Willkommen beim Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit

ScaleUp4Sustainability: Neue Plattform online

Neue Plattform gelauncht: Als Konsortialpartner des EU-Projektes ScaleUp4Sustainability arbeite Borderstep mit einer Reihe von Universitäten und Unternehmen aus Deutschland, den Niederlanden und Schweden zusammen, um die Entwicklung innovativer, challenge-basierter Lehr- und Lernprogramme für nachhaltiges Unternehmertum zu fördern.

Jetzt wurde eine im Projekt entwickelte Online-Plattform zur Förderung der challenge-basierten Zusammenarbeit von Studierenden und Unternehmen gelauncht. Die Plattform Sustainable Venturing Challenges verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Firmen als Challenge-Anbietenden und Studierenden als Lösungsanbietenden zu erleichtern.

Das Kernangebot der Plattform bildet eine wachsende Datenbank, die sämtliche Challenge-Matchmaker, -Allianzen und -Initiativen bündelt. Diese soll einen möglichst ganzheitlichen Überblick über die europäische Landschaft der Student-Business Challenges im Bereich nachhaltiges Unternehmertum bieten. Challenge-Profile, Erfahrungsberichte und eine Reihe von Leitfäden und Tools runden das Plattformangebot ab.

Wie lässt sich der Erdgasverbrauch im Gebäudesektor senken?

Das Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit hat 2019 im Auftrag der Wirtschaftsinitiative Smart Living (WiSL) sowie 2021 für den Branchenverband Bitkom Studien zu den Potentialen der Senkung des Verbrauchs von Erdgas im Gebäudesektor durch Einsatz von Gebäudeautomation (GA) durchgeführt siehe Beucker, 2019 Beucker & Hinterholzer, 2021b.

Die Ergebnisse dieser Studien wurden veröffentlicht und sind in mehrere Positionspapiere der WiSL eingeflossen (Wirtschaftsinitiative Smart Living, 2019 2020 2021).

Wichtige Erkenntnisse der Studien:

  • Durch den Einsatz von GA der Energieeffizienzklasse A gemäß DIN EN 15232 „Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement“ in Bestandgebäuden lassen sich bis zum Jahr 2025 3,7 Mrd. m³ Erdgas einsparen. Dies entspricht ca. 9 % der Erdgasimporte aus Russland im Jahr 2019 (Leopoldina, 2022). Die Höhe der durch GA realisierbaren Einsparungen wurden in zahlreichen Beispielen in der Praxis nachgewiesen Beucker & Hinterholzer, 2021a.
  • Haupthindernis für einen Breiteneinsatz von GA in Wohngebäuden ist das sogenannte Investor-Nutzer-Dilemma. Darunter wird verstanden, dass die Wohnungswirtschaft die Kosten für die Beschaffung der Technik trägt, die Wohnungsnutzenden/ Mietenden jedoch von geringeren Energiekosten profitieren. Deshalb unterbleiben in der Regel die Investitionen, da sie sich nur schwer refinanzieren lassen.
  • Dieses Dilemma kann beseitigt werden, wenn der Einsatz von GA eine technische Anforderung im Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird, insbesondere für die Sanierung von bestehenden Mehrgeschossbauten. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erfolgt zwar bereits eine Unterstützung, diese wird jedoch aufgrund des Investor-Nutzer-Dilemmas zu wenig in Anspruch genommen.

Die vorangegangene Bundesregierung hat die Aufnahme der Gebäudeautomation in das GEG abgelehnt.

Begrenzte Verfügbarkeit von Erdgas erhöht den Handlungsdruck

Steigende Energiepreise aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Erdgas erhöhen jetzt den Handlungsdruck für mehr Energieeffizienz. Der Einsatz von Gebäudeautomation ist im Vergleich zu anderen Maßnahmen (Umstellung auf regenerative Wärmeerzeugung, Wärmedämmung u.a.) eine sofort realisierbare und kostengünstige Maßnahme.

Moderation und Vermittlung einer Expertengruppe

Das Borderstep Institut bietet sich als Moderator und Vermittler einer Expertengruppe aus Vertretern der Regierung, des Parlaments und der Wissenschaft an, um kurzfristig über den Lösungsbeitrag der Gebäudeautomation zu beraten. Ziel soll dabei sein, die notwendigen regulatorischen Maßnahmen zur Reduzierung der Energiekosten für die Bevölkerung zu definieren und umzusetzen.

