"Leave no one behind ist für mich mehr als ein Leitgedanke."
  • © Rolf Schulten

Europa im Blick: Wissen über Grenzen hinweg vermitteln

Ein Gespräch mit Aleksandra Hasiak über die Rolle von Kommunikation für die Wirksamkeit von Forschung

Von Polen über Berlin bis zum College of Europe: Aleksandra Hasiak bringt internationale Erfahrungen und eine Leidenschaft für Wissenschaftskommunikation mit. Bei Borderstep arbeitet sie an der Schnittstelle von Forschung und Öffentlichkeit, entwickelt Kommunikationsformate und zeigt, wie verständliche Sprache dazu beitragen kann, Nachhaltigkeit sichtbar zu machen.

Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du und was studierst du?

Ich heiße Aleksandra Hasiak. Nach meinem Masterstudium in Sprache und Kommunikation an der TU Berlin studiere ich derzeit im letzten Semester Europäische Studien am College of Europe.

Kurz gefragt

Kaffee oder Tee? Tee

Frühaufsteher oder Nachteule? Nachteule

Stadt oder Natur? Stadt

Sommer oder Winter? Sommer

Was sollten wir über deine Heimatregion wissen?

Ich komme aus Zamość im Osten Polens. Die Stadt ist für ihre gut erhaltene Renaissance-Altstadt bekannt und wird oft als „Padua des Nordens“ bezeichnet. Sie wurde im 16. Jahrhundert vom venezianischen Architekten Bernardo Morando entworfen und verbindet beeindruckende Architektur mit viel Natur in der Umgebung. Die Altstadt ist seit 1992 als UNESCO-Welterbe geschützt.

Warum hast du dich für dein Studienfach entschieden?

Mich interessiert, wie Politik und Kommunikation gesellschaftliche Veränderungen unterstützen können. Nachhaltigkeit liegt mir dabei besonders am Herzen. Deshalb freue ich mich, dass ich mich im Studium mit den Sustainable Development Goals beschäftigen und dieses Wissen bei Borderstep in der Praxis anwenden kann.

Welches Thema begeistert dich in deinem Studium besonders?

Besonders fasziniert mich die Entwicklungspolitik. Der Grundsatz „Leave no one behind“ der Sustainable Development Goals ist für mich dabei von zentraler Bedeutung.

Bei Borderstep erlebe ich, wie vielfältig nachhaltige Transformation in unterschiedlichen Projekten umgesetzt wird. Ich finde es spannend, Einblicke in verschiedene Lösungsansätze zu gewinnen und ihre Wirkung kommunikativ zu begleiten.

Verbindung von Wissenschaftskommunikation und Nachhaltigkeit

Wie bist du auf Borderstep aufmerksam geworden?

Über Stellenticket, das Jobportal der TU Berlin, wo ich ein Masterstudium Sprache und Kommunikation absolviert habe. Die Verbindung von Wissenschaftskommunikation und Nachhaltigkeit hat mich sofort angesprochen. Sie passt genau zu meinen Interessen und Zielen.

Woran arbeitest du bei Borderstep aktuell?

Ich arbeite an unterschiedlichen Aufgaben in der Kommunikation. Dabei übersetze ich wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche und zielgruppengerechte Inhalte, zum Beispiel für Social Media. Außerdem unterstütze ich das Eventmanagement und die Entwicklung von Kommunikationsstrategien.

Welches Projekt hat dir bisher besonders Spaß gemacht?

Besonders viel Spaß hat mir die Kommunikation rund um den Green Startup Report gemacht. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsteam habe ich Videos entwickelt, um die Ergebnisse verständlich und anschaulich zu vermitteln. Dabei konnte ich viel über Wissenschaftskommunikation und Videoproduktion lernen und eigene Ideen einbringen.

Was hat dich an der Arbeit bei Borderstep überrascht?

