Table.Briefings fragt Borderstep zu Rechenzentren

Chinas Rechenzentren: Borderstep ordnet Standortfragen ein

Table.Briefings analysiert in einem aktuellen Beitrag, warum der Ausbau von Rechenzentren im Westen Chinas auf Schwierigkeiten stößt. Für die Recherche sprach die Redaktion mit Dr. Ralph Hintemann vom Borderstep Institut über Standortfaktoren, Latenzen und Engpässe beim Bau neuer Rechenzentren.

Nicht jede Rechenleistung ist standortunabhängig

Dr. Ralph Hintemann erläuterte, dass die Eignung eines Standorts stark von der jeweiligen Anwendung abhängt. Für das Training von KI-Modellen oder für Simulationsrechnungen ist räumliche Nähe zu den Nutzenden weniger entscheidend. Anders ist es bei Anwendungen, bei denen Daten innerhalb sehr kurzer Zeit verarbeitet und übertragen werden müssen. Dann wird die Latenz zu einem zentralen Standortfaktor.

Lieferzeiten bremsen den Ausbau neuer Kapazitäten

Im Hintergrundgespräch ging es außerdem um Engpässe bei der technischen Infrastruktur neuer Rechenzentren. Hintemann verwies auf lange Lieferzeiten bei Komponenten wie Transformatoren, Schaltanlagen, Notstromaggregaten und Kühlsystemen. Zugleich steigen mit leistungsfähigeren KI-Chips die Anforderungen an die Kühlung.

Der Beitrag Rechenzentren: Warum Chinas Wette auf den Westen nicht aufgeht ist bei Table.Briefings erschienen. Der vollständige Artikel ist dort hinter der Paywall verfügbar.

Über Dr. Ralph Hintemann

Dr. rer. pol. Ralph Hintemann ist Gesellschafter und Senior Researcher am Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Der Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler befasst sich in seiner Forschung mit den Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Ralph Hintemann ist ein international anerkannter Experte für die Nachhaltigkeit digitaler Infrastrukturen wie Rechenzentren. In einer Zeit, die von grundlegenden Veränderungen geprägt ist, liefert er mit seiner interdisziplinären Perspektive wissenschaftlich fundierte Impulse und Handlungsempfehlungen.

Borderstep Expertise im Bereich Digitalisierung & GreenIT

Borderstep forscht bereits seit mehr als einem Jahrzehnt zum ressourceneffizienten Einsatz digitaler Produkte und Dienste. Dabei untersucht das Institut alle Facetten des Themas, das häufig unter dem Schlagwort GreenIT zusammengefasst wird. Dazu gehören zum einem IKT-Produkte, deren Herstellung, Betrieb und Entsorgung weniger Energie- und Ressourcenbedarf verursachen („Green in der IT“). Besonders bedeutend sind aber zum anderen auch digitale Lösungen, durch deren Einsatz in allen Branchen und Lebensbereichen der Ressourcenbedarf verringert werden kann („Green durch IT“).

Ein zentraler Bestandteil der digitalen Infrastruktur sind Rechenzentren. Seit 2007 analysiert das Borderstep Institut den Stromverbrauch von Rechenzentren in Deutschland und Europa. Grundlage ist ein eigenes Strukturmodell, das seit 2010 regelmäßig aktualisiert wird. Das Modell bildet Rechenzentren nach Größe, Technik und Betriebsform – etwa Cloud, Edge und traditionelle Rechenzentren – präzise ab. Es berücksichtigt Servertypen, Altersstrukturen und Gebäudetechnik wie Kühlung und Stromversorgung. So liefert Borderstep belastbare Zahlen und Szenarien zur Entwicklung digitaler Infrastrukturen und ihrer Nachhaltigkeit.

Mit Projekten wie z. B. TEMPRO, DC2HEAT, DCESS und EUDCEAR entwickelt das Institut Lösungen für eine klimafreundliche und energieeffiziente Digitalisierung.

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