Willkommen beim Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit
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Stromverbrauch durch Rechenzentren steigt deutlich an

Kann die Nutzung von Abwärme Rechenzentren nachhaltiger machen? In seinem Artikel Rechenzentren treiben Stromverbrauch in Deutschland voran beleuchtet Felix Hill für die Frankfurter Rundschau die steigende Energienachfrage durch Rechenzentren und deren Bedeutung für die Energiewende. Besonders der zunehmende Einsatz von Anwendungen auf Basis Künstlicher Intelligenz lässt den Stromverbrauch weiter ansteigen.

Nutzung von Abwärme braucht Ressourcen und Kompetenzen

Dr. Ralph Hintemann, Senior Researcher im Forschungsbereich Digitalisierung am Borderstep Institut, kommt im Artikel als Experte zu Wort. Er betont, dass viele Kommunen in Deutschland derzeit nicht über ausreichende Ressourcen und Kompetenzen verfügen, um die bei Rechenzentren entstehende Abwärme sinnvoll zu nutzen. Diese könne jedoch einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung leisten, wenn sie systematisch erschlossen würde.

Borderstep erforscht Klimawirkung digitaler Infrastrukturen

Borderstep setzt sich in seiner Forschung seit vielen Jahren mit der Energieeffizienz und Klimawirkung digitaler Infrastrukturen auseinander. In verschiedenen Projekten untersucht das Institut, wie Rechenzentren nachhaltiger gestaltet und Abwärmepotenziale besser genutzt werden können.

Der Artikel macht deutlich, wie wichtig es ist, die Entwicklung der digitalen Infrastruktur mit den Zielen der Energiewende zu verknüpfen. Das ist ein zentrales Anliegen der Forschung des Borderstep Instituts.

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US-Delegation traf Borderstep-Rechenzentrumsexperten

Ende September 2025 war eine Delegation aus dem Bundesstaat Virginia (USA) zu Gast in Berlin und Frankfurt (Main). Borderstep begleitete die Reise mit wissenschaftlicher Expertise rund um das Thema Rechenzentren. Virginia gilt als einer der weltweit größten Standorte für Rechenzentren und liegt direkt neben Washington, D.C. Mit dem starken Wachstum dieser Branche gehen enorme Herausforderungen beim Energiebedarf und bei der nachhaltigen Gestaltung der Infrastruktur einher.

Austausch mit Expertinnen und Experten der Rechenzentrumsbranche

Die Reisegruppe setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Industrie, staatlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen zusammen. Im Mittelpunkt des Besuchs stand der Austausch mit Expertinnen und Experten der deutschen Rechenzentrumsbranche zu zentralen Nachhaltigkeitsthemen wie Energieversorgung, Abwärmenutzung und Ressourceneffizienz.

Auch das Borderstep Institut brachte seine langjährige Expertise in den Dialog ein. So hielten Dr. Severin Beucker, Mitgründer des Borderstep Institut, und weitere Researcher aus dem Borderstep Team Vorträge zur aktuellen Lage der deutschen Rechenzentren sowie zu Wegen, Energieeffizienz und Klimaneutralität mit der Digitalisierung in Einklang zu bringen. Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten aus Virginia (USA) ging es um zentrale Zukunftsthemen rund um Rechenzentren – von der Standortplanung über die Netzintegration bis zur Abwärmenutzung und Energieeffizienz.

Nachhaltige Lösungen brauchen internationale Kooperation

Organisiert wurde der Austausch von der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) sowie 50Hertz Transmission GmbH. Zum Abschluss gewährte Equinix spannende Einblicke in den Rechenzentrumsbetrieb in Frankfurt.

Severin Beucker betont, wie wichtig internationale Kooperation ist, um nachhaltige Lösungen für die wachsenden Herausforderungen der digitalen Infrastruktur zu entwickeln.

Die Dimension der Aufgaben ist beeindruckend, und der Austausch über Ansätze wie Zoning in Virginia bietet wertvolle Impulse auch für Deutschland. (Dr. Severin Beucker, Borderstep Mitgründer)

Ein Gegenbesuch in den USA ist bereits in Planung – ganz im Sinne des Borderstep-Ansatzes, Forschung, Politik und Praxis international zu vernetzen und den nachhaltigen Wandel der Digitalwirtschaft voranzubringen.

Wie lassen sich Energieeffizienz und Klimaneutralität mit der Digitalisierung in Einklang bringen?

Das Borderstep Institut erforscht seit 2007 den Stromverbrauch von Rechenzentren. Grundlage ist ein am Institut entwickeltes Strukturmodell der Rechenzentrumslandschaft in Deutschland und Europa, das seit 2012 regelmäßig aktualisiert wird.

Das Modell beschreibt Rechenzentren unterschiedlicher Größenklassen, ihre Ausstattung mit Servertypen, Speichersystemen und Netzwerktechnik sowie ihre Gebäudetechnik (Klimatisierung, Stromversorgung, USV). Es berücksichtigt zudem Unterschiede zwischen Cloud-, Edge- und traditionellen Rechenzentren sowie die Altersstruktur und Energieverbräuche der eingesetzten Server.

