Im Fokus: Rechenzentren in Bayern 2025
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Führender KI-Standort: Bayerns Rechenzentren wachsen stark

Eine neue Studie des Borderstep Instituts „Rechenzentren in Bayern 2025“ analysiert Struktur, Wachstum und Perspektiven des Rechenzentrumsmarktes in Bayern. Cloud und KI treiben die Dynamik. Gleichzeitig rücken Energieversorgung, Effizienz und regionale Cluster stärker in den Fokus der Standortpolitik.

Rechenzentren sind eine zentrale Basisinfrastruktur der digitalen Transformation. Ob KI-Anwendungen, Video-Streaming, Online-Shopping, vernetzte Produktionsprozesse, E-Government oder wissenschaftliche Simulationen: Rechenzentren sind die technische Grundlage für zentrale digitale Anwendungen in Wirtschaft, Verwaltung und Forschung. Eine neue Studie des Borderstep Instituts analysiert die Struktur, Entwicklung und Perspektiven des Rechenzentrumsmarktes im Freistaat Bayern.

Dynamisches Wachstum im Rechenzentrumsmarkt

Der globale Markt wächst derzeit sehr dynamisch. Treiber sind vor allem Cloud-Dienste und der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Auch in Deutschland steigen die Rechenzentrumskapazitäten deutlich. Internationale Hyperscale-Cloud-Anbieter prägen diese Entwicklung, konzentrieren ihre großen Investitionen bislang jedoch vor allem auf die Regionen FrankfurtRheinMain und Berlin-Brandenburg.

Bayern als wichtiger Standort für Rechenzentren

Bayern spielt dennoch eine wichtige Rolle im deutschen Rechenzentrumsmarkt. Der Standort profitiert von einer starken technologieorientierten Wirtschaft, einer breiten industriellen Basis sowie einer leistungsfähigen Wissenschafts- und Forschungslandschaft.

Im Jahr 2025 gibt es in Bayern rund 370 Rechenzentren mit mehr als 100 kW IT-Anschlussleistung sowie etwa 9.000 kleinere IT-Installationen. Die gesamte IT-Anschlussleistung liegt bei rund 420 MW. Seit 2020 sind die Kapazitäten damit um etwa 30 % gestiegen. Der Stromverbrauch der Rechenzentren beträgt 2025 rund 3,1 TWh und wächst trotz Effizienzfortschritten weiter.

Strukturell wird der Markt weiterhin stark von unternehmenseigenen Rechenzentren geprägt. Gleichzeitig gewinnen Colocation-Rechenzentren deutlich an Bedeutung und stellen inzwischen rund 35 % der Kapazitäten. Das Wachstum der vergangenen Jahre ist nahezu vollständig auf neue Colocation-Standorte zurückzuführen.

Regionale Schwerpunkte und neue Dynamik im Bereich Rechenzentren

Regional konzentriert sich die Entwicklung insbesondere auf die Regionen München und Nürnberg, die zu den wichtigsten Rechenzentrumsstandorten Deutschlands zählen. Gleichzeitig gewinnen Standorte in Nordbayern zunehmend an Bedeutung – insbesondere im Einflussbereich der Metropolregion FrankfurtRheinMain.

Eine besondere Stärke des Standorts Bayern liegt zudem in den Bereichen Künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing (HPC). Bereits heute entfallen über 20 % der Rechenzentrumskapazitäten auf KI- und HPC-Anwendungen – ein bundesweiter Spitzenwert.

Wachstum bis 2030 – Energie wird zum Schlüsselfaktor

Für die kommenden Jahre wird ein anhaltend starkes Wachstum erwartet. Bis 2030 könnten die installierten IT-Kapazitäten auf rund 550 MW anwachsen. Damit rückt die Stromversorgung zunehmend in den Fokus: Sie entwickelt sich zu einem strategischen Engpassfaktor und erfordert neue Konzepte sowie eine stärkere Einbindung in regionale Energie- und Wärmesysteme.

Die Studie skizziert deshalb ein Zielbild für die zukünftige Entwicklung des Rechenzentrumsstandortes Bayern. Im Mittelpunkt steht eine robuste, dezentrale und am regionalen Bedarf orientierte Rechenzentrumslandschaft. Zentrale Leitprinzipien sind regionale Cluster, digitale Souveränität, hohe Energieeffizienz, erneuerbare Energien und die systematische Nutzung von Abwärme.

Die komplette Studie „Rechenzentren in Bayern 2025 – aktuelle Marktentwicklungen“ mit allen Analysen, Zahlen und Handlungsempfehlungen steht hier zum kostenlosen Download bereit.