4. Green Startup Monitor erschienen

Mit ihrer großen Innovationsfähigkeit treiben grüne Startups die Transformation der deutschen Wirtschaft voran. Das zeigt der 4. Green Startup Monitor, den der Startup-Verband und das Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit erstellt haben.

Junge innovative Unternehmen in Deutschland haben das Thema Nachhaltigkeit klar im Fokus: Die Förderung von Innovationen zur Bekämpfung des Klimawandels (38%) bildet nach dem Bürokratieabbau (40 %) die wichtigste Forderung deutscher Startups an die Politik. So sind sie Motor der nachhaltigen Transformation unserer Wirtschaft. Deutlich wird das im Energiesektor: Mehr als zwei Drittel aller Startups in der Energiebranche können als grün eingestuft werden, weil sie mit ihren umweltentlastenden Produkten und Dienstleistungen die Schritte Deutschlands in Richtung Klimaneutralität beschleunigen.

Frauen gründen „grün“

Grüne Startups sind zu einem zentralen Bestandteil des deutschen Startup-Ökosystems geworden, fast jedes dritte deutsche Startup ist grün, so der Befund des Green Startup Monitors. Darüber hinaus leisten grüne Startups auch in Sachen Diversität Pionierarbeit. Mit immerhin 21 Prozent liegt der Anteil an Gründerinnen hier deutlich höher als im Startup Ökosystem insgesamt.

Dabei wollen grüne Startups mit unternehmerischen Mitteln möglichst große Wirkung entfalten und sind transformorientiert: 35 % dieser Gründungen verbinden ihre nachhaltige Ausrichtung mit einer Orientierung am schnellen Wachstum, um Wertschöpfungsketten und Märkte zu verändern. Der Herausforderung einer nachhaltigen Transformation der deutschen Wirtschaft begegnen sie dabei mit radikal neuen unternehmerischen Lösungsansätzen, wobei sie innovativer und technologieorientierter als herkömmliche Startups sind. Wichtiger Ausgangspunkt grüner Innovationen sind dabei deutsche Hochschulen. Fast ein Drittel aller grünen Startups sind forschungsnahe Gründungen.

Wenig Schub im Bau- und Finanzsektor

Grüne Innovationen sind für das Erreichen der Klimaziele essenziell. Grüne Startups verteilen sich dabei über nahezu alle Branchen der deutschen Wirtschaft. Neben der Energiewirtschaft ist auch in Landwirtschaft der Anteil grüner Startups besonders hoch (66 Prozent). Andere klimarelevante Sektoren wie Bau und Immobilien (25 Prozent) oder Tourismus (18 Prozent) müssen dringend aufholen. Gleiches gilt für Finanzdienstleister. Für die Realisierung der Sustainable Finance-Strategie von EU und Bundesregierung kommt von den Startups in der Banken- und Finanzbranche und der Versicherungsbranche kein ausreichender Schub.

Hochschulen als Hotspots

Das dichte Netz an herausragender universitärer Forschung in Deutschland ist Ursprung zahlreicher innovativer grüner Unternehmen. Fast ein Drittel aller grünen Startups sind for- schungsnahe Gründungen. Grüne Gründende lernen sich häufig an der Hochschule (40%) kennen. Bei grünen Startups ist der Anteil von Gründerinnen und Gründern mit einem Studienabschluss im Bereich Ingenieurwissenschaften mit 29 Prozent deutlich höher als bei den nicht-grünen Startups (20 Prozent). Während drei von vier Startups Beratungsleistungen und finanzielle Unterstützung wie zum Beispiel EXIST-Förderung in Anspruch genommen haben, besteht bei Angeboten mit Nachhaltigkeitsbezug noch erheblicher Entwicklungsbedarf. Nachhaltigkeitsbezogene Beratungs- und Unterstützungsangebote für Gründende sind an deutschen Hochschulen bislang Mangelware.