Damit leistet Borderstep einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Analyse und zur Entwicklung von Lösungen für eine energieeffiziente und klimafreundliche Rechenzentrumsinfrastruktur.

Welche Themen untersucht Borderstep im Forschungsbereich Digitalisierung und Green IT?

Eine Übersicht über aktuelle Borderstep-Forschungsprojekte im Bereich Digitalisierung und Green IT finden Sie hier.

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Borderstep organisierte Hackathon rund um Green Startup Report

Ende August wurde Berlin zum Treffpunkt für eine neue Form der Forschung: Der erste wissenschaftliche Hackathon mit Fokus auf Gründungsaktivitäten, nachhaltige Startups und Finanzierung öffnete nicht nur Datensätze, sondern auch neue Perspektiven auf wissenschaftliche Zusammenarbeit.

Daten des Green Startup Reports 2025 bildeten Basis

Rund 30.000 nicht-anonymisierte Handelsregistereinträge zu grünen und nicht-grünen Start-ups und über 50.000 Investmentdaten, bereitgestellt von startupdetector und erstmals vorgestellt im Green Startup Report 2025, bildeten die Basis für das kollaborative Arbeiten.

Fünfzehn Forschende aus ganz Deutschland, vom Post-Doc bis zum Senior Researcher, kamen zusammen. Das neue Format initierten Malte Bau (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) und Dr. Thomas Neumann (Borderstep Institut). Unterstützt von den FGF Arbeitskreisen Social Entrepreneurship & Sustainable Entrepreneurship und ausgerichtet vom Borderstep Institut waren die Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, gemeinsam datengetriebene, transdisziplinäre Forschung praktisch zu erproben.

Praktische Erprobung datengetriebener Forschung

Gemeinsam entwickelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innerhalb von zwei Tagen neue Forschungsfragen zu grünen Start-ups, Social & Sustainable Entrepreneurship. Ziel war es, in nur zwei Tagen gemeinsam Forschungsfragen zu entwickeln, zu validieren und erste Ergebnisse in Form von etwa 10–15 Extended Abstracts zu erarbeiten. Diese werden im Anschluss in einem Special Issue der Zeitschrift Der Betriebswirt peer-reviewed veröffentlicht.

Open Science ist kein Prinzip – es ist Praxis. Und genau die erproben wir mit dem neuen Hackathon-Format gemeinsam. (Dr. Thomas Neumann, Borderstep Senior Researcher)

Das Format öffnete erstmals einen umfangreichen betriebswirtschaftlichen Datenbestand systematisch für eine Open-Science-orientierte Zusammenarbeit. Dabei trafen qualitative und quantitative Ansätze aufeinander. Das Ziel war nicht nur die gemeinsame Analyse, sondern auch der Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für nachhaltiges Unternehmertum.

In klassischen Forschungssettings arbeitet jede und jeder im eigenen Datenkeller. Der Hackathon kehrt das Prinzip um: Daten werden geteilt, Fragen entstehen gemeinsam, Ergebnisse sind kollektiv getragen. Das verändert nicht nur die Ergebnisse – es verändert die Forschungskultur. (Malte Bau, Doktorand Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)

Was bringt das der Community?

  • Neue Forschungsfragen zur nachhaltigen Gründungsförderung
  • Konkrete Kooperationen und Veröffentlichungen
  • Ein neuer Standard für kollaborative Forschung in der Betriebswirtschaftslehre
  • Impulse für die Weiterentwicklung des Green Startup Reports

Stellungnahme zur Start-up- und Scale-up-Strategie der Bundesregierung

Berlin, 5. September 2025

GreenTech als strategischer Technologiebereich auf Augenhöhe mit KI, Sicherheits- und Verteidigungstechnologien

Der Koalitionsvertrag bekennt sich zu Klimaneutralität bis 2045 und zur Verbindung von Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Start-ups und Scale-ups sind hierfür ein Schlüsselfaktor. Deutschland braucht daher eine Start-up- und Scale-up-Strategie, die GreenTech zu einer klaren Priorität macht und Nachhaltigkeit in jedem Baustein mitdenkt. Der Referenzrahmen ist gesetzt und verpflichtet zum Handeln.

Die Hightech Agenda Deutschland definiert Schlüsseltechnologien und adressiert klimarelevante Felder wie klimaneutrale Energieerzeugung und klimaneutrale Mobilität. Die Startup-Strategie 2022 ist der Vorläufer der nun zu erarbeitenden Strategie und hat wichtige Weichen gestellt. Dazu zählen die Öffnung von Finanzierungspfaden für Klima, Energie und Umwelttechnologien und die Stärkung von Transformationsfeldern wie Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft. Darauf gilt es jetzt aufzubauen und diese Linien zielgerichtet nachzuschärfen.