Vor allem die offene Arbeitsatmosphäre. Obwohl das Team klein ist, funktioniert die Zusammenarbeit hervorragend. Die Hierarchien sind flach, der Umgang miteinander ist wertschätzend und es gibt viel Flexibilität. Ich habe mich von Anfang an gut eingebunden gefühlt. Nicht nur in die tägliche Arbeit, sondern auch in Veranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten. Das schafft ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

Kommunikation macht komplexe Zusammenhänge greifbar

Du beschäftigst dich mit Sprache und Kommunikation. Was kann gute Kommunikation bewirken?

Kommunikation spielt eine Schlüsselrolle. Sie hilft dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen. So können mehr Menschen informierte Entscheidungen treffen und gesellschaftliche Herausforderungen besser verstehen.

Für mich ist Wissenschaftskommunikation deshalb ein wichtiger Beitrag zu einer informierten, offenen und zukunftsorientierten Gesellschaft.

Du hast einen Teil deiner Studienzeit in Polen verbracht. Welche Themen werden dort anders diskutiert als in Deutschland?

Themen wie Klimawandel sind in Deutschland stärker im öffentlichen Diskurs präsent als in Polen. Gleichzeitig beobachte ich, dass Nachhaltigkeit auch dort zunehmend an Bedeutung gewinnt. Diese Entwicklung freut mich sehr, auch wenn die Debatte in Deutschland derzeit noch breiter geführt wird.

Was hat dich an Berlin besonders beeindruckt?

Während meines Erasmus-Aufenthalts habe ich Berlin kennen und schätzen gelernt. Die Offenheit und Vielfalt der Stadt haben mich beeindruckt. Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen prägen das Leben hier. Genau diese internationale Atmosphäre gefällt mir besonders.

Du hast an verschiedenen internationalen Programmen teilgenommen. Welche Erfahrung hat dich besonders geprägt?

Mein Erasmus-Aufenthalt in Berlin war eine prägende Erfahrung. Zum ersten Mal habe ich allein im Ausland gelebt, das deutsche Hochschulsystem kennengelernt und Freundschaften mit Menschen aus vielen Ländern geschlossen. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie sehr ich ein internationales Umfeld schätze. Deshalb habe ich später auch ein Au-pair-Jahr in den USA verbracht. Beide Erfahrungen haben mich offener, selbstständiger und anpassungsfähiger gemacht.

Globale Herausforderung lassen sich nur gemeinsam lösen

Welche Rolle spielt internationale Zusammenarbeit für die Lösung globaler Herausforderungen?

Globale Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen. Internationale Zusammenarbeit ist dafür unverzichtbar, weil jedes Land unterschiedliche Erfahrungen, Bedürfnisse und Möglichkeiten mitbringt. Gerade dieser Austausch eröffnet neue Perspektiven und trägt dazu bei, tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Was motiviert dich, auch bei schwierigen Herausforderungen dranzubleiben?

Mich motiviert die Überzeugung, dass sich Anstrengung langfristig auszahlt. Gleichzeitig geben mir die Unterstützung und der Zuspruch meiner Familie die Kraft, dranzubleiben.

Welcher Ort auf der Welt bedeutet dir besonders viel und warum?

Das Dorf meiner Großeltern, Ulhówek im Osten Polens. Dort fühle ich mich zu Hause. Die Ruhe, die Natur und die Zeit mit meiner Familie erinnern mich an viele unbeschwerte Sommer und daran, wo meine Wurzeln liegen.

Wenn du eine Eigenschaft aus deinem Heimatland nach Deutschland mitbringen könntest (und umgekehrt), welche wäre das?

An der Arbeitskultur in Deutschland schätze ich besonders die flachen Hierarchien und die Flexibilität. Diese Offenheit würde ich mir auch in Polen häufiger wünschen. Umgekehrt würde ich die große Gastfreundschaft und den hohen Stellenwert persönlicher Beziehungen aus Polen nach Deutschland mitbringen. Das ist etwas, das ich sehr schätze.