Prof. Dr. Klaus Fichter, Co-Autor GSM22, Gründer und Leiter des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, apl. Professur für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit (PIN)
„Der Green Startup Monitor 2022 zeigt die hohe Bedeutung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen für innovative grüne Gründungen. Ein gravierendes Defizit ist allerdings, dass die Hochschulen bislang kaum nachhaltigkeitsbezogene Angebote im Rahmen ihrer Gründungsunterstützung bereithalten. Hier sind Hochschulverantwortliche und Förderpolitik gleichermaßen gefragt. Die Studie Nachhaltigkeit in der Hochschul- Gründungsförderung zeigt dazu Praxisbeispiele und Ansatzpunkte.“

 

Prof. Dr. Yasmin Olteanu, Co-Autorin GSM22, Borderstep Research Fellow
Berliner Hochschule für Technik, Professorin für BWL/Entrepreneurship
„Jedes dritte grüne Startup ist transformationsorientiert, also ein High Potential für die große Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Wirtschaft. Diese grünen Startups denken deutlich größer, sind innovativer und technologieorientierter – und damit eigentlich hoch attraktiv für Geldgebende. Trotzdem bremst sie fehlendes Kapital aktuell aus – vor allem im Bereich Venture Capital. Unsere Forderung: Eine gezielte Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für transformationsorientierte Startups in Deutschland.“

 

David Hanf, stellv. Vorsitzender Startup-Verband:
“Der Green Startup Monitor 2022 zeigt deutlich, dass sich Startups mit positiver ökologischer Wirkung in Deutschland auf hohem Niveau etabliert haben. Das ist eine gute Nachricht im Kontext der notwendigen Transformation hin zu einem klimaneutralen Wirtschaftssystem, denn es kommt jetzt auf Geschwindigkeit und konsequente Umsetzung an. Dafür benötigen Startups eine zielgruppengerechte Förderung insbesondere von Wachstumsunternehmen, die das Potential in sich tragen Märkte im Sinne einer generationsgerechten Zukunft nachhaltig zu verändern.”

 

Green Startup Monitor
Der Green Startup Monitor analysiert die Bedeutung jener Startups, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen einen Beitrag zu den ökologischen Zielen einer Green Economy leisten. Er wurde vom Borderstep Institut und dem Bundesverband Deutsche Startups im Jahr 2022 zum vierten Mal erstellt. Die Studie basiert auf durch einen Onlinefragebogen erhobenen Daten von 1.707 innovativen und wachstumsorientierten Unternehmen, die jünger als 10 Jahre sind und ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben. Der Green Startup Monitor kann kostenfrei heruntergeladen werden.

Studie Nachhaltigkeit in der Hochschul- Gründungsförderung
Die Broschüre bietet Hochschulen und insbesondere der Hochschul-Gründungsberatung einen Einblick in das Spektrum der Unterstützungsangebote.

Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH
Borderstep erforscht als unabhängige und gemeinnützige Wissenschaftseinrichtung die Zukunft und untersucht, was kommt (Innovation) und was bleibt (Nachhaltigkeit). Im Mittelpunkt steht dabei die Erarbeitung von Problemlösungen und Handlungsstrategien für ein nachhaltiges Wirtschaften.

Startup-Verband
Der Startup-Verband ist der Repräsentant und die Stimme der Startups in Deutschland. Er erläutert und vertritt die Interessen, Standpunkte und Belange von Startup-Unternehmen gegenüber Gesetzgebung, Verwaltung und Öffentlichkeit. Er wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Der Verein versteht sich als Netzwerk der Startups in Deutschland.

Wie steht es um den Rechenzentrumsmarkt in Deutschland?

Wie steht es um den Rechenzentrumsmarkt in Deutschland? Das untersuchte Borderstep für den Digitalverband Bitkom in einer aktuellen Studie. Diese kann kostenlos heruntergeladen werden.

Der Datenverkehr hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und wurde durch die Corona-Pandemie zusätzlich befeuert. Ob Homeoffice, Streaming, Künstliche Intelligenz oder smarte Lösungen für die Industrie: Die Digitalisierung fast aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche hat zu einem starken Wachstum der Leistung von Rechenzentren geführt. Während die Kapazitäten gemessen an der IT-Leistung von 2010 bis 2020 bereits um 84 Prozent gestiegen sind, werden sie in den Folgejahren bis 2025 voraussichtlich noch einmal um rund 30 Prozent anwachsen. Zugleich hat sich der Energiebedarf deutscher Rechenzentren und kleinerer IT-Installationen von 2010 bis 2020 von 10,5 auf 16 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr gesteigert – das entspricht einem Anteil von 0,6 Prozent am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland 2020. Neben dem Energiebedarf stieg auch die Effizienz der Rechenzentren: Die in Rechenzentren installierte Rechenkapazität hat sich pro verbrauchter Kilowattstunde Strom seit 2010 fast verfünffacht.