GreenTech-Start-ups sind ökonomisch und technologisch von hoher Bedeutung

Unter wachstumsorientierten Start-ups mit Investment liegt der wachsende Anteil an GreenTech Start-ups bereits bei 29 % Green Startup Report 2025. In Förderprogrammen wie EXIST und beim High-Tech-Gründerfonds sind sie mit bis zu 33 % überdurchschnittlich stark vertreten – und das ohne Umweltbonus.

Der starke Anstieg lässt dabei auf einen strukturellen Trend schließen. Gleichzeitig zeichnen sich GreenTech-Start-ups durch besonders hohe ökonomische Qualität und Relevanz aus. Sie sind:

als die nicht-grünen Start-ups. Diese Befunde unterstreichen die wirtschaftliche Hebelwirkung von GreenTech für Produktivität, Technologieführerschaft und Skalierung.

Hinzu kommt das beträchtliche Klimaschutzpotenzial: Ein einzelnes transformationsorientiertes GreenTech-Start-up kann im Durchschnitt jährlich rund 30.000 Tonnen CO₂e einsparen Green Startup Report 2025. Das entspricht im EU-Emissionshandel einem Wert in Millionenhöhe!

Die Konsequenz dieser herausragenden Relevanz von GreenTech Start-ups für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist eindeutig:

GreenTech muss in der neuen Start-up- und Scale-up-Strategie als strategischer Technologiebereich verankert werden, gleichberechtigt mit Künstlicher Intelligenz, Sicherheits- und Verteidigungstechnologien.

Die gleichberechtigte Verankerung von GreenTech setzt den Rahmen für prioritäre Finanzierungs-, Beschaffungs- und Skalierungspfade entlang der Hightech Agenda Deutschland, des Koalitionsvertrags, der Startup-Strategie 2022, der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und des europäischen Green Deals.

Notwendig ist ein systemischer Förderansatz statt isolierter Einzelförderung, mit belastbaren Skalierungsplattformen in zentralen GreenTech-Schlüsselbereichen, zum Beispiel grüne Chemie mit greenChem, SetHUB der Deutschen Energie-Agentur und entlang des unternehmerischen Lebenswegs in Batterie- und Wasserstofftechnologien.

So werden Kapitalzugang, öffentliche Nachfrage und Talente kohärent ausgerichtet und ökonomische Skaleneffekte mit messbarer Klimawirkung verknüpft. Die Startup-Strategie 2022 liefert die Basis, die jetzt auf GreenTech geschärft und zügig in Umsetzung gebracht werden muss.


Fichter, K. & Neumann, T. (2025). GreenTech als Schlüsseltechnologie und Innovationsmotor für Deutschlands Transformation. Stellungnahme des Borderstep Instituts zur neuen Start-up- und Scale-up-Strategie. Berlin: Borderstep Institut: Download hier

Borderstep analysiert für EU Energieeffizienz von Rechenzentren

Erstmals liegt eine umfassende Bewertung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Rechenzentren in der EU vor. Grundlage bilden Daten, die Betreiber im Rahmen einer neuen EU-Meldepflicht bereitgestellt haben.Assesment of the energy performance and sustainability of data centres in EU

Das Borderstep Institut erarbeitete gemeinsam mit EY und dem Austrian Institute of Technology (AIT) im Auftrag der Generaldirektion Energie (DG ENER) den First Technical Report. Der Bericht ist Teil des Projekts Data Centre Energy Efficiency Assessment and Reporting (EUDCEAR).

Analyse zentraler Kennzahlen

Die Untersuchung bewertet Rechenzentren anhand etablierter Kennzahlen zu Energieverbrauch, Ressourcennutzung und Umweltwirkungen, darunter Power Usage Effectiveness (PUE), Water Usage Effectiveness (WUE), Renewable Energy Factor (REF) und Energy Reuse Factor (ERF).

Große Unterschiede zwischen den Standorten

Die Ergebnisse zeigen: Nur 36 Prozent der in der EU meldepflichtigen Rechenzentren nahmen an der ersten Erhebung teil. Zwischen den Standorten bestehen erhebliche Unterschiede, die auf große Potenziale für Effizienzsteigerungen hinweisen. Der Climate Neutral Data Centre Pact gilt insbesondere beim Wasserverbrauch als positiver Branchenmaßstab.

Rückmeldungen aus der Branche verdeutlichen den Bedarf an klaren Leitlinien, einfacheren Berichtspflichten und einheitlichen Definitionen, um die Qualität und Vollständigkeit der Daten zu verbessern.

Beitrag zu EU-Klimazielen

Mit der Analyse unterstützt Borderstep die Umsetzung der Ziele des European Green Deal und der EU-Energieeffizienzrichtlinie. Diese Ziele umfassen eine höhere Energieeffizienz, den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien, die Nutzung von Abwärme sowie eine transparente Berichterstattung über Energieverbrauch und Umweltwirkungen. Ein weiterer technischer Bericht wird folgen und die Grundlage für ein EU-weites Energieeffizienz-Label und ggf. Mindeststandards schaffen.

