"Wir müssen Innovationen so gestalten, dass sie Ressourcen schonen und sozial gerecht sind."
  • © Rolf Schulten

Bits für den Planeten: Klimaschutz aus dem Serverraum

Ein Gespräch mit Borderstep Researcher Julian Balkowski über klimaposititves Energieverhalten und den Charme von Brettspielen

Julian Balkowski ist Teil des Forschungsbereichs Digitalisierung am Borderstep Institut und brennt für die Idee, moderne Technologien mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Im Interview erzählt er, warum bei digitalen Innovationen der Blick hinter die Kulissen entscheidend ist und was Brettspiele und Basketball gemeinsam haben.

Klimaschutz durch und mit Digitalisierung

Julian, warum hast du dich für eine wissenschaftliche Laufbahn im Bereich Digitalisierung entschieden?

Ich bin von Natur aus sehr neugierig und möchte zugleich mit meiner Arbeit etwas bewirken. Der Klimawandel ist für mich das drängendste globale Problem, und ich sehe in der Digitalisierung ein Werkzeug, um zur Lösung beizutragen. Mein technisches Interesse und der Wunsch, methodisch und analytisch an Herausforderungen heranzugehen, passen dabei ideal zu meinen Aufgaben bei Borderstep.

Wie hast du die ersten Tage bei Borderstep erlebt?

Die warmherzige Aufnahme ins Team hat mich vom ersten Moment an begeistert. Ich konnte direkt mit allen ins Gespräch kommen. Es war sofort klar, dass hier eine echte intrinsische Motivation für die Arbeit rund um das Thema Nachhaltigkeit herrscht. Das war mir bei der Arbeitgeberwahl besonders wichtig.

An welchen Projekten arbeitest du gerade und was fasziniert dich daran?

Ich entwickle bei Borderstep aktuell die Web-App EnerVi. Sie visualisiert die Folgen des Klimawandels und von Energiewendemaßnahmen. Damit wollen wir Privatpersonen zu einem klimapositiven Energieverhalten motivieren. In einem Netzwerk mit BITMi e.V. arbeite ich zusammen mit einem Softwareentwickler an einem Softwaresystem, um sogenannte „komatöse“ Terminalserver, also solche die in der IT-Infrastruktur eines Unternehmens verankert sind und zentral Anwendungen, Datenbanken und Programme zur Verfügung stellen, nach einem Regelwerk abzuschalten und somit Energie einzusparen. Man spricht von „komatösen“ Servern wenn diese zwar eingeschaltet sind, aber mehrheitlich im Leerlauf stehen, weil ihre Kapazitäten nicht ausgenutzt werden und somit einfach nur Energie verschwenden. Spannend ist für mich dabei, wie wir mit digitalen Mitteln ganz konkrete Beiträge zur Nachhaltigkeit leisten können.

Diskussionen stärken Teamgeist und Lösungsfindung

Wie erlebst du die Zusammenarbeit im Borderstep Team?

Die Zusammenarbeit ist konstruktiv, vertrauensvoll und von gegenseitigem Respekt geprägt. Wir bauen individuelle Expertisen auf und bringen diese in gemeinsame Projekte ein. Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht. Das stärkt den Teamgeist und die Lösungsfindung. Das ist wirklich toll und schafft in meinen Augen ein Vertrauensverhältnis, was ich selten in der Arbeitswelt sehe!

Was sind aktuell die größten Herausforderungen in deinem Forschungsfeld?

Die Digitalisierung ist extrem dynamisch. Technologien wie KI oder Virtual Reality können Märkte rasch verändern. Die große Aufgabe ist es, Innovationen so zu gestalten, dass sie Ressourcen schonen und sozial gerecht sind. Wir müssen den Blick hinter die Kulissen wagen, statt nur auf den Komfort digitaler Lösungen zu schauen.

Und privat: Was gibt dir Energie?

Sport, vor allem Basketball: Ich spiele selbst und trainiere Teams im Ligabetrieb. Das gibt mir Kraft und macht riesigen Spaß. Außerdem liebe ich es, mit Freunden unterwegs zu sein – ob im Kino, beim Essen oder auf Reisen.

Brettspiele in Hamburg, Nachtleben in Seoul

Hast du einen Tipp für einen besonderen Ort, der eine Reise wert wäre?

Das Brettspiele-Café in Hamburg-Barmbek begeistert mich. Das ist ein toller, liebevoll geführter Laden. Ich könnte da ohne Probleme den ganzen Tag verbringen. Wenn es etwas weiter weggeht, liebe ich Asien. Wandern in Japan mit Onsen-Besuch, das Nachtleben in Seoul oder die Inseln Südthailands mit dem Moped erkunden – das sind meine Highlights.

Dein aktuelles Motto?

„Kontext ist wichtig!“ Das begleitet mich nicht nur im Beruf.