Rechenzentrumsmarkt in Deutschland, 2022:

  • Die IT-Leistung steigt um 84 Prozent, Cloud Computing wird dominierendes Modell
  • Strombedarf aktuell bei 16 Mrd. kWh/Jahr – aber die Energieeffizienz wächst
  • Frankfurt bleibt Hotspot für Rechenzentren, Berlin wird wichtiger

Das sind die Ergebnisse der aktuellen Bitkom-Studie „Rechenzentren in Deutschland“, die vom Borderstep Institut durchgeführt wurde. „Rechenzentren und Telekommunikationsnetze sind das Rückgrat der Digitalisierung“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Nur mit leistungsfähigen Rechenzentren können wir die dringend notwendige Digitalisierung von Wirtschaft, Bildung und Verwaltung vorantreiben – und nur mit ihnen können wir einen massiven digitalen Effizienzschub auslösen, der den CO2-Ausstoß etwa bei industrieller Fertigung, Mobilität, Gebäuden oder in der Arbeitswelt deutlich reduziert. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass der Carbon Footprint der Rechenzentren kleiner wird, zum Beispiel durch eine verstärkte Nutzung der Abwärme oder den Einsatz regenerativer Energieträger.“

Cloud-Rechenzentren treiben das Wachstum

Das Wachstum der Rechenzentrums-Kapazitäten ist vor allem auf den zunehmenden Ausbau von Cloud Computing zurückzuführen. Während sich die Kapazitäten in Cloud-Rechenzentren zwischen 2016 und 2021 um 150 Prozent erhöht haben, stagnieren die traditionellen Rechenzentren nahezu. Der Anteil der Cloud-Rechenzentren an den Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland ist zwischen 2016 und 2021 von 20 Prozent auf 33 Prozent angestiegen. Cloud Computing wird sich bis 2025 sogar zum dominierenden Bereitstellungsmodell entwickeln und mehr als die Hälfte der Kapazitäten ausmachen. „Die verstärkte Digitalisierung in Unternehmen treibt den Bedarf nach Cloud-Lösungen“, sagt Rohleder. Auch kleinere Rechenzentren, sogenannte Edge Datacenter, werden künftig an Bedeutung gewinnen. „Edge Datacenter befinden sich näher am Endkunden oder an der gewünschten Anwendung. Die Reaktionszeit ist damit sehr schnell, was Edge Datacenter etwa für die industrielle Fertigung interessant macht“, so Rohleder. Insgesamt, so das Ergebnis der Studie, gibt es aktuell in Deutschland rund 3.000 Rechenzentren mit mehr als 40 kW IT-Anschlussleistung und mindestens 10 Server-Racks. Hinzu kommen ca. 47.000 kleinere IT-Installationen.

Corona-Pandemie hat Wachstum am Rechenzentrumsmarkt verstärkt

Die Corona-Pandemie hat das jüngste Wachstum am Rechenzentrumsmarkt verstärkt. 39 Prozent der Teilnehmer einer Befragung von Rechenzentrumsbetreibern sagen sogar, die Pandemie habe den Rechenzentrumsmarkt nachhaltig verändert. 42 Prozent sehen eine vorübergehende Veränderung, aber keinen nachhaltigen Markteinfluss.
Klimawirkung der Rechenzentren bleibt relevant

Anders als die stark gewachsene IT-Leistung und der Energiebedarf, sind die durch deutsche Rechenzentren und kleinere IT-Installationen verursachten Treibhausgasemissionen seit 2018 rückläufig. Mit rund 6 Millionen Tonnen CO2 lagen sie im Jahr 2020 wieder auf dem gleichen Niveau wie 2010. „Die Rechenzentrumsbetreiber unterstützen das Ziel der Bundesregierung, das für alle neuen Rechenzentren in Deutschland ab 2027 Klimaneutralität vorsieht. Das kann allerdings nur gelingen, wenn ausreichend Strom aus regenerativen Quellen verfügbar ist“, betont Rohleder. Dies gelte umso mehr, als dass der Strombedarf der Rechenzentren bis 2030 ansteigen dürfte, abhängig von den Effizienzanstrengungen der Betreiber sowie vom Wachstum der Rechenzentrums-Kapazitäten in Deutschland. Die Studie hält einen durchschnittlichen Bedarfszuwachs von ca. 3,5 bis 5 Prozent pro Jahr auf 23 bis 29 Milliarden kWh im Jahr 2030 für möglich. „Im Interesse des Klimaschutzes und auch schlicht zur Verringerung ihrer Energiekosten müssen und wollen Rechenzentrumsbetreiber ihre Energiebilanz weiter verbessern“, betont Rohleder. „Wir unterstützen daher Initiativen wie den Climate Neutral Data Center Pact (CNDCP), um auf europäischer Ebene belastbare Kenngrößen zu entwickeln. So können wir die Nachhaltigkeit der Branche in der EU mit gemeinsamen Standards vorantreiben.“