Borderstep bringt Expertise in Workshops ein

Borderstep moderierte innerhalb des Konsortiums auch Teile der begleitenden Stakeholder-Workshops mit teilweise über 300 online anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die dort erarbeiteten Erkenntnisse fließen direkt in die politischen Handlungsempfehlungen an die EU-Kommission ein.

Aktuelles „Facts & Figures“ zur Studie verfügbar

Begleitend zur Veröffentlichung des ersten Technischen Berichts dieser Studie hat Borderstep ein aktuelles Facts & Figures erstellt. Die Übersicht verdichtet die wichtigsten Ergebnisse, ordnet sie in den politischen und fachlichen Kontext ein und visualisiert zentrale Kennzahlen anschaulich in Grafiken und Diagrammen. So lassen sich Entwicklungen und Unterschiede zwischen den Rechenzentren auf einen Blick erfassen.

Alle Inhalte und Abbildungen des Borderstep „Facts & Figures“ stehen unter Angabe der Quelle zur freien Nutzung bereit; die Inhalte der Studie stehen unter CC BY 4.0) Lizenz.

Kostenvorteile von Elektroautos im Faktencheck

Eine aktuelle Analyse des Borderstep Instituts zeigt: Elektroautos bieten nicht nur ökologische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile.

Elektroautos stehen oft im Zentrum von Klimaschutz- und Technologie-Debatten. Doch jenseits der Umweltargumente lohnt sich ein Blick auf ihre wirtschaftliche Seite – und der fällt immer positiver aus. Eine neue Analyse des Borderstep Instituts beleuchtet, wie sich sinkende Anschaffungspreise, niedrige Betriebskosten und technische Fortschritte zunehmend zu einem handfesten Kostenvorteil für private Haushalte und Unternehmen entwickeln.

Der Bericht zeigt: Wer heute strategisch lädt, Wartungsvorteile nutzt und steuerliche Anreize ausschöpft, fährt nicht nur sauberer, sondern auch günstiger – und das bereits deutlich vor dem politisch angestrebten Verbrenner-Aus.

Kernpunkte der Studie:

  • Hohe Energieeffizienz: E-Autos setzen rund 69 % der erzeugten Energie in Vortrieb um – Verbrenner unter 30 %, E-Fuel-Verbrenner nur ca. 13 %. Der Effizienzvorteil beträgt bis zu Faktor 5.
  • Deutlich geringere Betriebskosten: Bei 13.700 km Jahresfahrleistung liegen die Energiekosten für E-Autos zwischen 950 € (mit PV-Strom) und 1.250 € (Langstreckenfahrer mit Spartarif). Diesel liegen bei ca. 1.700 €, Benziner bei ca. 2.100 €, E-Fuels bei ca. 3.000 €.
  • Weniger Wartung & Pannen: Keine Ölwechsel, kaum Bremsenverschleiß, weniger Verschleißteile – bis zu 40 % geringere Werkstattkosten. ADAC-Pannenstatistik zeigt: E-Autos sind deutlich zuverlässiger als Verbrenner.
  • Steuervorteile: 10 Jahre Kfz-Steuerbefreiung, danach meist nur geringe Beträge.
  • Dienstwagen-Effekt: E-Firmenwagen können für Beschäftigte netto bis zu 10 % mehr Gehalt bedeuten – dank niedrigerer Versteuerung und geringerer Energiekosten.
  • Marktentwicklung: Fallende Batteriepreise, neue günstige Einstiegsmodelle und mehr Gebrauchtwagen stärken die Kostenvorteile. Sonderzölle auf chinesische E-Autos könnten jedoch den Preisvorteil schmälern.

Fazit: Wer beim Laden auf günstige Tarife oder PV-Strom setzt, spart mit einem E-Auto bereits heute spürbar. In Flotten und im Privatgebrauch sind E-Autos auf dem Weg, Verbrenner nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich klar zu überholen.

Mehr zum Thema:

Die Studie „Clausen, J. (2025). Verbrenner oder Elektro? Ein Vergleich der Vor- und Nachteile. Berlin: Borderstep Institut.“ Steht als Kostenloser Download zur Verfügung.

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Borderstep organisiert Hackathon rund um Green Startup Report

Am 26. und 27. August 2025 wird Berlin zum Treffpunkt für eine neue Form der Forschung: Der erste wissenschaftliche Hackathon mit Fokus auf Gründungsaktivitäten, nachhaltige Startups und Finanzierung öffnet nicht nur Datensätze, sondern auch neue Perspektiven auf wissenschaftliche Zusammenarbeit.

Rund 30.000 nicht-anonymisierte Handelsregistereinträge zu grünen und nicht-grünen Start-ups und über 50.000 Investmentdaten, bereitgestellt von startupdetector und erstmals vorgestellt im Green Startup Report 2025, bilden die Basis für das kollaborative Arbeiten. Ziel ist es, in nur zwei Tagen gemeinsam Forschungsfragen zu entwickeln, zu validieren und erste Ergebnisse in Form von etwa 10–15 Extended Abstracts zu erarbeiten. Diese sollen im Anschluss in einem Special Issue der Zeitschrift Der Betriebswirt peer-reviewed veröffentlicht werden.

