"Wie kann aus dem Buzzword Impact nachhaltig Wirkung entstehen?"
  • © Rolf Schulten

Impact statt Buzzwords: Promovieren mit Wirkung

Ein Gespräch mit Tim Grothey über die Chancen von Digitalisierung und Unternehmertum

Tim Grothey forscht am Borderstep Institut an der Schnittstelle von Digitalisierung und nachhaltigem Unternehmertum. Im Interview macht er deutlich, warum Impact oft nur ein Schlagwort bleibt: und wie er mit seiner Promotion den Schlüssel finden will, das zu ändern.

Was hat dich motiviert, bei Borderstep anzufangen?

Schon als studentische Hilfskraft habe ich mich hier wertgeschätzt gefühlt. Die flachen Hierarchien haben mir gefallen, und ich fand es spannend, dass wir uns mit den neuesten und innovativsten Themen beschäftigen. Die Gemeinnützigkeit des Instituts war mir dabei besonders wichtig. Weil sie zeigt, dass es hier um mehr geht als Profit.

Du bist im Forschungsbereich Sustainable Entrepreneurship tätig und beschäftigst dich mit Digitalisierung. Welche Chancen und Herausforderungen siehst du in der Verbindung dieser beiden Themen?

Das sind zwei der zentralen Themen unserer Zeit. Jedes für sich bietet riesige Chancen, aber eben auch Risiken. Zusammen können Digitalisierung und Unternehmertum echte Hebel für Nachhaltigkeit sein: Sie können Lösungen beschleunigen, skalieren und zugänglich machen. Aber es gibt auch Schattenseiten wie höheren Energieverbrauch oder Reboundeffekte. Genau diese Balance analysieren wir bei Borderstep sehr genau.

Impact mit Wirkung: Digitale Methoden für den Klimaschutz

Woran arbeitest du aktuell, und was reizt dich daran?

Ich entwickle Methoden, um den Impact von Start-ups zu bewerten. Unser Ziel ist es, das Nachhaltigkeitspotenzial neuer Produkte und Geschäftsmodelle sichtbar zu machen. Damit wollen wir die Start-ups unterstützen, die wirklich etwas Positives bewirken. Gerade führen wir viele Gespräche mit Gründerinnen und Gründern und quantifizieren mit digitalen Methoden ihr Klimaschutzpotenzial. Das gibt mir viel Hoffnung: Die jungen Unternehmen stecken viel Einsatz und Kreativität in ihre Lösungen.

Was bedeutet für dich wissenschaftliche Exzellenz – und wie lebst du sie im Alltag?

Neugierig und mutig sein. Wissenschaftliche Exzellenz heißt für mich, neue Fragen zu stellen und ungewöhnliche Wege zu gehen, um Antworten auf die großen Herausforderungen zu finden.

Forschungsideen in der Praxis testen

Du arbeitest an deiner Promotion. Wie lässt sich das mit der Forschung bei Borderstep verbinden?

Das ergänzt sich perfekt. Meine Dissertation an der Uni Oldenburg und meine Projekte bei Borderstep greifen ineinander. Hier kann ich meine Forschungsideen direkt in der Praxis testen. Das ist ein großer Vorteil.

Was machst du gern außerhalb der Arbeit? Was gibt dir Energie?

Sport ist für mich wichtig – ich spiele Fußball in der Freizeitliga, mache Triathlon und verbringe viel Zeit mit meinem Freundeskreis. Außerdem engagiere ich mich seit Jahren bei der NGO Café con Leche. Sie schafft durch tägliche Sport- und Bildungsprogramme neue Perspektiven für Kinder und Jugendliche am Stadtrand von Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Auch dort messen wir Impact, um unsere Programme zu verbessern und transparent zu zeigen, was wir mit den Spenden erreichen.