Die Rechenzentren in Deutschland wachsen deutlich. Das ist auch notwendig, wenn wir die Digitalisierung voranbringen möchten. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass dieses Wachstum so nachhaltig wie möglich erfolgt.

(Dr. Ralph Hintemann, Borderstep Senior Researcher, Co-Autor der Studie)

Nutzung der Abwärme bietet große Potenziale zur CO2-Reduktion

Große Potenziale zur CO2-Reduktion liegen laut Studie vor allem in einer energieeffizienten Klimatisierung, in energieeffizienten Servern und anderen Geräten sowie vor allem in der Nutzung der Abwärme. Rohleder: „Die Abwärme der Rechenzentren kann insbesondere in städtischen Ballungszentren für die Fernwärmeversorgung von Privatwohnungen und Geschäftsgebäuden genutzt werden. Dafür müssen die Fernwärmenetze vor Ort ausgebaut werden und es braucht eine politische Flankierung, um Erzeuger und Nutzer der Abwärme zusammenringen.“ In der Befragung von Rechenzentrumsbetreibern im Rahmen der Studie geben 40 Prozent an, ihre Abwärme zumindest teilweise zu nutzen. Dabei nutzen lediglich 5 Prozent mehr als die Hälfte der Abwärme. Weitere 43 Prozent haben dies nach dem nächsten großen Modernisierungsprojekt vor. Bisher scheitert die Abwärmenutzung von Rechenzentren oft an fehlenden Abnehmern für die Wärme (56 Prozent) und an der Wirtschaftlichkeit (52 Prozent).

Rechenzentren können eine wichtige Rolle bei der Wärmewende spielen. In Deutschland fehlen aber oft noch die technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, um Abwärme aus Rechenzentren zu nutzen.

(Simon Hinterholzer, Borderstep Researcher, Co-Autor der Studie)

Rechenzentren sind dabei nicht nur Adressat von Klimaschutzmaßnahmen – sie ermöglichen sie auch. 79 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Experten sind sich sicher, dass politische Klimaschutzmaßnahmen einen hohen bis sehr hohen Einfluss auf Bau und Betrieb von Rechenzentren in Deutschland haben werden. Dies gilt insbesondere, da mit Hilfe der Digitalisierung Treibhausgasemissionen in großem Umfang eingespart werden können: Wie die Bitkom-Studie „Klimaeffekte der Digitalisierung“ zeigt, können bei einem ambitionierten Ausbau digitaler Technologien insbesondere in den Bereichen Industrie, Energieerzeugung, Mobilität und Gebäude bis 2030 jährlich bis zu 126 Millionen Tonnen CO2 netto eingespart werden – der CO2-Fußabdruck der Digitalisierung selbst ist hier bereits berücksichtigt. Zugleich geben zwei Drittel (66 Prozent) der befragten Experten an, dass der Klimawandel selbst hohen bis sehr hohen Einfluss auf Rechenzentren auch in Deutschland haben wird, etwa durch mögliche Überschwemmungen oder steigende Außentemperaturen, was entsprechende Anpassungen bei Bau und Betrieb erfordert.