Praktische Erprobung datengetriebener Forschung

Das neue Format initierten Malte Bau (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) und Dr. Thomas Neumann (Borderstep Institut). Unterstützt von den FGF Arbeitskreisen Social Entrepreneurship & Sustainable Entrepreneurship und ausgerichtet vom Borderstep Institut sind Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, gemeinsam datengetriebene, transdisziplinäre Forschung praktisch zu erproben.

Open Science ist kein Prinzip – es ist Praxis. Und genau die erproben wir mit dem neuen Hackathon-Format gemeinsam. (Dr. Thomas Neumann, Borderstep Senior Researcher)

Was das Format besonders macht? Zum ersten Mal wird ein umfangreicher betriebswirtschaftlicher Datenbestand systematisch für eine Open-Science-orientierte Zusammenarbeit geöffnet. Dabei treffen qualitative und quantitative Ansätze aufeinander. Das Ziel ist nicht nur die gemeinsame Analyse, sondern auch der Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für nachhaltiges Unternehmertum.

In klassischen Forschungssettings arbeitet jede und jeder im eigenen Datenkeller. Der Hackathon kehrt das Prinzip um: Daten werden geteilt, Fragen entstehen gemeinsam, Ergebnisse sind kollektiv getragen. Das verändert nicht nur die Ergebnisse – es verändert die Forschungskultur. (Malte Bau, Doktorand Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)

Was bringt das der Community?

  • Neue Forschungsfragen zur nachhaltigen Gründungsförderung
  • Konkrete Kooperationen und Veröffentlichungen
  • Ein neuer Standard für kollaborative Forschung in der Betriebswirtschaftslehre
  • Impulse für die Weiterentwicklung des Green Startup Reports

Wertschöpfung neu denken: Borderstep bei connectLive

Am 25. September 2025 hält Borderstep Senior Researcher Dr. Thomas Neumann eine Keynote bei connectLive:Zirkuläre Geschäftsmodelle. Die von connectSHub organisierte Veranstaltung beleuchtet das Thema Circular Economy, mit einem Schwerpunkt auf der Entwicklung neuer, zirkulärer Geschäftsmodelle.

Nachhaltige Wertschöpfung in der Kreislaufwirtschaft

In seinem Vortrag präsentiert Thomas Neumann aktuelle Forschungsergebnisse des Borderstep Instituts und zeigt Modelle auf, wie Unternehmen nachhaltige Wertschöpfung im Sinne der Kreislaufwirtschaft umsetzen können. Der Wissenschaftler bringt dabei sein tiefes Verständnis aus Theorie und Praxis ein. Er betreut Start-up-Projekte, berät Gründerinnen und Gründer und verbindet in seiner Arbeit wissenschaftliche Erkenntnisse mit anwendungsorientiertem Handeln.

Warum lohnt die Teilnahme?

  • Praxisnahe Einblicke: Wie lassen sich zirkuläre Geschäftsmodelle mit betrieblichem Erfolg verbinden?
  • Aktuelle Forschungspartnerschaft: Die Keynote präsentiert Ergebnisse aus Studien wie GreenTech Made in Germany vor, in der Borderstep für MHP zukünftige grüne Märkte mit erheblichem Umweltentlastungs- und Marktwachstumspotenzial identifiziert hat.
  • Vernetzung & Transfer: Einblicke in Tools und Ansätze, mit denen Unternehmen, Start-ups und Organisationen innovative, nachhaltige Geschäftsmodelle gestalten können.

Thomas Neumanns Keynote bei connectLive bietet fundierte Impulse zur Gestaltung zirkulärer Geschäftsmodelle: ein Muss für alle, die Nachhaltigkeit und Innovation in Einklang bringen wollen.

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Borderstep Impact Forum 2025: Rückblick auf die Workshops

Das Borderstep Impact Forum ist ein zentrales Veranstaltungsformat, mit dem das Borderstep Institut gesellschaftliche Debatten rund um seine Forschungsthemen anstoßen will. 2025 stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des 20-jährigen Institutsjubiläums.

In acht Workshops diskutierten Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft über aktuelle Herausforderungen und zukunftsweisende Ansätze für eine nachhaltige Transformation.

Workshop 1: Künstliche Intelligenz – Game Changer für ökologische Nachhaltigkeit

Zum Auftakt des Forums stand eine zentrale Zukunftsfrage im Fokus: Welche Rolle kann Künstliche Intelligenz für eine nachhaltige Transformation spielen – und wie gestalten wir sie verantwortungsvoll? Workshop 1 wurde vom Borderstep Institut in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gestaltet. Chairs waren Dr. Ralph Hintemann (Borderstep Institut) & Melanie Stolzenberg-Lindner (BMUKN).

