Borderstep-Experte Dr. Ralph Hintemann bei CNN: Rechenzentren und ihre Auswirkungen auf das lokale Klima
Die wachsende Zahl von Rechenzentren, insbesondere für Künstliche Intelligenz (KI), hat nicht nur einen hohen Energieverbrauch, sondern auch direkte Auswirkungen auf das lokale Klima. Eine aktuelle Studie der Universität Cambridge zeigt, dass diese Zentren „Hitzeinseln“ erzeugen und die Landoberflächentemperaturen um bis zu 9 Grad Celsius erhöhen können. Die Ergebnisse wurden kürzlich von CNN aufgegriffen und diskutiert. Dr. Ralph Hintemann und Simon Hinterholzer vom Borderstep Institut wurden als internationale Experten für Rechenzentren von CNN um eine Einschätzung der Ergebnisse gebeten.
Studie: Rechenzentren als lokale Hitzequellen
Die Studie analysierte Temperaturdaten der letzten 20 Jahre und verglich diese mit den Standorten von großen Rechenzentren. Das Ergebnis: Nach Inbetriebnahme eines Rechenzentrums stieg die Landoberflächentemperatur um durchschnittlich 2 Grad Celsius, in Extremfällen sogar bis zu 9 Grad Celsius. Betroffen sind nicht nur die direkten Umgebungen, sondern auch Gebiete in einem Radius von bis zu 10 Kilometer.
Dr. Hintemann: „Emissionen durch Stromerzeugung bleiben das größere Problem“
Bei CNN betonte Dr. Hintemann, dass die Studie „interessante Zahlen“ liefere, die gemeldeten Effekte jedoch „sehr hoch“ erschienen. Er verwies darauf, dass die CO₂-Emissionen, die durch die Stromerzeugung für Rechenzentren entstehen, weiterhin die größere Herausforderung für den Klimaschutz darstellen.
Die Studie zeigt, dass wir die lokalen Auswirkungen von Rechenzentren nicht ignorieren dürfen. Gleichzeitig müssen wir weiter den Fokus auf die Reduzierung der Treibhausgasemissionen legen, die durch den Energiebedarf dieser Anlagen entstehen. – Dr. Ralph Hintemann
Forderung nach nachhaltigen Lösungen
Die Studie unterstreicht vor dem Hintergrund des rasanten Wachstums der KI-Branche die Dringlichkeit, nachhaltige Lösungen für den Betrieb von Rechenzentren zu entwickeln. Dr. Ralph Hintemann und Simon Hinterholzer plädieren dafür, dass die Diskussion über die Umweltauswirkungen von Rechenzentren ganzheitlich geführt wird.
Es geht nicht nur um lokale Hitzeeffekte, sondern auch um die globale Klimabilanz. Wir brauchen innovative Ansätze, um den Energiebedarf zu senken und erneuerbare Energien stärker zu nutzen. – Simon Hinterholzer
Borderstep Institut: Forschung für eine nachhaltige Digitalisierung
Das Borderstep Institut forscht seit Jahren zu den ökologischen und sozialen Auswirkungen der Digitalisierung. Die Einbindung von Dr. Ralph Hintemann und Simon Hinterholzer in die CNN-Berichterstattung zeigt die internationale Relevanz der Arbeit des Instituts.
Hier können Sie den CNN-Artikel Scientists have found an alarming environmental impact of vast data centers lesen.
Hier kommen Sie zur Studie The data heat island effect: quantifying the impact of AI data centers in a warming world der Cambridge University.