Frankfurt bleibt Hotspot im Rechenzentrumsmarkt – Berlin wird wichtiger

Wo siedeln sich Rechenzentren in Deutschland bevorzugt an? Auch dieser Frage geht die Studie nach. Die meisten bereits jetzt wichtigen Standorte werden auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, wobei das Bundesland Hessen mit der Region Rhein-Main die höchste Rechenzentrums-Dichte in Deutschland aufweist. Gemessen an der IT-Leistung pro Einwohner kommt Hessen auf einen mehr als dreimal höheren Wert als die Stadtstaaten Hamburg oder Berlin. Insbesondere die deutsche Hauptstadt wird aber eine wachsende Bedeutung als Standort für Rechenzentren haben, ebenso wie München, Hamburg sowie die Regionen Köln/Düsseldorf und Leipzig/Dresden. „Die deutschen Rechenzentren sind wichtige Arbeitgeber. Aktuell beschäftigen sie rund 130.000 Arbeitskräfte in Vollzeit, weitere 80.000 Arbeitsplätze sind direkt von ihnen abhängig“, betont Rohleder. Auch im Umfeld von Rechenzentren würden Arbeitsplätze durch die Ansiedlung anderer Unternehmen entstehen. In der Studie geben 60 Prozent der befragten Rechenzentrumsbetreiber an, in den nächsten zwei Jahren Investitionen zur Erweiterung ihrer Standorte tätigen zu wollen.

Gleichwohl macht den Rechenzentrumsbetreibern der Fachkräftemangel zu schaffen. 62 Prozent geben an, es bestehe ein deutlicher Mangel an Fachkräften für Rechenzentren, weitere 25 Prozent sehen einen geringen Fachkräftemangel. „Die angespannte Situation auf dem IT-Arbeitsmarkt bremst die Digitalisierung insgesamt“, betont Rohleder. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, fordert Bitkom neben Anpassung im Schul- und Bildungswesen u.a. die Stärkung von Frauen in der IT und die Förderung qualifizierter Zuwanderung.
Strompreise und Bürokratie als Standortnachteile in Deutschland

Nur wenn wir alle Effizienzpotenziale nutzen kann es gelingen, den Anstieg des Energiebedarfs der Rechenzentren zu begrenzen.

(Tim Grothey, Borderstep Researcher, Co-Autor der Studie)

Als weiteren Standortnachteil gegenüber ausländischen Wettbewerbern machen die Betreiber deutscher Rechenzentren vor allem hohe Strompreise, eine noch immer weitgehend fossile Energieversorgung sowie aus ihrer Sicht langsame Genehmigungsprozesse aus. Rohleder: „Die im europäischen Vergleich sehr hohen Stromkosten sind ein entscheidender Standortnachteil für deutsche Rechenzentren. Es macht aus technologiepolitischer Sicht keinen Sinn, einerseits die Halbleiterindustrie mit zweistelligen Milliardenbeträgen zu fördern und andererseits die Rechenzentren mit den höchsten Stromkosten in Europa aus dem Land zu treiben.“ Bei den Aspekten Datenschutz, Anbindung an Internetknoten und Zuverlässigkeit der Stromversorgung sehen die Rechenzentrumsbetreiber Deutschland jedoch gut bis sehr gut aufstellt.

„Die neue Bundesregierung muss jetzt Grundlagen für einen wettbewerbsfähigen Rechenzentrumsstandort schaffen, um so die Transformation hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft entscheidend voranzutreiben“, betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Bedarf an Rechenzentrumskapazitäten und Standorten nimmt durch die Digitalisierung deutlich zu. Vereinfachte, beschleunigte und digitalisierte Genehmigungsprozesse sind nötig – um den steigenden Bedarf zu erfüllen, aber auch, um die Rechenzentren klimaneutral umzubauen und zu betreiben.“

Neues Projekt zu intelligenter Gebäudetechnik

Intelligenter Gebäudetechnik zum Durchbruch verhelfen: Ein neues Borderstep Projekt konzentriert sich auf Kommunikationsstrategien zur Diffusion und Etablierung von Technologien am Markt.

Wie lassen sich die Vorteile von intelligenter Gebäudetechnik besser kommunizieren? Und wie kann man diese Technologie bei der Etablierung am Markt unterstützen? Das untersucht Borderstep gemeinsam mit dem Berliner Institut für Sozialforschung (BIS) in einem neuen Vorhaben.

Alle Informationen zu Projektinhalten und assoziierten Partnern finden sich hier.

 

Heizen und Kühlen mit Hilfe der Sonne

Heizen und Kühlen mit der Sonne – wie kann das funktionieren? Das untersucht Borderstep am Beispiel der Wärmepumpe und ihrer Technologie in einem neuen Projekt.

In Deutschland erfolgt die Versorgung mit Wärme für Heizen und Warmwasser zu 85 Prozent fossil. Zur Erreichung der Klimaneutralität muss deshalb die Technologie fast komplett umgestellt werden. Überall dort, wo es keine Wärmenetze gibt oder geben wird, ist dabei die Wärmepumpe die zentrale Technologie für das Heizen.