Großes Potenzial, großer Gestaltungsauftrag:
Deutschland und Europa verfügen über exzellentes Know-how, um Künstliche Intelligenz nachhaltig zu entwickeln und einzusetzen. Die Verbindung von technologischer Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung ist keine Randfrage, sondern wird eines der zentralen Themen der kommenden Jahrzehnte.

KI made in Germany – nachhaltig gedacht:
„KI aus Deutschland wird nachhaltig sein oder sie wird keine Zukunft haben.“ Dieser Tenor zog sich durch die Diskussion. Der verantwortungsvolle Einsatz von KI kann ökologische Wirkung entfalten, Ressourcen schonen und neue Lösungen für die großen Nachhaltigkeitsherausforderungen ermöglichen.

Fazit:
Künstliche Intelligenz ist mehr als Technologie. Sie ist ein strategisches Instrument für Nachhaltigkeit. Jetzt ist der Zeitpunkt, um Rahmenbedingungen und Innovation so zu gestalten, dass KI made in Europe zum globalen Vorbild wird.

 

Workshop 2: Energienetze und Rechenzentren – Synergien nutzen statt Wildwuchs riskieren

Borderstep organisierte Workshop 2 in Kooperation mit Net Zero Innovation Hub for Data Centers. Fachleute diskutierten, wie sich Rechenzentren strategisch in das Energiesystem der Zukunft integrieren lassen. Als Chairs tätig wurden Borderstep Mitgründer Dr. Severin Beucker und Researcher Simon Hinterholzer (beide Borderstep Institut).

Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven:
Dr. Alberto Ravagni (NZIH), Markus Graebig (50Hertz Transmission), Dr. Janic Horne (Enertrag), Günter Eggers (NTT) und Dr. Béla Waldhauser (Telehouse) zeigten auf, wie Energie- und IKT-Infrastrukturen besser zusammengedacht werden können.

Netzplanung trifft Standortwahl:
Rechenzentren entstehen häufig unabhängig von der Stromnetzplanung. Eine koordinierte Ansiedlungsstrategie eröffnet hingegen neue Synergien – etwa eine vollständig regenerative und wettbewerbsfähige Energieversorgung.

Doppelnutzung statt Doppelinvestitionen:
Großspeicher und Elektrolyseure könnten im Energiesystem zugleich als Notstromlösungen für Rechenzentren dienen. Das spart Investitionen und fördert die Systemintegration.

Fazit:
Die Energiewende erfordert kluge Infrastrukturen und strategische Allianzen zwischen Netzbetreibern, Rechenzentren und Energieversorgern. Der Workshop machte deutlich: Synergien entstehen durch vorausschauende Planung und sektorübergreifende Zusammenarbeit.

 

Workshop 3: Start-up-Förderung am Wendepunkt – Neue Allianzen, neue Ansätze

Wie kann Gründungsförderung in Zeiten von Klimakrise, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel wirksamer gestaltet werden? Dieser Frage widmete sich Workshop 3 mit klaren Impulsen.

Workshop-Partner waren das Borderstep Institut, das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, der High-Tech Gründerfonds und RKW Kompetenzzentrum. Als Chairs wirkten Borderstep Direktor Prof. Dr. Klaus Fichter und Borderstep Senior Researcher Dr. Thomas Neumann.

Mission statt Gießkanne:
Strategisch ausgerichtete Förderung – etwa entlang gesellschaftlicher Herausforderungen und politisch priorisierter „Missionen“ wie Klimaschutz oder Digitalisierung – kann Gründungsökosysteme gezielter stärken und wird eine größere Wirkung entfalten als klassische Technology-Push-Ansätze oder „Wir fördern alles, Hauptsache marktfähig“-Strategien .

Tempo statt Bürokratie:
Förderprogramme stehen häufig im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Umsetzbarkeit. Weniger Bürokratie schafft mehr Raum für Innovation. Eine neue Risikokultur ist dafür in Verwaltung und Politik erforderlich.

Wirkung sichtbar machen:
Lernfähige Förderung braucht klare, wirkungsorientierte Indikatoren und neue Monitoringansätze zur Erfassung und Evalution von mittel- und langfristigen Impacts.

Versuch und Irrtum als Teil der Strategie:
Förderlogiken müssen unternehmerisches Risiko und auch das Scheitern als Teil des Innovationsprozesses akzeptieren. Eine offene und fehlertolerante Verwaltungskultur wird zum Erfolgsfaktor.

Fazit:
Die Start-up-Förderung braucht neue Spielräume und klare Missionen – für Mut, Schnelligkeit und strategische Orientierung.

 

Workshop 4: Impact statt Illusion – Wie messen wir Wirkung wirklich?

Wie können Start-ups ihre gesellschaftliche Wirkung erfassen, ohne sich in Komplexität zu verlieren? Workshop 4 widmete sich den Potenzialen und Grenzen der Impact-Messung.

Borderstep kooperierte für diesen Workshop mit ImpactNexus und Climate-KIC. Chair war Borderstep Researcher Tim Grothey.

