Neue Roadmap zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz im Energiesektor

EU Kommission greift Borderstep Themen auf

Die Europäische Kommission hat Anfang Juni ihre neue Strategic Roadmap for Digitalisation and AI in Energy vorgestellt. Die Roadmap soll die Digitalisierung des europäischen Energiesystems beschleunigen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz für eine effizientere, flexiblere und resilientere Energieversorgung fördern.

Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei die Rolle von Rechenzentren. Die Kommission betont, dass deren steigender Energiebedarf künftig stärker mit den Zielen der Energie- und Klimapolitik in Einklang gebracht werden muss. Gleichzeitig werden Rechenzentren als wichtiger Bestandteil eines flexiblen Energiesystems gesehen.

Europäisches Bewertungssystem für Rechenzentren

Für Borderstep sind mehrere angekündigte Maßnahmen von besonderer Bedeutung. So verweist die Europäische Kommission auf die Einführung eines europäischen Bewertungssystems für Rechenzentren. An dessen Entwicklung war Borderstep im Projekt EUDCEAR im Auftrag der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission beteiligt. Das Bewertungssystem soll noch in diesem Jahr in europäische Gesetzgebung überführt werden und künftig für alle Rechenzentren in der Europäischen Union verfügbar sein.

Darüber hinaus kündigt die Kommission Mindeststandards für die Nachhaltigkeit von Rechenzentren an. Auch hierzu arbeitet Borderstep derzeit gemeinsam mit Viegand Maagøe in einer Studie für die Europäische Kommission an fachlichen Grundlagen. Die neue Roadmap bestätigt damit die zunehmende Bedeutung dieser Arbeiten für die europäische Energie- und Digitalpolitik.

Rechenzentren sollen erneuerbare Energien besser integrieren

Als eine der sogenannten „Flagship Actions“ hebt die Kommission zudem die Flexibilität von Rechenzentren hervor. Künftig sollen digitale Infrastrukturen stärker dazu beitragen, Stromnetze zu stabilisieren und erneuerbare Energien besser zu integrieren. Fragen der netzdienlichen Betriebsweise von Rechenzentren und digitalen Infrastrukturen stehen ebenfalls im Fokus aktueller Forschungsarbeiten von Borderstep.

Die neue EU-Roadmap unterstreicht damit die wachsende Bedeutung von Forschung an der Schnittstelle von Energie, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Themen, die Borderstep seit vielen Jahren auf nationaler und europäischer Ebene begleitet.

Das sind die Kernaussagen der Roadmap:

Rechenzentren müssen netzdienlich integriert werden

  • Der starke Ausbau von KI und Rechenzentren darf weder Netzengpässe verschärfen noch Strompreise erhöhen.
  • Neue Rechenzentren sollen dort entstehen, wo ausreichend Netzkapazität und erneuerbare Energie verfügbar sind.
  • Flexible Netzanschlüsse und Lastmanagement werden ausdrücklich gefördert.

Erneuerbare Energien und Flexibilität werden zum Standard

  • Rechenzentren sollen verstärkt über Power Purchase Agreements (PPAs), lokale Erzeugung und Flexibilitätsmärkte in das Energiesystem eingebunden werden.
  • Sie sollen nicht nur Strom verbrauchen, sondern auch zur Netzstabilität beitragen.

Smart Grids und Smart Meter sind zentrale Infrastruktur

  • Die EU sieht intelligente Netze und digitale Messsysteme als Voraussetzung für die Energiewende.
  • Nur durch Echtzeitdaten, Lastverschiebung und automatisierte Steuerung können hohe Anteile erneuerbarer Energien wirtschaftlich integriert werden.

Nachhaltigkeit von Rechenzentren wird reguliert

  • Die EU führt ein Bewertungssystem für Rechenzentren ein, das Energieeffizienz, Wasserverbrauch, Nutzung erneuerbarer Energien, Abwärmenutzung und Flexibilität bewertet.
  • Zusätzlich werden Mindeststandards für Energieeffizienz vorbereitet.

KI soll das Energiesystem effizienter machen

  • KI soll Prognosen verbessern, Netzengpässe reduzieren, erneuerbare Energien besser integrieren und Investitionen in Netze optimieren.
  • Die EU erwartet dadurch niedrigere Systemkosten, höhere Versorgungssicherheit und eine schnellere Dekarbonisierung.