Ziel des Projektes ist es, möglichst viele Menschen über den Klimawandel zu informieren und auf die konkreten Möglichkeiten des Einsatzes von Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen aufmerksam zu machen. Langfristig sollen das zum raschen Handeln gegen den Klimawandel mobilisieren. Eine Demonstrationsanlage einer Luft-Luft Wärmepumpe mit PV-Anlage und Batterie vermittelt dabei einer breiten Öffentlichkeit die Funktion der Wärmepumpe.

Alle Informationen zum Projekt finden sich hier.

Allheilmittel Wasserstoff?

Ist Wasserstoff wirklich das Allheilmittel in der Klimakrise? Gemeinsam mit dem Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) analysiert Borderstep in einem neuen Projekt, in welchen Bereichen der Einsatz von Wasserstoff zur Erreichung der Klimaziele sinnvoll erscheint.

Wasserstoff – Allheilmittel oder Hype?

Ausgangspunkt des Vorhabens ist die Beobachtung, dass aktuell eine massive „Überbuchung“ grünen Wasserstoffs durch eine Vielzahl von Sektoren stattfindet. Diese führt potenziell dazu, dass Klimaziele nicht erreicht werden und es negative Auswirkungen auf alternative Transformationspfade geben könnte.

Richtungssicherheit für die Klimawende

Das Projekt baut auf Erkenntnissen der interdisziplinären Transformationsforschung und den Befunden des ITA-Vorhabens Governance radikaler Systeminnovationen (Go) über die Bedeutung von Richtungssicherheit für den erfolgreichen Umbau von Energie-, Industrie- und Mobilitätssystemen auf.

Cloud + Effizienz = Erfolg?

Cloud + Effizienz = Erfolg? Unter diesem Titel organisierte Borderstep gemeinsam mit der Plattform „nachhaltig digital“ eine Online-Veranstaltung zum Thema Cloud Computing. Welche Chancen und Möglichkeiten bietet das Thema Cloud Computing für Start-ups? Und wie hilft das dem Klimaschutz? Das diskutiert die Veranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik und grüner Gründungsszene.

Vorgestellt wurden aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Borderstep Institut zum Thema Cloud Computing und Effizienz aus dem Vorhaben Klimaschutzpotenziale der digitalen Transformation (CliDiTrans). Start-ups aus dem Bereich Green IT präsentierten ihre Geschäftsmodelle und schilderten, wie sich diese durch die Pandemie verändert haben.

Das Format für das Startup-Ökosystem war Teil der DBU Dialogreihe „Grüne Gründungen stärken„. Die Videoaufzeichnung kann jetzt kostenfrei nachgeschaut werden.

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  • © Rolf Schulten

Businesstrips: Haben sie endgültig ausgedient?

Auslaufmodell Businesstrips? Im New Work Podcast „Springender Punkt“ der WBS Gruppe sprach Borderstep Researcherin Stefanie Schramm, Expertin für das Thema Digitalisierung, über die Zukunft von Geschäftsreisen.

Nach aktuellen Borderstep-Studien wurden aufgrund der Corona-Pandemie viele Businesstrips in den digitalen Raum verlegt. So betrugen die Ausgaben für Geschäftsreisen im Jahr 2019 rund 55 Milliarden Euro. 2020 sanken die Ausgaben auf 10 Milliarden Euro. Auch die mit Reisetätigkeit verbundenen Treibhausgasemissionen sanken erheblich.

Wird sich das digitale Treffen als „neues Normal“ langfristig etablieren? Jetzt die ganze Folge kostenfrei anhören.

  • © Denis Putilov - fotolia

Wie wirkt der private Internet- und Medienkonsum aufs Klima?

Private Konsumentinnen und Konsumenten nutzen immer mehr Streaming-Angebote für Musik und Videos aus der Cloud, sie nutzen mehr soziale Medien und spielen zunehmend online Computerspiele.

Zwar werden die Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Laptops selbst immer energieeffizienter, die Verlagerung der Rechenleistung in das Internet führt aber dazu, dass im Gegenzug der Energiebedarf der Rechenzentren und der Übertragungsnetze sehr stark ansteigt. Im Rahmen des Projektes Klimaschutzpotenziale der Digitalen Transformation (CliDiTrans) wurde nun am Beispiel von sechs typischen Haushalten die Entwicklung der durch Internet- und Mediennutzung verursachten Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008 bis 2018 ermittelt.