Balance finden:
Impact-Messung muss aussagekräftig und zugleich praktikabel sein – gerade für junge Unternehmen.

Mehr als nur ein Reporting-Tool:
Gut aufbereitete Impact-Daten können Geschäftsmodelle stärken, Vertrauen bei Investorinnen und Investoren schaffen und Entscheidungsprozesse verbessern. Sie wirken oft wie ein Erkenntnisschub.

KI als Gamechanger:
Generative KI kann helfen, Geschäftsmodelle individuell zu analysieren und mit Benchmarks zu vergleichen. Doch es braucht valide Methoden, intelligentes Prompt-Design und menschliche Kontrolle („human in the loop“)

Wirkung und Wirtschaftlichkeit:
Die Monetarisierung von Impact kann ihn stärker in Investitionsentscheidungen einfließen lassen – birgt jedoch auch methodische und ethische Risiken.

Fazit:
Impact-Messung ist ein zentraler Baustein für bessere Entscheidungen, tragfähige Geschäftsmodelle und wirkungsorientierte Investitionen, die auf die großen Zukunftsherausforderungen einzahlen

 

Workshop 5: Hotspot Rechenzentren – Nachhaltigkeit braucht Strategie und Tempo

Rechenzentren sind unverzichtbar für die Digitalisierung – und zugleich ein wachsender Hebel für mehr Nachhaltigkeit. Workshop 5 ermöglichte einen intensiven Austausch, gemeinsam organisiert von Borderstep und Digitales Hessen. Researcher Simon Hinterholzer (Borderstep Institut) und Heike Koch (Hessen Trade & Invest) agierten als Chairs.

Große Dynamik, große Unsicherheit:
Trotz vieler Initiativen bestehen Unsicherheiten, wie Rechenzentren nachhaltig gestaltet werden können. Neben dem Energieverbrauch gewinnen auch andere Aspekte an Bedeutung – etwa Flächennutzung, Kühlung oder Lieferketten.

Langfristige Perspektive notwendig:
Eine bundesweite Strategie für die Ansiedlung von Rechenzentren könnte helfen, Planungssicherheit zu schaffen. Hessen hat hier erste Ansätze geliefert.

Tempo trifft Komplexität:
Nachhaltigkeit erfordert zügiges Handeln. Gleichzeitig sind viele Akteure beteiligt – das erschwert die Umsetzung. Umso wichtiger sind Dialog, Austausch und der Blick über Landes- und Ländergrenzen hinweg.

Fazit:
Nachhaltige Rechenzentren brauchen eine gemeinsame Vision, klare Verantwortung und den Willen, voneinander zu lernen.

 

Workshop 6: Wärmewende für Berlin – Viele Hürden, viel Potenzial

Die Wärmeversorgung Berlins ist noch immer stark fossil geprägt. Workshop 6 des Borderstep Impact Forums beleuchtete Herausforderungen und Lösungswege für eine klimaneutrale Zukunft. Borderstep organisierte den Workshop gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), als Chair fungierte Borderstep Mitgründer Dr. Jens Clausen.

Aktueller Stand:
Julika Weiß (IÖW) zeigte, dass nur 1 Prozent der Wärme in Berlin aus erneuerbaren Quellen stammt. Auch die Fernwärme ist zu 84 Prozent fossil.

Herausforderungen auf vielen Ebenen:
Georg Friedrichs (Vorstandsvorsitzender der GASAG AG) betonte die fehlenden Wärmenetze, die überlasteten Strominfrastrukturen sowie den Einfluss von Denkmalschutz und Eigentümerstrukturen.

Ein Blick nach Hannover:
Dr. Jens Clausen (Borderstep) stellte das Beispiel Hannover vor: Dort wird der Kohleanteil ab 2027 durch einen grünen Wärmemix ersetzt, das Fernwärmenetz stark ausgebaut.

Berlin braucht Investitionen:
Friedrichs sieht in Berlin Bedarf für rund 45 neue Quartierswärmenetze – mit einem Investitionsvolumen von etwa 10 Milliarden Euro.

Fazit:
Die Wärmewende ist machbar – mit technischer Expertise, politischem Willen und klugen Investitionen.

 

Workshop 7: Impact Monitoring – Wirkung systematisch verstehen und nutzen

Wie kann Wirkungsmonitoring gestaltet werden, das Start-ups nicht belastet, sondern unterstützt? Workshop 7 stellte zukunftsweisende Ansätze vor. Kooperationspartner des Borderstep Instituts für diesen Workshop waren das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der Förderkreis Gründungs-Forschung e.V. (FGF) und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Als Chairs engagierten sich Dr. Thomas Neumann, Senior Researcher am Borderstep Institut und Prof. Dr. Yasmin Olteanu von der Berliner Hochschule für Technik (BHT).

Impact als Entscheidungskriterium:
Scoreboards, Indikatoren und KI-gestützte Analysen machen Förderentscheidungen transparenter und nachvollziehbarer.

