschaftliche Relevanz und der Wunsch, nachhaltige Veränderungen mitzugestalten: Das hat Julia Frantsits in die Nachhaltigkeitsforschung geführt. Im Interview spricht sie über ihren Weg zu Borderstep, die Verbindung von Promotion und Projektarbeit sowie ihr Engagement für nachhaltiges Unternehmertum und Biodiversität. Für sie bedeutet Forschung nicht nur Erkenntnisgewinn, sondern auch die Chance, komplexe Themen verständlich zu machen und praktische Lösungen voranzubringen.
Julia, gab es einen Moment, in dem dir klar wurde: Ich will in der Nachhaltigkeitsforschung arbeiten?
Schon während meines Bachelors hat sich das Interesse angedeutet, vor allem durch meine Abschlussarbeit, die mir viel Freude gemacht hat. Die Zusammenarbeit mit Florian Lüdeke-Freund und Tobias Froese hat das noch weiter gestärkt. Wirklich ausschlaggebend war dann meine Masterarbeit: Das Gefühl, an Themen mit gesellschaftlicher Relevanz zu arbeiten und direkt am Puls der Zeit mitzuwirken, hat mich sehr motiviert. Die praktische Umsetzung und die Erfahrungen im Forschungsprozess haben mir gezeigt, wie gut mir diese Art der Arbeit liegt. Ich bin generell ein sehr wissbegieriger Mensch. Das passt gut zur Forschung.
Wie war dein erster Eindruck bei Borderstep?
Meine ersten Eindrücke sammelte ich eigentlich schon im Vorfeld. Noch vor dem Start gab es ein Kennenlerninterview, einen fachlichen Austausch und die Einladung zur Weihnachtsfeier. Das war besonders schön, weil ich das Team vorab erleben konnte. Schon damals hatte ich das Gefühl: Das ist ein toller Kreis mit Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben.
Jede Person im Team bringt etwas Einzigartiges mit
Bei Borderstep wird sehr bewusst rekrutiert. Jede Person bringt etwas Einzigartiges mit. Die ersten Tage waren natürlich aufregend. Viele neue Eindrücke, viel Vorfreude auf die Projektarbeit und das gute Gefühl, hier genau richtig zu sein. Es fühlt sich wirklich wie ein kleines, wertschätzendes Team an. Fast wie eine Familie.
Du arbeitest an deiner Promotion. Wie gelingt dir die Verbindung von Borderstep und Forschung?
Das frage ich mich selbst auch immer wieder: und genau das macht es so spannend. Aktuell erlebe ich die Vielfalt der Nachhaltigkeitsforschung als sehr bereichernd. Ich sehe viele Synergien zwischen meiner Promotion und den Borderstep-Projekten. Die unterschiedlichen Perspektiven ergänzen sich gut und ermöglichen einen praxisnahen, gleichzeitig wissenschaftlich fundierten Zugang zu komplexen Themen.
Was möchtest du bei Borderstep bewegen, kurz- oder langfristig? Was sollen andere aus deiner Forschung mitnehmen?
Ich möchte die Entwicklung von nachhaltigem Unternehmertum aktiv mitgestalten, insbesondere im Bereich Sustainable Entrepreneurship. Dabei ist mir wichtig, dass zentrale Herausforderungen wie Klimaschutz oder Start-up-Transformation stärker ins Bewusstsein aller beteiligten Akteure gerückt werden.
Ein persönliches Anliegen ist es mir, das Thema Biodiversitätsmanagement, das auch im Fokus meiner Promotion steht, stärker bei Borderstep zu verankern. Biodiversität sollte als essenzieller Bestandteil der Umweltbewertung in Projekten berücksichtigt werden. Ich möchte zeigen, dass auch komplexe Themen verständlich kommuniziert werden können und dass Forschung Freiraum schafft, sich mit dem zu beschäftigen, was einen wirklich begeistert.
„Willst du jemand sein oder etwas tun?“
Was machst du gern außerhalb der Arbeit? Was gibt dir Energie?
Musik, in jeder Form. Ob hören oder selbst singen, vor allem das Singen gibt mir Kraft und Lebensfreude. Dazu lange Spaziergänge in der Natur und die kontinuierliche Arbeit an meiner persönlichen Entwicklung.
Gibt es ein Buch, einen Film oder ein Erlebnis, das dich besonders inspiriert hat?
Ja, aktuell lese ich Dein Ego ist dein Feind, ein Buch, das viele zentrale Lebensfragen auf den Punkt bringt. Besonders inspiriert hat mich das Konzept der Euthymia: den eigenen Weg zu finden und ihm treu zu bleiben, ohne sich zu sehr von außen beeinflussen zu lassen. Oder die Idee: Suche dir immer drei Menschen: Jemanden, von dem du lernen kannst, jemanden, den du unterstützen kannst, und jemanden auf Augenhöhe. Das schafft Entwicklung auf mehreren Ebenen.
Und eine zentrale Frage des Buches begleitet mich: „Willst du jemand sein, oder etwas tun?“ Also: Handelt man aus echtem Antrieb oder aus dem Wunsch nach Anerkennung? Diese Gedanken haben meine Perspektive auf vieles verändert.
Gibt es ein Reiseziel, das du empfehlen möchtest?
Wien, ganz klar. Ich durfte dort vier Jahre leben, und es waren prägende, wunderschöne und abenteuerreiche Jahre. Ich kehre immer wieder gerne zurück und bin jedes Mal aufs Neue von der Schönheit der Stadt begeistert. Mein Lieblingsort dort ist der Volksgarten: ein ruhiger, inspirierender Platz mitten im Zentrum, an dem ich viele besondere Begegnungen hatte.