Nutzungsintensität des privaten Internet- und Medienkonsums nimmt zu

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Nutzungsintensität des privaten Internet- und Medienkonsums seit Jahren zunimmt und bis ca. 2015 dementsprechend auch die Treibhausgasemissionen insgesamt (Geräteherstellung. Gerätenutzung und IKT-Infrastruktur) gestiegen sind. Obwohl diese durch energieeffizientere Geräte und durch einen grüneren Strommix sinken, sind die gesamten Emissionen aktuell noch höher als im Jahr 2008.

Welche Anteile haben die Geräteherstellung, die Gerätenutzung und die digitalen Infrastrukturen an den Treibhausgasemissionen?

Die Untersuchung berücksichtigt sowohl die Treibhausgase in der Herstellungsphase als auch die Treibhausgase, die durch die Gerätenutzung sowie in den Netzen und Rechenzentren anfallen. Sechs verschiedene Haushaltstypen wurden nach unterschiedlichen sozioökonomischen und sozio-psychologischen Charakteristika modelliert und deren Auswirkung auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen ermittelt. Die Studie bietet so die Möglichkeit, sich selbst mit einem Haushaltsmodell zu identifizieren. So gibt sie eine Orientierung für den eigenen Medienkonsum und den daraus resultierenden Treibhausgasemissionen. Das Papier zeigt zudem Handlungsoptionen des Staates und der Wirtschaft auf, um ein weiteres schrankenloses Wachstum der Emissionen zu verhindern.

Stefanie Schramm, Borderstep Researcherin und Autorin der Studie:

„Um auch beim Medienkonsum umweltbewusste Entscheidungen zu treffen, benötigen Verbraucher und Verbraucherinnen eine transparente Aufklärung über die dabei tatsächlich entstehenden Treibhausgasemissionen. Es reicht nicht aus, energieeffiziente Geräte zu kaufen. Auch in der IKT Infrastruktur und während der Herstellungsphase der Geräte entstehen Emissionen, die den meisten Anwender und Anwenderinnen bisher nicht bewusst oder sogar unbekannt sind.“

Privater Internet- und Medienkonsum hat starken Einfluss auf die Treibhausgasemissionen

Die Studie zeigt, dass unterschiedliche Konsummuster erheblichen Einfluss auf die Treibhausgasemissionen nehmen. Die wenigsten Emissionen erzeugt hätte im Jahr 2018 ein Haushalt mit einem geringen Neuanschaffungszyklus, der seinen Medienkonsum vorwiegend auf den Fernsehkonsum beschränkt sowie Online-Medien und Geräte mit Zugang zur digitalen Welt sehr wenig nutzt. Die meisten Emissionen erzeugt hätte ein 4-Personen Haushalt mit mittleren Neuanschaffungszyklus und einer stetigen Intensivierung der Gerätenutzung. Es sind sämtliche Geräte im Haushalt vorhanden mit denen sowohl on- als auch offline Medien konsumiert werden.

Um die durch Internet- und Mediennutzung entstehenden Emissionen auf einem niedrigen Niveau zu halten, besteht ein dringender Handlungsbedarf:

🔸 Auf Geräteebene wird die Suffizienzstrategie empfohlen, in der Konsumierende ihre Geräte so lange wie möglich nutzen und vor dem Neukauf prüfen, ob einzelne Komponenten auch repariert werden können.

🔸 Auf Geräteebene seitens der Hersteller wird die Umsetzung der circular economy Strategie empfohlen. Hier reichen die Maßnahmen von einer langlebigen Konstruktion der Geräte über Reparaturangebote bis hin zum Recycling und der anschließenden Wiederverwendung eingesetzter Rohstoffe.

🔸 Im Bereich der Gerätekonstruktion ist die Softwarepolitik zu überdenken. Das heißt nach einem Softwareupdate sollten die Geräte nicht mehr unbrauchbar werden, sondern weiterhin nutzbar sein.

🔸 Auf der Ebene digitaler Anwendungen und Angebote ist es zu empfehlen, den zur Verfügung gestellten Content in der energieeffizientesten und möglichst gering aufgelösten Variante zur Verfügung zu stellen.

➡️ Die Studie „Klimawirkung des privaten Internet- und Medienkonsums“ kann kostenfrei heruntergeladen werden.