Evaluation ohne Mehraufwand:
Ein schlankes Monitoring kann vorhandene Datenquellen nutzen und so den Aufwand für Unternehmen reduzieren.

Vom Einzelprojekt zur Systemwirkung:
Impact-Erfassung sollte nicht bei einzelnen Start-ups enden. Auch sektorübergreifende und langfristige systemische Wirkungen müssen berücksichtigt werden.

Strukturelle Verankerung:
Ziel ist ein integriertes Monitoring auf Programm- und Clusterebene – auch mit Blick auf unerwünschte Nebenwirkungen.

Fazit:
Monitoring muss Wirkung sichtbar machen – über einzelne Projekte hinaus und mit Blick auf das große Ganze.

 

Workshop 8: Nachhaltige und regenerative Geschäftsmodelle – Wie gelingt die Transformation?

Wie können Unternehmen ihre Geschäftsmodelle nicht nur nachhaltig, sondern regenerativ gestalten? Dieser Frage widmete sich Workshop 8, gestaltet von ESCP Business School – STAR Centre und Borderstep im Rahmen ihrer neuen Partnerschaft. Weitere Workshop-Partner waren die Bertelsmann Stiftung und die Initiative Regenerative Marktwirtschaft e.V. (IRM). Als Chairs wirkten Prof. Dr. Florian Lüdeke-Freund (ESCP) sowie Borderstep-Direktor Prof. Dr. Klaus Fichter und Senior Researcher Dr. Tobias Froese (Borderstep Institut).

Impulse aus Forschung und Praxis:
Gabriele Maurer (Director Sustainability & EHS, Jungheinrich AG), Fritz Putzhammer (Bertelsmann Stiftung), Sebastian Fittko (1. Vorstand, Initiative Regenerative Marktwirtschaft) und Dr. Sebastian Feuß (Co-Company Lead, Wildling Shoes) diskutierten mit rund 30 Teilnehmenden, wie unternehmerische Transformation gelingen kann. Zwei reale Unternehmensbeispiele lieferten wertvolle Einblicke.

Fünf zentrale Erkenntnisse:

  1. Geschäftsmodelle müssen sich kontinuierlich weiterentwickeln.
  2. Der Nutzen nachhaltiger Transformation muss u.a. für Kunden klar erkennbar sein.
  3. Kein Unternehmen kann alles leisten – es braucht enge Kooperationen.
  4. Mutige Entscheidungen sind notwendig.
  5. Werteorientierte Führung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Fazit:
Die Transformation zu regenerativen Geschäftsmodellen ist nötig und möglich – wenn Unternehmen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und auf Change Maker setzen.

Borderstep fordert: Gründungspolitik mit Mission

Mit der neuen EU Start-up- und Scale-up-Strategie legt die Europäische Kommission einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Förderung von Unternehmensgründungen in Europa vor. Das Borderstep Institut begrüßt diese Initiative ausdrücklich, sieht jedoch bei der strategischen Ausrichtung deutlichen Nachbesserungsbedarf.

Drei zentrale Schwächen identifiziert Borderstep in seiner aktuellen Stellungnahme:

  1. Fehlende Verknüpfung mit EU-Nachhaltigkeitszielen:
    Die Strategie steht inhaltlich kaum im Bezug zu bestehenden Rahmenwerken wie dem European Green Deal oder dem „Fit for 55“-Paket. Nachhaltigkeit wird weder als übergreifendes Ziel verankert noch in konkrete Fördermaßnahmen übersetzt.

  2. Keine missionsorientierte Ausrichtung:
    Im Gegensatz zu anderen EU-Programmen verzichtet die Strategie auf eine klare Orientierung an gesellschaftlichen Zukunftsmissionen – wie etwa Klimaneutralität oder Kreislaufwirtschaft. Damit fehlt ein wichtiges Instrument zur strategischen Wirkungsmessung und politischen Steuerung.

  3. Unzureichende Förderung von Gründungsökosystemen:
    Die Maßnahmen folgen einer klassischen Logik entlang der Lebensphasen junger Unternehmen. Was fehlt, ist eine ganzheitliche, vernetzte Ökosystemstrategie, die bestehende Strukturen einbindet und gezielt stärkt.

EU Start-up- und Scale-up Strategie: Guter Impuls, aber ohne klare Richtung für Nachhaltigkeit

Die neue EU-Start-up-Strategie ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung des europäischen Innovationsraums. Doch ihr Potenzial für Nachhaltigkeit bleibt ungenutzt.

Das Borderstep Institut fordert: Die Strategie muss klar an den Transformationszielen der EU ausgerichtet, ökosystemisch gedacht und wirkungsorientiert umgesetzt werden. Nur so kann sie zu einer treibenden Kraft für die Green Economy werden.

Nachhaltige Start-ups sind kein Randphänomen. Sie gehören ins Zentrum europäischer Innovationspolitik.

Hier geht es zum vollständigen Positionspapier.